Bei der Planung von Ergotherapie-Praxisräumen hängen Mindestflächen und Raumzahl davon ab, wann die Behandlungen tatsächlich parallel stattfinden. Die aktuell veröffentlichte Anlage 5 verlangt insgesamt mindestens 20 Quadratmeter Therapiefläche. Überschneiden sich Therapiezeiten, braucht jede leistungserbringende Person einen Therapieraum von mindestens 12 Quadratmetern; bei nicht überschneidenden Zeiten gilt diese einzelne Raumvorgabe nicht. Die konkreten Vorgaben stehen in der aktuellen Anlage 5 des GKV-Spitzenverbands.
Übertragen Sie diese Anforderungen auf eine typische Beispielwoche und den tatsächlichen Grundriss. So sehen Sie, ob die geplante Nutzung der Räume zusammenpasst und welche Angaben Sie für die Zulassung vorbereiten.
Der gemeinsame Kalender von easymed bietet Tages-, Wochen- und Monatsansichten sowie eine Spalte je Behandler; wahlweise können Sie die Raumansicht mit mehreren Plätzen nutzen. So prüfen Sie dieselbe Beispielwoche aus Sicht des Teams oder der verfügbaren Räume. Die formalen Flächenvorgaben bleiben in der GKV-Anlage beschrieben.
Die Flächenanforderungen genau einordnen
Die Zulassungsanlage nennt zwei getrennte Mindestwerte: mindestens 20 Quadratmeter Therapiefläche für die Praxis insgesamt und grundsätzlich mindestens 12 Quadratmeter Therapieraum pro leistungserbringender Person. Die Einzelraumvorgabe entfällt, wenn sich die Therapiezeiten der Personen in den Praxisräumen nicht überschneiden. Bei zwei Personen, die gleichzeitig behandeln, planen Sie also zwei Therapieräume mit je mindestens 12 Quadratmetern. Die Gesamtfläche von 20 Quadratmetern bleibt eine eigene Mindestanforderung.
Zur Zulassung gehört eine Raumskizze mit Quadratmeterzahl und Deckenhöhe für jeden Raum. Der Ergotherapievertrag des GKV-Spitzenverbands nennt außerdem den Nachweis des Nutzungsrechts an den Praxisräumen und eine Aufstellung der vorhandenen Geräte und Einrichtungsgegenstände. Tragen Sie für die Skizze die tatsächliche Nutzung jedes Bereichs ein: Therapieraum, Empfang, Wartebereich, Lager oder Flur. So beruht die Prüfung auf den ausgewiesenen Therapieflächen und nicht pauschal auf der gesamten gemieteten Einheit. Wenn die Zuordnung eines Raums unklar ist, fragen Sie die zuständige Arbeitsgemeinschaft Heilmittelzulassung mit genau diesem Grundriss.
Die Räume müssen angemessen be- und entlüftbar sowie beheizbar und beleuchtbar sein. Therapieräume dürfen grundsätzlich keine Durchgangsräume sein. Die Anlage beschreibt eine Ausnahme, wenn dahinter ausschließlich Räume liegen, die während der einzelnen Therapieeinheit nicht genutzt werden. Für Therapieräume gilt außerdem eine lichte Deckenhöhe von mindestens 2,40 Metern. Ergänzend sind die aktuelle Arbeitsstättenverordnung und die jeweilige Landesbauordnung zu beachten.
Gleichzeitige Tätigkeit in einer Beispielwoche darstellen
Notieren Sie, welche Personen zu welchen Zeiten in der Praxis tätig sind. Stellen Sie daneben die vorgesehenen Therapieräume und ihre Flächen. Entscheidend für die Ausnahme bei der 12-Quadratmeter-Regel ist, ob sich Therapiezeiten überschneiden; die Zahl der Beschäftigten oder ihre Anstellungsform beantwortet diese Frage nicht allein.
Ein Beispiel: Ergotherapeutin A behandelt montags von 8 bis 12 Uhr, Ergotherapeut B von 10 bis 14 Uhr. Zwischen 10 und 12 Uhr überschneiden sich die Therapiezeiten. Der Wochenplan muss deshalb zwei gleichzeitig verfügbare Therapieräume zeigen, die die jeweilige Flächenvorgabe erfüllen. Arbeiten beide Personen an unterschiedlichen Tagen oder ohne zeitliche Überschneidung in denselben Praxisräumen, greift die im Vertrag beschriebene Ausnahme von der 12-Quadratmeter-Einzelraumvorgabe; die mindestens 20 Quadratmeter Therapiefläche insgesamt bleiben bestehen.
Führen Sie den Vergleich für die gesamte geplante Woche durch. Wenn eine Behandlung endet und die nächste beginnt, gehört die praktische Vorbereitung oder Nachbereitung ebenfalls in Ihre Tagesorganisation. Planen Sie dafür Zeit und Materialwege ein, ohne diese Übergänge mit der Frage zu verwechseln, ob die Therapiezeiten laut Vertrag überschneiden.
Den Grundriss nach tatsächlichen Abläufen beschriften
Ordnen Sie jedem Bereich eine klare Bezeichnung und Nutzung zu. Gehen Sie den Weg von Ankunft bis Nachbereitung durch. Welche Information wird aufgenommen, wo werden Materialien vorbereitet und wo findet die Weiterarbeit statt?
Prüfen Sie dabei Zugänge und Wege sowie die in der Zulassungsanlage geregelten Anforderungen. Therapieräume dürfen grundsätzlich keine Durchgangsräume sein; die dort beschriebene Ausnahme betrifft dahinterliegende Räume, die während der Therapie nicht genutzt werden. Klären Sie eine unklare Raumkonstellation gezielt mit der zuständigen Stelle.
Fotos können den Grundriss ergänzen. Sie sollten einen nachvollziehbaren Stand zeigen und bei Änderungen gemeinsam mit den zugehörigen Angaben aktualisiert werden.
Ausstattung mit Zweck und Ort verbinden
Die Pflichtausstattung in Anlage 5 umfasst eine Therapiematte oder -liege, einen adaptierbaren Arbeitstisch und Arbeitsstuhl, einen Tisch für ergotherapeutische Mittel und einen Spiegel. Hinzu kommen therapeutisches Material für alle Altersstufen sowie Material für Aktivitäten des täglichen Lebens oder Alltagshilfen, Wahrnehmungstraining, psychomotorische und graphomotorische Übungen sowie Werkzeuge und Materialien für ergotherapeutische Mittel. Die vollständige aktuelle Ausstattungsliste ist die Grundlage für Ihre Inventur. Ein Computer für den therapeutischen Einsatz, Schienenmaterial nach Bedarf und Ausstattung für Assessments und Screeningverfahren sind als optionale Zusatzausstattung aufgeführt.
Ordnen Sie jedes benötigte Material seinem vorgesehenen Bereich und einem tatsächlichen Einsatz zu. Was wird regelmäßig vorbereitet, was brauchen Sie nur für bestimmte Termine und wo liegt es? Bei Hausbesuchen führen Sie nach Anlage 5 das Material mit, das zu den individuellen Therapieinhalten und -zielen passt.
Bereiten Sie häufig genutzte Materialien so vor, dass sie zum Ablauf des jeweiligen Angebots passen. Ein Materialsatz für eine wiederkehrende Tätigkeit kann Wege zwischen Behandlung und Lager verkürzen. Die Ausstattung bleibt dabei mit dem geplanten Angebot verbunden, statt sich an einer allgemeinen Einkaufsliste zu orientieren.
Raumwechsel und Nachbereitung berücksichtigen
Beschreiben Sie, was nach einem Termin erledigt werden muss, bevor der nächste beginnt. Material ordnen, Informationen erfassen und den Bereich vorbereiten benötigen einen passenden Zeitraum. Diese Aufgabe gehört in Ihre Organisation.
Legen Sie Zuständigkeiten fest, wenn mehrere Personen denselben Bereich nutzen. Die nächste Fachkraft soll erkennen können, welcher Zustand vereinbart ist und wie eine offene Rückfrage weitergegeben wird.
Wenn dieselbe Vorbereitung bei mehreren Terminen anfällt, vereinbaren Sie dafür eine feste Routine. Materialort und Zeitbedarf werden einmal passend organisiert und stehen anschließend für das Team fest.
Räume und Termine im Kalender zusammenführen
Der easymed-Kalender bietet Tages-, Wochen- und Monatsansicht, Pufferzeiten, eine Spalte je Behandler und wahlweise eine Ansicht nach Räumen mit mehreren Plätzen. Diese Funktionen sind im gemeinsamen Kalender für das ganze Team beschrieben. Je nach Fragestellung betrachten Sie die Beispielwoche nach Behandlern oder wechseln in die Raumansicht, um die vorgesehene Belegung zu prüfen.
Verwenden Sie im Kalender dieselben Raumbezeichnungen wie in der Grundrissskizze und Materialübersicht. Wenn sich ein Arbeitstag ändert, prüfen Sie die neue Belegung direkt im passenden Zeitraum. Der Kalender zeigt die organisatorische Planung; die Flächen- und Ausstattungsanforderungen lesen Sie in der aktuellen Anlage 5 nach.
Einen Raumplan an einem vollständigen Ergotherapietag lesen
Eine neue Ergotherapiepraxis plant eine Woche mit zwei Fachkräften. Der Grundriss benennt die Therapieräume, der gemeinsame Kalender zeigt die vorgesehenen Termine und die zuständige Person ordnet die benötigten Materialien den Tätigkeiten zu. Die konkrete Beispielwoche macht sichtbar, ob sich Behandlungen überschneiden und wie viele Räume dann zugleich gebraucht werden.
Die Fachkräfte legen fest, welches Material für ihre aufeinanderfolgenden Termine bereitsteht. Vorbereitung und Nachbereitung erhalten einen passenden Zeitraum. Die Raumansicht in easymed macht die bereits geplante Belegung sichtbar; die praktische Materialübergabe wird dazu kurz abgestimmt.
Notieren Sie im Plan eindeutige Raumbezeichnungen. Dieselben Begriffe werden anschließend in der Materialübersicht und im Kalender verwendet. Eine Vertretung soll erkennen können, welcher Bereich mit „Raum eins“ gemeint ist. Wenn verschiedene Personen denselben Ort unterschiedlich benennen, wird die gemeinsame Bezeichnung geklärt, bevor die reguläre Terminplanung darauf aufbaut.
Materialien nach ihrem tatsächlichen Vorbereitungsschritt ordnen
Für eine praktische Ausstattungskontrolle wählt das Team einige häufige organisatorische Vorbereitungen aus. Welche Gegenstände werden benötigt, wo stehen sie bereit und wer ergänzt fehlende Bestandteile? Die Übersicht erhält einen konkreten Ort je Materialgruppe. Eine allgemeine Angabe wie „im Schrank“ ist wenig hilfreich, wenn mehrere Schränke in unterschiedlichen Bereichen stehen.
Lassen Sie eine weitere Person die Vorbereitung nach dieser Übersicht durchführen. Sie zeigt, welche Angaben auffindbar sind und wo sie nachfragen muss. Ein unnötiger Suchweg wird am betreffenden Lagerort oder an der Bezeichnung verbessert. Die Entscheidung folgt der beobachteten Aufgabe und dem fachlich beziehungsweise organisatorisch geklärten Rahmen.
Für selten benötigte Materialien wird ebenfalls ein verständlicher Weg festgehalten. Sie müssen nicht zwangsläufig am häufigsten genutzten Platz liegen. Entscheidend ist, dass die zuständige Person den vorgesehenen Ort findet und rechtzeitig für den konkreten Termin vorbereiten kann. So bleibt die Materialorganisation mit Ihrem tatsächlich geplanten Angebot verbunden.
Eine veränderte Arbeitszeit mit der Raumplanung abgleichen
Eine Fachkraft möchte ihren bisherigen Vormittag in einen Nachmittagszeitraum verlegen. Betrachten Sie dafür im Kalender von easymed die bereits geplanten Termine und die Raumbelegung am Nachmittag. Hinterlegen Sie die vereinbarten Arbeitszeiten und planen Sie neue Termine passend zu den verfügbaren Räumen. Die konkreten Raumvoraussetzungen beziehen Sie auf die künftig gleichzeitig tätigen Personen.
Der Empfang und die behandelnden Personen arbeiten mit demselben aktualisierten Kalender. Die Materialübergabe bekommt ebenfalls den neuen Bezug. Vereinbaren Sie kurz, welches Material am Nachmittag bereitstehen soll und wer es vorbereitet.
Der gemeinsame Kalender zeigt die Zeiten und die Raumbelegung für den geänderten Tag. Besondere Hinweise zu einem Patienten ergänzen Sie in dessen Akte.
Den Grundriss bei einer späteren Änderung nachvollziehbar halten
Wenn ein Bereich umgestaltet wird, aktualisieren Sie die zugehörige Beschreibung und Materialzuordnung gemeinsam. Eine neue Zeichnung neben einer unverändert alten Ausstattungsliste erklärt den aktuellen Stand unvollständig. Die Person, die Rückfragen zur Planung beantwortet, muss erkennen können, welche Fassung geprüft wurde und welcher Punkt noch offen ist.
Benennen Sie bei einer Rückfrage zur Lieferung den betroffenen Raum mit derselben Bezeichnung wie im Plan. Die zuständige Person erkennt dadurch, wohin der Gegenstand vorgesehen ist. Eine geänderte Aufstellung wird mit ihrem organisatorischen Zweck festgehalten, bevor die nächste Materialvorbereitung auf der bisherigen Anordnung aufbaut.
Verwenden Sie für den nächsten Termin den aktuellen Plan und die dazu passende Materialübersicht. Die Fachkraft findet dort den Vorbereitungsort; im gemeinsamen Kalender von easymed steht die vorgesehene Raumbelegung. Die passenden Informationen zum Patienten liegen in seiner Akte bereit.
Ändert sich eine Voraussetzung, auf der die Zulassung beruht, ist die zuständige Arbeitsgemeinschaft nach § 124 Absatz 2 SGB V nach § 11 Absatz 4 des Ergotherapievertrags grundsätzlich vor der Änderung zu informieren. Bei unvorhersehbaren Ereignissen erfolgt die Meldung unverzüglich nach Kenntnisnahme. Beziehen Sie die Meldung auf die konkrete Änderung und führen Sie anschließend die aktuelle Raumskizze und Inventarübersicht weiter.
Mit easymed wird aus der geplanten Woche ein gemeinsamer Tagesplan: Kalender und Raumansicht zeigen die Belegung, und Ihr Team kann Änderungen gemeinsam einordnen. Die Ausstattung und Materialvorbereitung ordnen Sie den Terminen zu. Lernen Sie die Kalender- und Raumansicht von easymed kennen, um Ihre Beispielwoche übersichtlich durchzugehen.