Vor der Eröffnung einer Physiotherapiepraxis kann die Liste möglicher Softwarefunktionen schnell wachsen. Damit der erste Praxistag überschaubar bleibt, legen Sie zuerst fest, welche Aufgaben dann verständlich funktionieren müssen und woran Sie das Ergebnis erkennen.
easymed verbindet dafür den Teamkalender, Patientenakten und die Behandlungsdokumentation je Termin. Im Probetag können Sie einen Kontakt vom Termin über die Aufnahme bis zur Verlaufsnotiz verfolgen. Das Team legt weiterhin Zuständigkeiten, benötigte Angaben und fachliche Inhalte fest; die Software stellt die Arbeitsbereiche für diesen Ablauf bereit.
Den ersten Arbeitstag als Ausgangspunkt nehmen
Beschreiben Sie einen typischen Tag Ihrer geplanten Praxis. Welche Termine liegen vor? Welche Angaben werden für die Aufnahme benötigt? Welche Dokumentation folgt nach einer Sitzung? Welche organisatorischen Rückfragen könnten auftreten?
Ordnen Sie danach jede Aufgabe einer Rolle zu und notieren Sie vier Dinge: den Auslöser, die benötigte Information, das sichtbare Ergebnis und die Übergabe an den nächsten Arbeitsschritt. Für eine allein arbeitende Gründerin können dies verschiedene Hüte sein; in einer Praxis mit Team übernimmt eine zweite Person den Übergang. So wird die Startliste aus dem Arbeitsablauf abgeleitet und bleibt auch dann verständlich, wenn die Person wechselt.
Nehmen Sie einen normalen Tagesablauf als Grundlage. Seltene Sonderfälle können danach ergänzt werden. Wenn der erste Plan alle denkbaren zukünftigen Situationen enthält, wird die notwendige Vorbereitung schwer erkennbar.
Eine hilfreiche Startliste ist konkret genug, dass jemand anderes die Aufgabe nach einer kurzen Einweisung ausführen kann. „Kalender einrichten“ ist ein Arbeitspaket. „Die Vertretung erkennt nach einer Terminänderung, welcher Eintrag aktuell ist und was als Nächstes vorbereitet wird“ beschreibt das erwartete Ergebnis. Mit dieser Unterscheidung lässt sich jede Anforderung später in einer Probe bestätigen.
Termine und Änderungen verbindlich organisieren
Zum Start braucht Ihre Praxis einen nachvollziehbaren Terminstand. Definieren Sie verständliche Terminarten, vorgesehene Dauer und organisatorische Angaben wie den Arbeitsort. Legen Sie fest, wie neue Termine vereinbart und Änderungen vollständig abgeschlossen werden.
Eine Pflichtaufgabe könnte lauten: Eine andere Person kann aus dem Kalender die gültige Vereinbarung erkennen. Dieses Ergebnis lässt sich mit einem neutralen Beispiel testen. Die reine Möglichkeit, irgendeinen Eintrag anzulegen, ist weniger aussagekräftig.
Der easymed-Teamkalender bietet Tages-, Wochen- und Monatsansichten, Serientermine, Pufferzeiten und eine Spalte pro Behandler; bei mehreren Behandlungsplätzen können Räume zugeordnet werden. Prüfen Sie diese Bausteine anhand Ihrer geplanten Belegung: Ist die richtige Person zugeordnet? Bleibt die Vorbereitungszeit sichtbar? Kann die nächste Rolle den aktuellen Stand schnell erkennen? So testen Sie den Ablauf, den Sie tatsächlich einführen wollen.
Aufnahme und fehlende Informationen klären
Bestimmen Sie, welche Angaben vor oder beim ersten Termin notwendig sind. Benennen Sie den vorgesehenen Ablageort und die Zuständigkeit für ihre Pflege. Eine Kontaktänderung sollte beispielsweise in den gemeinsamen Informationsstand gelangen.
Legen Sie auch den Umgang mit fehlenden Angaben fest. Welche Information wird nachgefragt, wer übernimmt die Aufgabe und bis wann wird eine Antwort gebraucht? Die Startliste sollte diesen Ausnahmeweg enthalten, weil ein Erstkontakt nicht immer vollständig vorbereitet sein kann.
Die Patientenakte von easymed umfasst Stammdaten, Versicherung, Verlauf, Dokumente und Hinweise. Für die Probe genügt ein Beispielsatz aus den Angaben, die Ihre Praxis ohnehin benötigt. Prüfen Sie, ob die behandelnde Person den organisatorischen Stand am Termin findet und ob eine offene Rückfrage bei der zuständigen Rolle bleibt.
Testen Sie einen neutralen Aufnahmevorgang aus Sicht der nächsten Rolle. Kann die behandelnde Person den organisatorischen Stand verstehen? Ist erkennbar, was noch offen bleibt? So wird der Übergang von Aufnahme zu Sitzung praktisch geprüft.
Dokumentation mit einem klaren Abschluss versehen
Vereinbaren Sie eine kurze Grundstruktur für Verlaufsnotizen. Anliegen, Beobachtungen, durchgeführte Schritte und nächste Vereinbarungen sollten nachvollziehbar sein. Prüfen Sie vor dem Abschluss außerdem die Zuordnung zum richtigen Vorgang.
Bei der Behandlungsdokumentation in easymed werden Befund und Verlauf je Termin geführt; Textvorschläge können auf bisherigen Formulierungen aufbauen. Prüfen Sie im Probetag, ob eine Notiz beim richtigen Patienten und Termin landet und ob sie den Verlauf für die nächste Behandlung verständlich macht. Die fachliche Auswahl und Kontrolle des Inhalts bleibt beim behandelnden Team.
Für die Behandlungsakte verlangt § 630f BGB, dass sie in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Behandlung geführt wird und die fachlich wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse enthält. Bei elektronischen Änderungen muss der ursprüngliche Inhalt zusammen mit dem Änderungszeitpunkt erkennbar bleiben. Für GKV-Physiotherapie kommt die Verlaufsdokumentation je behandelter versicherter Person und die kontinuierliche Fortschreibung je Behandlungseinheit hinzu; das steht in § 3 Absatz 13 des aktuellen Physiotherapievertrags beim GKV-Spitzenverband. Verwenden Sie diese Anforderungen als konkrete Prüfpunkte für Ihren Dokumentationsablauf: Notiz zeitnah erfassen, dem Termin zuordnen und Änderungen nachvollziehbar halten.
Planen Sie die dafür benötigte Zeit im ersten Praxistag ein. Notieren Sie, wer eine ausstehende Ergänzung übernimmt und wie sie im vereinbarten Ablauf abgeschlossen wird.
Den administrativen Weg passend zum Startmodell prüfen
Beschreiben Sie den vorgesehenen Verwaltungs- und Abrechnungsweg Ihrer Praxis. Welche Information wird dafür aus den vorherigen Schritten benötigt? Welche Aufgaben erledigen Sie selbst und welche werden über einen weiteren vereinbarten Weg bearbeitet?
Wenn Sie gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten behandeln, gehört die Zulassung zum Startplan: Nach § 6 Absatz 1 des Physiotherapievertrags darf die Behandlung erst nach erteilter Zulassung oder Abrechnungsberechtigung beginnen. Benennen Sie dafür die verantwortliche Person und halten Sie fest, wo der bestätigte Status vorliegt. Diese organisatorische Voraussetzung ist Teil Ihrer Praxiseröffnung, nicht eine Einstellung in der Praxissoftware.
Prüfen Sie dann den Abschluss einer Musterbehandlung. Nach § 5 des Vertrags werden Leistung und Datum verständlich auf der Rückseite der Verordnung angegeben und vom Versicherten auf dem Verordnungsblatt bestätigt; Bestätigungen im Voraus oder Globalunterschriften sind unzulässig. Die Anlage 3a des Vertrags führt Datum, Maßnahme, Leistungserbringer und Unterschrift als Pflichtangaben im Bestätigungsfeld auf. Die digitale Verlaufsnotiz und dieser Bestätigungsschritt haben unterschiedliche Aufgaben und müssen im Teamablauf erkennbar bleiben.
Für die spätere Kassenabrechnung nennt § 302 SGB V unter anderem Art, Menge und Preis der Leistung, Behandlungstag, verordnende Arztnummer, Verordnung mit Diagnose und erforderliche Befundangaben. Legen Sie an einem Beispielvorgang fest, wer diese Informationen zusammenführt und wie der vollständige Fall an den gewählten Abrechnungsweg übergeht. Der GKV-Spitzenverband veröffentlicht den aktuellen Vertrag, seine Anlagen und Änderungen auf seiner Übersichtsseite Physiotherapie; dort ist auch die im Jahr 2025 vereinbarte Änderung der Vergütungsanlagen aufgeführt.
Die GKV-Abrechnung in easymed ist ein Zusatzmodul. Es kann Verordnung, Zuzahlung, Kassenrechnung und die Abrechnungsdatei für DMRZ, Optica, azh oder RZH abbilden; das jeweilige Rechenzentrum berechnet seine Leistung selbst. Wenn Sie dieses Modul zum Start nutzen möchten, ergänzen Sie die Übergabe in die Startprobe. Wenn Sie einen anderen Weg gewählt haben, notieren Sie, welche Informationen dort ankommen müssen.
Klären Sie wesentliche Voraussetzungen vor dem Start. Ein zukünftiger Erweiterungswunsch darf nicht mit einer Aufgabe verwechselt werden, die bereits am ersten Tag gebraucht wird. Notieren Sie offene Fragen mit ihrem konkreten Bezug zum geplanten Vorgang. Legen Sie zugleich fest, vor welchem Startschritt die Antwort benötigt wird.
Erweiterungen getrennt und bewusst planen
Führen Sie eine zweite Liste für später gewünschte Aufgaben. Notieren Sie, welches neue Angebot oder welche Teamveränderung den Bedarf auslösen würde. Ergänzen Sie eine zuständige Person und die zunächst benötigte Information. Ein Wunsch nach einem weiteren Arbeitsort braucht beispielsweise Angaben zur geplanten Zusammenarbeit, bevor die organisatorischen Anforderungen sinnvoll geprüft werden können. Dadurch bleibt die spätere Entwicklung berücksichtigt, ohne die erste Einführung zu überladen.
Prüfen Sie die Pflichtaufgaben mit einem vollständigen neutralen Probetag. Jede notwendige Aufgabe erhält ein nachvollziehbares Ergebnis oder eine konkrete noch zu klärende Frage. Eine gute Startliste macht sichtbar, wann Ihre digitale Praxisorganisation für die erste Arbeitsphase vorbereitet ist und worauf spätere Erweiterungen aufbauen können.
Die Startliste an einem vollständigen Probetag prüfen
Für die Eröffnung bereiten Sie drei neutrale Termine vor: einen vollständig vorbereiteten Erstkontakt, einen Folgetermin und eine Anfrage mit einer noch fehlenden organisatorischen Angabe. Der Probetag beginnt bei der Terminübersicht. Die zuständige Person soll erkennen, wer kommt, wo der Kontakt stattfindet und welcher vorbereitende Schritt noch offen ist.
Danach wird die Aufnahme des ersten Falls bearbeitet. Die behandelnde Rolle findet die benötigten Angaben und erstellt eine geeignete Beispielnotiz. Der administrative Anschluss wird anschließend nach Ihrem vorgesehenen Startmodell betrachtet. Jeder Bereich erhält damit eine nachvollziehbare Arbeitsaufgabe, die am ersten Praxistag tatsächlich gebraucht wird.
Beim dritten Fall wird die fehlende Angabe bewusst offen gehalten. Benennen Sie die zuständige Person und den nächsten Rückfrageweg. So prüft die Startliste auch einen normalen Ausnahmefall. Eine Praxisgründung enthält nicht nur ideal vorbereitete Vorgänge; das Team braucht einen verständlichen Umgang mit unvollständiger Information.
Schließen Sie den Probetag mit der Vorbereitung des folgenden Morgens ab. Welche zugesagte Rückmeldung bleibt offen und welche Angabe wurde inzwischen ergänzt? Die nächste Rolle soll beides im gemeinsamen Vorgang finden. Dadurch wird die Fortsetzung über den einzelnen Testtermin hinaus geprüft.
Eine Zusatzidee nach ihrem tatsächlichen Startbedarf bewerten
Während der Vorbereitung entsteht vielleicht der Wunsch nach einer weiteren öffentlichen Terminart. Fragen Sie, ob dieses Angebot bereits zum Eröffnungsmodell gehört und welche Voraussetzungen bestätigt sind. Ist der Einsatz für später vorgesehen, erhält er einen eigenen Vorbereitungsschritt. Die Startliste konzentriert sich weiter auf die schon geplanten Kontakte.
Anders liegt der Fall, wenn eine zusätzliche Angabe für einen der ersten Termine erforderlich ist. Dann gehört die passende Klärung in die aktuelle Liste. Die Priorität richtet sich damit nach dem konkreten Ablauf und seinem Zeitpunkt. Ein attraktiver Funktionsname allein erklärt nicht, wann die Praxis ihn braucht.
Woran erkennt eine zweite Person die Einsatzbereitschaft?
Lassen Sie eine berechtigte Vertretungsrolle den Probetag nach der Einweisung selbst durchführen. Sie erklärt den gültigen Terminstand, findet die Aufnahmeangaben und benennt die nächste offene Aufgabe. Muss die Gründerin jeden Übergang aus dem Gedächtnis ergänzen, fehlt eine Information in der gemeinsamen Arbeitsgrundlage.
KI Generiert
Die beobachteten Fragen werden passenden Aufträgen zugeordnet. Ein Einrichtungsproblem braucht einen technischen oder organisatorischen Schritt. Eine Bedienfrage erhält eine gezielte Erklärung und eine erneute Probe. Eine noch ungeklärte fachliche Voraussetzung wird von der zuständigen Person bestätigt.
Ein guter Abschluss ist eine kurze Startliste mit Ergebnis, zuständiger Rolle und Übergabe für jede Pflichtaufgabe. So bleibt der erste Praxistag auf den geplanten Praxisbetrieb zugeschnitten, während spätere Anforderungen an ihrem tatsächlichen Auslöser weitergeplant werden können.