Zum Inhalt
Team und Zusammenarbeit

Feedback am Empfang: Rückrufe klar absprechen

Ein Anrufversuch ist noch keine beantwortete Terminfrage. So führen Sie kritisches Feedback am Empfang konkret, hören die Sicht der Mitarbeiterin an und vereinbaren die nächste Zuständigkeit.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Zwei Frauen führen ein ruhiges Gespräch an einem kleinen Tisch in einem Praxisbüro.

Ein gutes Feedbackgespräch am Empfang knüpft an eine konkrete Aufgabe an: Was wurde erledigt, was blieb offen und was braucht die nächste Kollegin? easymed verbindet den Teamkalender mit der Patientenakte. Vom Termin aus erreicht das Team die zugehörige Akte; Befunde, Verlauf und Dokumente bleiben beim Patienten zusammen. So findet der Empfang den Terminbezug wieder, während die Rückrufabsprache im Team gemeinsam geklärt wird.

Im folgenden Rückrufbeispiel war bis zwölf Uhr eine Antwort zugesagt. Die Mitarbeiterin hatte rechtzeitig angerufen, die Patientin aber nicht erreicht. Der Eintrag „erledigt“ wurde danach unterschiedlich verstanden. Das Gespräch klärt diese einzelne Lücke und führt zu einer kurzen gemeinsamen Absprache. Ihr Team kann damit direkt weiterarbeiten.

Den beobachteten Rückruffall vor dem Gespräch klären

Im Beispiel war der Rückruf bis zwölf Uhr zugesagt. Um 11:15 Uhr wurde angerufen, die Patientin ging nicht ans Telefon. Der Vorgang erhielt anschließend den Stand „erledigt“. Die nächste Kollegin verstand das als beantwortete Terminfrage und plante keinen weiteren Versuch ein. Diese Abfolge ist der konkrete Anlass für das Gespräch.

Beispiel: Der Anrufversuch beantwortet die Frage noch nicht
Um 11:15 Uhr wird erfolglos angerufen und der Eintrag geschlossen; die bis 12 Uhr zugesagte Antwort bleibt im Beispiel offen. 1Bis 12 UhrRückmeldungzugesagt211:15 UhrAngerufenNicht erreicht3Eintrag„erledigt“Frage offenDer Gesprächsanlass: offener Rückruf
Um 11:15 Uhr wird erfolglos angerufen und der Eintrag geschlossen; die bis 12 Uhr zugesagte Antwort bleibt im Beispiel offen.

Nehmen Sie den bekannten Vorgang als Ausgangspunkt und fragen Sie nach der noch fehlenden Information. Eine Patientin kann auf ihre Antwort warten, obwohl die Mitarbeiterin bereits angerufen hat. Entscheidend ist, den ausgeführten Versuch und das offene Anliegen gemeinsam zu verstehen. Sie brauchen dafür eine konkrete Beobachtung und die Sicht der beteiligten Mitarbeiterin.

Besprechen Sie persönliches Feedback in einem ruhigen Moment außerhalb des laufenden Empfangskontakts. Zuerst erhält die offene Terminfrage ihren passenden Anschluss; danach können Sie das Gespräch in Ruhe führen. Beide wissen dann, welche Situation gemeint ist. Der vertrauliche Rahmen macht es leichter, eine unterschiedliche Auffassung ohne Publikum zu erklären.

Das Gespräch mit einer konkreten Frage öffnen

Beschreiben Sie Situation, beobachtbaren Schritt und Wirkung, dann fragen Sie nach der Sicht der Mitarbeiterin. Das Center for Creative Leadership beschreibt diese Reihenfolge als Situation, beobachtetes Verhalten und Wirkung (SBI). Im Beispiel kann der Einstieg lauten: „Beim Rückruf um 11:15 Uhr haben Sie angerufen, die Patientin aber nicht erreicht. Danach stand der Vorgang auf erledigt; die nächste Kollegin sah keinen offenen Rückruf mehr. Was haben Sie in dem Moment unter erledigt verstanden?“

Im Beispiel verstand die Mitarbeiterin „erledigt“ als ausgeführten Anruf und erwartete einen Rückruf der Patientin. Die nächste Kollegin las den Eintrag als abgeschlossenen Kontakt. Die Frage macht beide Lesarten sichtbar, ohne eine zu unterstellen. Hören Sie erst zu, dann klären Sie, welche Ergebnisangabe künftig gebraucht wird.

Fragen Sie, welche Absprache bisher bekannt war. War ein nächster Versuch vereinbart oder sollte die nächste Kollegin übernehmen? Aus der Antwort ergibt sich, was das Team für diesen Empfangsweg braucht. Bleiben Sie bei Terminfrage und Übergabe. So arbeitet die Mitarbeiterin an einer klaren Aufgabe mit.

Die Wirkung ohne persönliche Bewertung beschreiben

Beschreiben Sie die Folge des Eintrags: Die folgende Kollegin sah keinen offenen Rückruf mehr, während die Patientin noch auf ihre Terminantwort wartete. Damit wird verständlich, weshalb die Absprache ergänzt werden soll. Die Aussage behandelt einen Arbeitsschritt und seine Wirkung.

Anerkennen Sie zugleich, was bereits getan wurde: „Sie haben rechtzeitig angerufen. Für die Kollegin war anschließend wichtig zu wissen, dass die Patientin noch nicht erreicht war.“ Die Mitarbeiterin hört dadurch eine konkrete Rückmeldung zu ihrer Aufgabe. Eine persönliche Bewertung wie „unzuverlässig“ würde die unklare Bedeutung des Eintrags dagegen nicht erklären.

Fragen Sie auch, ob andere Empfangsaufgaben, die Schichtübergabe oder die verfügbare Bearbeitungszeit eine Rolle gespielt haben. Die neue Vereinbarung soll in den tatsächlichen Ablauf passen. Ziel ist eine kurze Absprache, die im Empfangsalltag verwendbar ist.

Versuch, Kontakt und offene Aufgabe auseinanderhalten

Ein Rückrufversuch ist der ausgeführte Anruf. Ein erreichtes Gespräch ist der Kontakt mit der passenden Person. Die beantwortete Terminfrage ist das Ergebnis. Auch nach einem Gespräch kann ein Punkt offen sein, etwa wenn die Patientin später zwischen zwei angebotenen Zeiten wählen möchte. Der Abschluss richtet sich nach der vereinbarten Aufgabe.

Nach 11:15 Uhr lautet der verständliche Stand im Beispiel: „Angerufen, nicht erreicht; Terminfrage offen.“ Der nächste Schritt ist ein vereinbarter erneuter Versuch oder die bestätigte Übernahme durch eine Kollegin. Für die Übergabe reichen die Information zum Versuch, das Ergebnis, die offene Frage und die zuständige Person. Die kurze Information bleibt im vorgesehenen geschützten Praxisvorgang bei der Aufgabe. Die nächste Person kann damit sofort anknüpfen.

Versuch, Ergebnis, offene Frage und Zuständigkeit zusammenführen
Versuch, Ergebnis, offene Terminfrage und Zuständigkeit zusammenführen Versuch gemacht11:15 Uhr?Nicht erreichtTerminfrage offenNächster SchrittZuständigkeit klären
Im Beispiel ist der Anruf ausgeführt, die Terminfrage noch offen und eine Person für den nächsten Schritt vereinbart.

In easymed öffnen Sie vom Termin aus die zugehörige Patientenakte. Der gemeinsame Kalender zeigt Behandler und anstehende Termine. Das führt den Empfang zum passenden Zusammenhang, während das Team die Bedeutung von „erledigt“ selbst vereinbart. Danach lässt sich die Zuständigkeit für die offene Terminfrage klar festlegen.

Eine machbare neue Absprache gemeinsam formulieren

Die Mitarbeiterin schlägt vor, nach erfolglosem Versuch das Ergebnis und die offene Frage kurz zu benennen. Die Leitung ergänzt die Zuständigkeit für die weitere Bearbeitung. Beide vereinbaren: Ein Anrufversuch wird mit seinem Ergebnis festgehalten; die Terminfrage bleibt offen, bis sie beantwortet ist.

Eine einfache Formulierung reicht: „Nicht erreicht; ich übernehme den nächsten Versuch.“ Bei einer Übergabe wird die Übernahme kurz abgestimmt. So kennt die folgende Kollegin den Anschluss. Ein organisatorischer Rückruf braucht dafür keine umfangreiche Gesprächsdokumentation. Wichtig ist die Information, mit der die nächste Bearbeitung möglich wird.

Wenn eine zugesagte Rückmeldung nicht zur tatsächlichen Empfangsbesetzung passt, stimmen Sie rechtzeitig eine machbare Rückmeldezeit und die zuständige Person ab. Teilen Sie der Patientin eine geänderte Zeit mit, sobald Sie sie vereinbart haben.

Unterstützung an der tatsächlichen Schwierigkeit ansetzen

Fehlt der Mitarbeiterin die Orientierung zum Termin, zeigen Sie den passenden Suchweg. Wird „erledigt“ unterschiedlich verstanden, klären Sie den Begriff. Sind mehrere Rückrufe gleichzeitig zugesagt und fehlt Bearbeitungszeit, passen Sie die Planung an. Jede dieser Situationen erhält die Unterstützung, die tatsächlich weiterhilft.

Drei Schwierigkeiten brauchen verschiedene Unterstützung
Suchweg, gemeinsame Bedeutung und Bearbeitungsplanung werden an der tatsächlich erkannten Schwierigkeit angesetzt. Passende UnterstützungTermin nichtgefundenSuchweg zeigen„Erledigt“anders gelesenBegriff klärenViele Rückrufezu wenig ZeitPlanung prüfen
Suchweg, gemeinsame Bedeutung und Bearbeitungsplanung werden an der tatsächlich erkannten Schwierigkeit angesetzt.

Eine neue Vertretung profitiert besonders vom gemeinsamen Kalenderbezug in easymed. Vom Termin aus kann sie die zugehörige Patientenakte öffnen und die benötigten Angaben im selben Praxisablauf aufrufen. Ergänzen Sie dazu die kurze Empfangsabsprache, wer eine offene Frage übernimmt. Softwareorientierung und klare Zusammenarbeit greifen dadurch ineinander.

Die Leitung übernimmt ihren Anteil ebenfalls: Sie erläutert die gemeinsame Bedeutung, sorgt für einen erreichbaren Kontakt bei Terminentscheidungen oder passt eine unpraktische Übergabe an. Die allgemeine Arbeitsabsprache kann im Team geteilt werden. Das persönliche Feedbackgespräch bleibt bei den Beteiligten.

Die nächste Anwendung mit derselben Frage prüfen

Beim nächsten vergleichbaren Rückruf zeigt sich die Veränderung im normalen Arbeitsablauf. Die Kollegin liest, dass bereits angerufen wurde, und erkennt die noch offene Terminfrage. Sie kann den vereinbarten nächsten Schritt übernehmen. Benennen Sie diesen gelungenen Anschluss kurz im Gespräch.

Bleibt eine konkrete Lücke, klären Sie genau diese. Vielleicht ist die zuständige Person genannt, aber die Übernahme noch nicht abgestimmt. Dann ergänzen Sie die Übergabe. Für einen funktionierenden Rückrufweg braucht das Team einen verständlichen Stand und einen erreichbaren nächsten Kontakt.

Konstruktives Feedback am Praxisempfang führt so zu einer kleinen, hilfreichen Veränderung. Sie verstehen den Fall gemeinsam, würdigen die geleistete Arbeit und vereinbaren den passenden Anschluss. easymed liefert den verbundenen Patienten- und Terminkontext, auf dem Ihr Empfang im Alltag aufbauen kann.

Häufige Fragen

Wie beginne ich ein kritisches Feedbackgespräch am Empfang?

Nennen Sie den konkreten Anlass und fragen Sie nach der Sicht der Mitarbeiterin: Der Rückruf stand auf erledigt, die Terminfrage blieb offen – wie ist der Kontaktversuch abgelaufen? Hören Sie die Erklärung zunächst an. Besprechen Sie persönliches Feedback in einem ruhigen Moment außerhalb des laufenden Empfangskontakts.

Wie beschreibe ich die Wirkung ohne persönlichen Vorwurf?

Verbinden Sie den Arbeitsschritt mit seiner Folge. Im Beispiel sah die nächste Kollegin keinen offenen Rückruf mehr, während die Patientin noch wartete. Anerkennen Sie zugleich den rechtzeitigen Anruf. Für den nächsten Schritt hilft die konkrete Information, dass die Patientin noch nicht erreicht war.

Wann ist eine Rückrufaufgabe erledigt?

Der Abschluss richtet sich nach der vereinbarten Aufgabe. Ein Anrufversuch, ein erreichtes Gespräch und eine beantwortete Terminfrage sind unterschiedliche Schritte. Nach dem erfolglosen Versuch um 11:15 Uhr bleibt im Beispiel die Terminfrage offen. Benennen Sie das Ergebnis und vereinbaren Sie, wer den nächsten Versuch übernimmt.

Welche Unterstützung hilft bei einer unklaren Rückrufabsprache?

Setzen Sie an der konkreten Lücke an: den passenden Suchweg zeigen, die gemeinsame Bedeutung von erledigt klären oder die Planung bei mehreren zugesagten Rückrufen anpassen. Die Leitung übernimmt ihren Anteil an der neuen Absprache. Bei einem späteren Rückruf wird der gelungene Anschluss im normalen Arbeitsablauf sichtbar.

← Alle Blogartikel

Passend zu Ihrem Thema