Zum Inhalt
Praxisgründung und Wachstum

Logopädie-Praxisräume planen: Raumgröße und Teamzeiten

Die GKV-Raumgrößen für Logopädie hängen auch von überschneidenden Arbeitszeiten ab. So planen Sie Grundriss, Ausstattung und Teambelegung mit easymed.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Logopädinnen stimmen die Nutzung ihrer Praxisräume miteinander ab.

Für eine GKV-zugelassene Logopädiepraxis nennt die Zulassungsanlage mindestens einen Behandlungsraum mit 20 m². Für jeden weiteren Leistungserbringer, dessen Arbeitszeiten sich mit denen anderer in der Praxis überschneiden, ist ein zusätzlicher Behandlungsraum mit mindestens 12 m² vorgesehen. easymed bündelt Teamtermine und Räume im gemeinsamen Kalender; Sie gleichen die sichtbaren Zeitfenster mit dem Grundriss und den GKV-Raumvorgaben ab.

Die GKV-Mindestflächen anhand der Arbeitszeiten planen

Die aktuelle GKV-Übersicht für Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie führt den Vertrag ab 1. Mai 2026 und dessen Anlage 5 zur Zulassung auf. Die verlinkte Anlage 5 trägt den Stand 15. März 2021; die GKV-Übersicht führt sie als Anlage des dort veröffentlichten aktuell gültigen Vertrags. In der Anlage 5 stehen die konkreten Raummaße: ein Behandlungsraum mit mindestens 20 m²; für jeden zusätzlichen gleichzeitig tätigen Leistungserbringer ein weiterer Behandlungsraum mit mindestens 12 m². Dieser zusätzliche Raum ist nicht erforderlich, wenn sich die Arbeitszeiten der Leistungserbringer in der Praxis nicht überschneiden. Die Art des Beschäftigungsverhältnisses ist dabei unerheblich.

Planen Sie deshalb nicht nur anhand der Zahl der Teammitglieder oder ihrer Wochenstunden. Tragen Sie für jede behandelnde Person die tatsächlichen Arbeitszeitfenster in der Praxis ein und vergleichen Sie sie Tag für Tag. Zwei Teilzeitkräfte mit je 20 Wochenstunden können den Raum nacheinander nutzen oder mehrere Stunden gleichzeitig in der Praxis arbeiten. Für die Prüfung zählt die Überschneidung der Arbeitszeiten in der Praxis, nicht allein, ob zwei Patiententermine im Kalender nebeneinanderstehen.

Beschriften Sie im Grundriss jeden Behandlungsraum und notieren Sie seine Fläche. Legen Sie den Zeitplan daneben. So sehen Sie, welche Räume bei den vorgesehenen Teamzeiten gleichzeitig benötigt werden und wo ein anderer Wochenrhythmus die Nutzung nacheinander ermöglicht.

Weitere Raumbedingungen am Grundriss prüfen

Die Anlage 5 enthält auch Vorgaben zur Raumaufteilung. Behandlungsräume dürfen grundsätzlich keine Durchgangsräume sein. Eine Ausnahme gilt, wenn sich dahinter ausschließlich Räume befinden, die während der Therapie nicht für den Praxisbetrieb genutzt werden. Alle Räume müssen angemessen be- und entlüftbar sowie beheizbar und beleuchtbar sein. Für Behandlungsräume gilt im Bereich der Mindestfläche ein Richtwert von 2,40 m lichter Deckenhöhe. Prüfen Sie diese Punkte zusammen mit den Raumflächen, bevor Sie Ihre Aufteilung festlegen.

Ein Grundriss wird dabei zu einer praktischen Arbeitsunterlage: Markieren Sie Behandlungsräume, Empfang, Materialablagen, Türen und die Wege zwischen ihnen. Ein Raum kann die Mindestfläche erfüllen und trotzdem als Durchgangsraum ungeeignet sein. Die Skizze hilft, diese Eigenschaften von Anfang an gemeinsam zu betrachten.

Eine Praxisübernahme gesondert einordnen

Für den Kauf einer bereits zugelassenen Praxis aus dem Bereich Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie oder für eine Rechtsnachfolge nennt Anlage 5 einen Bestandsschutz im Hinblick auf die Praxisräume bis zum 31. Dezember 2041. Diese Regel bezieht sich auf die dort beschriebenen Übernahmefälle. Wenn Sie eine Praxis übernehmen möchten, klären Sie den konkreten Fall vor einer Raumentscheidung mit der zuständigen Arbeitsgemeinschaft Ihres Bundeslands. Der GKV-Spitzenverband nennt diese Arbeitsgemeinschaft als Stelle für Zulassungsanträge und Fragen zur Zulassung.

Raumbelegung einer Logopädiepraxis mit Teilzeitteam darstellen

Ein Beispiel: Am Montag arbeitet Person A von 8 bis 12 Uhr in der Praxis und Person B von 13 bis 17 Uhr. Die Zeiten überschneiden sich nicht. Am Dienstag arbeitet Person A von 8 bis 12 Uhr und Person B von 10 bis 14 Uhr; zwischen 10 und 12 Uhr sind beide gleichzeitig in der Praxis. Die gleiche Wochenstundenzahl kann damit unterschiedliche Anforderungen an die Raumplanung ergeben. Die Abbildung stellt nacheinander und gleichzeitig genutzte Zeitfenster gegenüber.

Ordnen Sie die wiederkehrenden Zeiten den Behandelnden und Räumen zu. In easymed zeigt der Teamkalender Tages-, Wochen- und Monatsansichten, eine Spalte je Behandler und auf Wunsch eine Raumansicht mit mehreren Plätzen. Serientermine bilden regelmäßige Arbeits- und Behandlungsmuster ab; Pufferzeiten halten Übergänge sichtbar. Das Team vergleicht den Plan mit dem Grundriss und entscheidet, welche Raumaufteilung zu den vorgesehenen Arbeitszeiten passt.

Zwei Zeitstreifen zeigen Arbeitszeiten zweier Leistungserbringer einmal ohne und einmal mit Überschneidung.
Für den zusätzlichen Raum zählt die Überschneidung der Arbeitszeiten in der Praxis, nicht nur die Zahl gebuchter Behandlungstermine.

Materialzugang in logopädischen Behandlungsräumen planen

Materialzugang beginnt beim Ablageort und endet am vorbereiteten Arbeitsplatz. Halten Sie häufig benötigte Materialien dort bereit, wo die nächste Behandlung stattfindet. Der Kalender zeigt, wann ein gemeinsam genutzter Raum frei ist und wann eine Vorbereitung davor stattfinden kann.

Material rechtzeitig am Arbeitsplatz bereitstellen
Material im belegten RaumGroßer RaumAndere Nutzung läuft bereitsBenötigtesMaterialMaterial für den nächsten Terminim zweiten Raum bereitlegen.Vorab bereitstellen oder einenanderen geeigneten Ablauf wählen.
Im Beispiel wird Material vor der laufenden Behandlung im großen Raum für den nächsten Termin im zweiten Raum bereitgelegt.

Ein Beispiel: Ein Material liegt im großen Raum, wird aber für den nächsten Termin im zweiten Raum benötigt. Im großen Raum findet dann bereits eine Behandlung statt. Legen Sie das Material vorher im zweiten Raum bereit oder wählen Sie einen geeigneten anderen Zugriff. Damit bleibt die laufende Behandlung ungestört und das Material ist rechtzeitig verfügbar.

Einen Logopädie-Grundriss nach Patientenwegen lesen

Eingang, Anmeldung, Orientierung und der vorgesehene Raum bilden den Ankunftsweg. Gleiche Bezeichnungen in der Ankunftsinformation und vor Ort machen ihn verständlich. Der Empfang findet den zugehörigen Termin im gemeinsamen Kalender und kann die Person zum passenden Raum begleiten.

Mit gleichen Raumnamen vom Eingang zum Termin
Ankunft mit klaren NamenEingangAnkunftsinformation lesenAnmeldungVereinbarten Termin findenVorgesehener RaumDieselbe Bezeichnung verwendenOrientierung im Gebäude undschriftliche Mitteilung verbinden.
Eingang, Anmeldung und vorgesehener Raum bilden einen verständlichen Weg mit übereinstimmenden Bezeichnungen.

Eine Person wird zum Termin gebracht und später von jemand anderem abgeholt. Benennen Sie dafür den Rückmeldeort am Empfang. Familienkontakte lassen sich in easymed dem Kind zuordnen; konkrete Absprachen zur Begleitung bleiben im jeweiligen Zusammenhang festgehalten. So ist die Übergabe verständlich, auch wenn inzwischen die nächste Behandlung begonnen hat.

Aufnahme- und Wiedergabegeräte am Arbeitsplatz nutzen

Zur Pflichtausstattung der Zulassungsanlage gehören störungsspezifisches Diagnostikmaterial, therapeutisches Material sowie eine technische Vorrichtung zum Aufnehmen und Wiedergeben von Stimme, Sprechen oder Sprache. Auch Aufbewahrungsmöglichkeiten für Patientenakten und Praxisunterlagen, die den Datenschutzanforderungen entsprechen, sind aufgeführt. Halten Sie deshalb im Grundriss und in der Materialplanung fest, wo diese Ausstattung gebraucht wird und welche Materialien gemeinsam genutzt werden.

Gerät und Patientenzusammenhang an beiden Arbeitsplätzen nutzen
Am ersten ArbeitsplatzGerät rechtzeitig verfügbarVorgesehene Nutzung durchführenErgebnis anschließend findenArbeitsort, Vorbereitung undUnterlagen verfügbar halten.Nach dem RaumwechselZugehörige Unterlagen nutzenGerät am anderen Ort vorbereitenErgebnis dort wiederfindenZugriff und Datenweg imPatientenzusammenhang nutzen.
Das Gerät wird am passenden Arbeitsplatz bereitgestellt. Zugehörige Unterlagen bleiben über die Patientenakte auch nach einem Raumwechsel verfügbar.

Stellen Sie das für die Behandlung vorgesehene Gerät am benötigten Arbeitsort bereit. Wird das Gerät zwischen Räumen verwendet, planen Sie auch den zweiten Standort mit dem nötigen Platz und Anschluss ein. In easymed werden Stammdaten, Verlauf, Dokumente und Notizen in der Patientenakte geführt; die Behandlungsdokumentation ist dem Termin zugeordnet und wird mit Textvorschlägen unterstützt. So bleibt der Patientenzusammenhang bei einem Raumwechsel zusammen, während das Team das Gerät weiterhin passend zum Arbeitsplatz einsetzt.

Über das Patientenportal können Patientinnen, Patienten oder Bezugspersonen Vorbefunde, Berichte und Audioaufnahmen bereitstellen. Die Unterlagen stehen anschließend in der Patientenakte für die weitere Arbeit zur Verfügung. Damit sind Geräteplanung und digitale Unterlagen jeweils dort berücksichtigt, wo sie den Ablauf im Raumwechsel unterstützen.

Eine veränderte Praxiswoche im gemeinsamen Kalender abbilden

Wenn sich Teamzeiten, Raumbelegung oder der Grundriss ändern, aktualisieren Sie die gemeinsame Planung an der Stelle, an der das Team seine Termine führt. Behalten Sie dieselben Raumnamen in Kalender, Grundriss und Orientierung bei. Prüfen Sie außerdem, ob die geänderten Arbeitszeiten neue Überschneidungen ergeben und welche Räume davon betroffen sind.

Mit easymed sehen Behandelnde und Empfang denselben Teamkalender mit Terminen, Räumen, Serien und Pufferzeiten. Die Praxis kann dadurch ihre tägliche Belegung ohne zusätzliche Raumlisten abstimmen. Raumflächen und Zulassungsbedingungen bleiben im Grundriss nachvollziehbar; der Kalender ergänzt dazu die tatsächlichen Teamzeiten.

Häufige Fragen

Welche Raumgrößen gelten für eine GKV-zugelassene Logopädiepraxis?

Für den ersten Behandlungsraum sind mindestens 20 m² vorgesehen. Für jeden zusätzlichen gleichzeitig in der Praxis tätigen Leistungserbringer kommt ein Raum mit mindestens 12 m² hinzu. Das gilt nicht, wenn sich die Arbeitszeiten in der Praxis nicht überschneiden; die Beschäftigungsform ist unerheblich.

Zählen Behandlungstermine oder die Arbeitszeiten des Teams?

Die Anlage 5 bezieht sich auf die Arbeitszeiten der Leistungserbringer in der Praxis. Vergleichen Sie deshalb die Zeitfenster, in denen die Teammitglieder dort arbeiten, und nicht nur die gebuchten Behandlungstermine oder die Wochenstundensumme.

Welche weiteren Raumbedingungen muss ich im Grundriss prüfen?

Behandlungsräume dürfen grundsätzlich keine Durchgangsräume sein. Eine Ausnahme gilt, wenn sich dahinter nur Räume befinden, die während der Therapie nicht für den Praxisbetrieb genutzt werden. Alle Räume müssen angemessen be- und entlüftbar sowie beheizbar und beleuchtbar sein. Für Behandlungsräume im Bereich der Mindestfläche gilt ein Richtwert von 2,40 m lichter Deckenhöhe.

Gilt Bestandsschutz, wenn ich eine Logopädiepraxis übernehme?

Anlage 5 nennt Bestandsschutz für die Praxisräume bis zum 31. Dezember 2041, wenn Sie eine bereits zugelassene Praxis aus dem Bereich Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie kaufen oder die Praxis im Wege der Rechtsnachfolge übernehmen. Klären Sie die konkrete Übernahmesituation mit der zuständigen Arbeitsgemeinschaft Ihres Bundeslands.

Welche Ausstattung gehört laut Zulassungsanlage in eine Logopädiepraxis?

Aufgeführt sind störungsspezifisches Diagnostikmaterial, therapeutisches Material, eine Vorrichtung zum Aufnehmen und Wiedergeben von Stimme, Sprechen oder Sprache sowie datenschutzgeeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten für Patientenakten und Praxisunterlagen. Planen Sie die passenden Ablage- und Arbeitsplätze mit ein.

Wie hilft easymed bei der Raumplanung einer Logopädiepraxis?

easymed zeigt Termine je Behandler und auf Wunsch je Raum in einem Teamkalender. Serien und Pufferzeiten machen wiederkehrende Belegungen und Übergänge sichtbar. Das Team kann so die geplanten Arbeitszeiten mit dem Grundriss vergleichen und sieht den abgestimmten Kalenderstand auch am Empfang.

← Alle Blogartikel

Passend zu Ihrem Thema