„Wie stark ist der Schmerz beim Treppensteigen?“ Eine NRS-Angabe wird im Verlauf verständlich, wenn die Zahl neben der tatsächlich gestellten Frage, der beschriebenen Situation und dem Zeitpunkt steht. Notieren Sie außerdem, ob die Person eine aktuelle Situation, eine bestimmte Tätigkeit oder einen Zeitraum bewertet. So kann das Team beim Folgetermin an dieselbe Rückmeldung anknüpfen.
In easymed stehen Befund und Verlauf beim jeweiligen Termin in der Patientenakte. Textvorschläge aus Ihren bisherigen Formulierungen können wiederkehrende Teile der Notiz unterstützen; Sie ergänzen die aktuelle Frage und die tatsächliche Patientenangabe. Die NRS erfasst dabei die berichtete Schmerzintensität. Was die Person im Alltag tun kann, ist eine eigene Information.
Die Skala als Patientenangabe verstehen
Eine häufig verwendete NRS-Schmerzskala umfasst elf Werte von null bis zehn. Null bedeutet keinen Schmerz, zehn den stärksten vorstellbaren Schmerz. Die IMMPACT-Empfehlungen für Studien zu chronischem Schmerz nennen diese Skala als Kernmaß und machen für den Vergleich auch die genaue Frage sichtbar: In ihrem Studienbeispiel geht es um die durchschnittliche Schmerzintensität der vergangenen 24 Stunden. Das ist ein Beispiel für einen festgelegten Bezugsrahmen, keine allgemeine Pflichtfrage für jeden Praxistermin.
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Erklären Sie die Frage verständlich. Sie können die aktuelle Situation, eine bestimmte Tätigkeit oder einen Zeitraum besprechen. Welche Frage fachlich geeignet ist, wählen Sie für den jeweiligen Behandlungsfall. Die Antwort erhält genau diesen Bezug in der Notiz.
Die IASP beschreibt Schmerz als persönliche Erfahrung und hält fest, dass die Aussage der betroffenen Person zu respektieren ist. Der Zahlenwert ist damit eine Patientenrückmeldung zur Schmerzintensität. Er ersetzt weder die Beschreibung der Alltagssituation noch weitere Befundinformationen.
Die Frage und Alltagssituation zusammen erfassen
Im ersten Gespräch berichtet eine Person über Beschwerden beim Treppensteigen. Im Folgetermin beantwortet sie eine Frage zur aktuellen Situation im Sitzen. Schreiben Sie den jeweiligen Anlass beim Wert dazu. „NRS, Treppensteigen“ und „NRS, aktuell im Sitzen“ führen die beiden Aussagen mit ihrem tatsächlich besprochenen Bezug.
Soll beim nächsten Termin das Treppensteigen erneut aufgegriffen werden, schließen Sie an die vorhandene Frage an. Hat sich die beschriebene Strecke, Belastung oder Situation verändert, halten Sie die passende Ergänzung fest. Eine kurze konkrete Beschreibung erklärt diese Änderung für das Team.
Wenn Sie zwei Werte vergleichen möchten, halten Sie die Frage und den zeitlichen Bezug möglichst gleich. „Wie stark ist der Schmerz gerade beim Treppensteigen?“ und „Wie stark war der Schmerz im Durchschnitt in den letzten 24 Stunden?“ beziehen sich auf verschiedene Erhebungen. Die zweite Formulierung fragt nach einem Zeitraum und nicht nach einer einzelnen Bewegung. Eine geänderte Frage ist möglich; notieren Sie den neuen Bezugsrahmen, damit die Veränderung beim Lesen auffällt.
Gemeinsame Formulierungen machen die Erhebung im Verlauf übersichtlich. In easymed unterstützen Textvorschläge aus Ihren eigenen Formulierungen die Behandlungsdokumentation. Nutzen Sie eine passende Formulierung und ergänzen Sie die tatsächlich berichtete Zahl und Situation. Eine fachlich angepasste Notiz braucht dafür keinen langen Standardtext.
Den Zeitpunkt und die Situation erfassen
Der Verlaufseintrag gehört zum jeweiligen Termin. Beschreibt eine Person heute eine Erfahrung vom Vortag, halten Sie beide zeitlichen Bezüge fest: wann sie davon berichtet und auf welchen Zeitpunkt sich ihre Schilderung bezieht. Das lässt sich in einem kurzen Satz ausdrücken.
Diese Unterscheidung hilft beim nächsten Gespräch. Die Kollegin erkennt, dass die frühere Situation gemeint war, und kann daran anknüpfen. Eine später eingegangene Rückmeldung wird so verständlich in den Verlauf eingeordnet.
Eigene Beobachtungen ergänzen Sie als solche. Eine Patientenangabe zur Intensität und Ihr eigener Befund können nebeneinanderstehen, während ihre Herkunft lesbar bleibt. Die gemeinsame Akte führt diese Informationen zum selben Termin zusammen.
Verlauf und Alltag gemeinsam betrachten
Angenommen, zwei Angaben lauten jeweils fünf. Eine bezieht sich auf den Weg zur Arbeit, die andere auf einen Moment in Ruhe. Die gleiche NRS-Zahl beschreibt damit zwei unterschiedliche Alltagssituationen. Lesen Sie den Zahlenwert jeweils mit der zugehörigen Notiz.
Der Wert allein zeigt nicht, welche Aktivität gelingt. In den IMMPACT-Empfehlungen für Schmerzstudien sind Schmerzintensität und körperliche Funktion eigene Ergebnisbereiche; beide können sich unterschiedlich entwickeln. Wenn für die Behandlung etwa das Treppensteigen wichtig ist, halten Sie neben der NRS-Antwort konkret fest, was die Person zu dieser Tätigkeit berichtet. Eine mögliche Vergleichsfrage lautet: „Wie stark war der Schmerz auf der üblichen Treppe?“ Ergänzen Sie getrennt, wie die Person die Bewegung bewältigt, etwa ob sie eine Pause einlegt oder sich am Geländer festhält. So bleiben Schmerzangabe und Alltagsfunktion unterscheidbar.
Für einen beabsichtigten Vergleich verwenden Sie möglichst vergleichbare Fragestellungen. Wenn Sie den Bezugsrahmen fachlich ändern, dokumentieren Sie die Änderung. Das Team kann dadurch nachvollziehen, welche Aussagen miteinander verglichen werden und an welcher Stelle ein neuer Bezug beginnt.
Die Auswirkungen im Alltag und die weiteren Befundinformationen helfen bei der fachlichen Einordnung. Ein einzelner Zahlenunterschied wird im Gesamtfall betrachtet. Die behandelnde Person ordnet die Rückmeldung zusammen mit der beschriebenen Tätigkeit und den weiteren Befunden ein.
Eine Antwort ohne Zahlenwert nachvollziehbar erhalten
Nennt eine Person keinen entsprechenden Zahlenwert, halten Sie fest, dass keine NRS-Zahlenangabe vorliegt. Eine vorhandene Beschreibung wird als Beschreibung dokumentiert. Die fehlende Zahl ist nicht der Wert null: Null bezeichnet ausdrücklich keinen Schmerz im erfragten Bezug.
Bei fehlender Zahlenangabe wird der passende weitere Erhebungsweg geklärt.
Im Gespräch kann die Person beispielsweise eine Alltagssituation schildern, ohne sie in die Zahlenreihe einzuordnen. Diese Schilderung bleibt für den Verlauf nutzbar. Sie wählen den fachlich passenden weiteren Erhebungsweg und vermerken die dazugehörige Frage oder Vereinbarung.
Die Information darf knapp sein. Entscheidend ist, dass eine Kollegin einen genannten NRS-Wert von einer Antwort ohne Zahlenwert unterscheiden kann. So schließt sie im nächsten Kontakt an den tatsächlichen Stand an und muss keine vermeintlich vorhandene Zahl rekonstruieren.
NRS-Angaben in der gemeinsamen Patientenakte nutzen
Vor dem Folgetermin liest eine berechtigte Vertretung den früheren Wert mit Frage, Situation und Erfassungszeitpunkt. Sie findet außerdem die dazugehörige Beschreibung und Ihre fachliche Einordnung. Die frühere Rückmeldung lässt sich damit aus dem vorhandenen Verlauf verstehen.
Die Praxissoftware für Physiotherapie von easymed verbindet Patientenakte, Kalender und Behandlungsdokumentation. Rechte je Mitarbeiter regeln, welche Bereiche gesehen und bearbeitet werden dürfen. Die zuständige Kollegin ergänzt ihre aktuelle Erhebung direkt beim nächsten Termin.