Eine Physiotherapiepraxis einzurichten heißt, Räume, Arbeitsplätze und Material auf das geplante Behandlungsangebot abzustimmen. Prüfen Sie zuerst, welche Therapieflächen Sie brauchen, und planen Sie danach die Wege für Ankunft, Dokumentation und Material. Wenn Sie Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen möchten, nennt die aktuell veröffentlichte Anlage 5 des GKV-Spitzenverbands konkrete Anforderungen an Fläche und Ausstattung. easymed verbindet Empfang und Behandlung über denselben Teamkalender und die zugehörige Patientenakte. Die Software läuft im Browser; berechtigte Mitarbeitende greifen an den passenden Arbeitsplätzen auf denselben Datenbestand zu.
Beginnen Sie mit drei Situationen: Eine neue Person kommt an, während ein Termin abgeschlossen wird. Eine Behandlung wird dokumentiert, obwohl im Raum weitere Aufgaben laufen. Ein Arbeitsmittel wird nach seiner Nutzung für den nächsten Kontakt vorbereitet. An diesen Beispielen lassen sich Empfang, Dokumentationsplatz und Materialablage passend zu Ihrem Praxisstart planen.
Arbeitsbereiche nach ihren Aufgaben einrichten
Am Empfang stehen Kalender, Terminwünsche und organisatorische Angaben im Mittelpunkt. Die behandelnde Person braucht Befund, Verlauf und die Dokumentation zum jeweiligen Termin. In easymed liegen Stammdaten, Versicherung, Verlauf, Dokumente und Hinweise in der Patientenakte; Rechte je Mitarbeiter bestimmen die nutzbaren Bereiche. So können Empfang und Behandlung dieselben aktuellen Angaben dort aufrufen, wo sie gebraucht werden.
Richten Sie jeden Platz für seine wichtigste Tätigkeit ein. Ein kurzer Kalenderblick am Tresen braucht andere Arbeitsfläche als das konzentrierte Schreiben eines längeren Eintrags. Bildschirm, Tastatur und Sitzplatz sollten direkt erreichbar sein. Halten Sie häufig genutzte Formulare, Stifte und Telefonzubehör so bereit, dass sie den Empfangsweg nicht verengen.
Eine Information wird bei der betreffenden Person festgehalten und kann von berechtigten Mitarbeitenden dort verwendet werden. Das kann lose Zettel zwischen Empfang und Behandlungsraum vermeiden. Für organisatorische Rückfragen beziehen Sie sich auf die bereits vorhandenen Angaben in der Patientenakte.
Ausstattung vom tatsächlichen Angebot ableiten
Ihre vorgesehenen Behandlungen bestimmen den Bedarf an Räumen und Arbeitsmitteln. Die fachlich verantwortlichen Personen wählen die Ausstattung für das konkrete Angebot. Ordnen Sie danach jedem Gegenstand einen Einsatzort und einen Platz nach der Nutzung zu. Zeichnen Sie Liegen, Geräte, Ablageflächen und freie Bewegungsbereiche in den Grundriss ein, bevor Sie Möbel und Ausstattung fest bestellen.
Für eine Zulassung zur Versorgung gesetzlich Versicherter braucht die Physiotherapiepraxis laut Anlage 5 insgesamt mindestens 23 Quadratmeter Therapiefläche: einen Behandlungsbereich mit mindestens 15 Quadratmetern und einen weiteren mit mindestens 8 Quadratmetern. Für jede zusätzliche Person, die gleichzeitig Leistungen erbringt, ist mindestens ein weiterer Behandlungsbereich mit 8 Quadratmetern vorgesehen. Behandlungsräume dürfen grundsätzlich keine Durchgangsräume sein. Sie müssen sich angemessen be- und entlüften, beheizen und beleuchten lassen; die lichte Deckenhöhe muss mindestens 2,40 Meter betragen. Die Böden müssen trittsicher, fugenarm sowie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. In jedem Behandlungsbereich muss eine Möglichkeit zur Händedesinfektion bestehen.
Wenn Sie gerätegestützte Krankengymnastik anbieten möchten, verlangt dieselbe Anlage zusätzlich einen zusammenhängenden Behandlungsbereich von mindestens 30 Quadratmetern. Stehen über die Mindestausstattung hinaus weitere Geräte im Raum, erhöht sich die zusammenhängende Fläche laut Anlage um 4 Quadratmeter je Gerät; zwischen den Geräten ist grundsätzlich ein Meter Sicherheitsabstand vorgesehen. Vergleichen Sie den Grundriss daher mit dem aktuellen Vertrag und seinen Anlagen beim GKV-Spitzenverband, bevor Sie Räume verbindlich planen.
Konzentrieren Sie die erste Einrichtung auf das Angebot zum Praxisstart. Eine spätere Erweiterung kann passende Ausstattung ergänzen. Vergleichen Sie bei Anschaffungen den benötigten Umfang einschließlich Zubehör und Einrichtung. So passen Angebot, Flächenbedarf und Arbeitsmittel zu Ihrer aktuellen Planung.
Digitale Arbeitsplätze früh einbeziehen
Für easymed benötigen die Arbeitsplätze einen aktuellen Browser und die passende Verbindung. Kalender und Patientenakte werden am vorgesehenen Gerät geöffnet. Der gemeinsame Datenbestand bleibt derselbe, wenn eine berechtigte Person vom Empfang an einen anderen Arbeitsplatz wechselt.
KI Generiert
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) empfiehlt bei Bildschirmarbeitsplätzen, Blendungen und Reflexionen zu vermeiden und den Monitor möglichst im rechten Winkel zum einfallenden Licht aufzustellen. Für die Tischtiefe nennt sie mindestens 80 Zentimeter. Prüfen Sie diese Punkte am Platz, an dem längere Einträge entstehen. Planen Sie außerdem Steckdosen und Kabelwege so, dass sie keine Laufwege kreuzen. Die BGW beschreibt weitere Anforderungen für therapeutische Praxen.
Ein Tablet kann eine kurze Eingabe nahe am Behandlungsplatz unterstützen; für längere Texte kann eine Tastatur angenehmer sein. Die Aufgabe bestimmt die Einrichtung.
Als Zusatzmodul kann das Empfangsterminal weitere Handgriffe übernehmen. Patienten bearbeiten Kontaktdaten, füllen Gesundheitsfragen aus und bestätigen Einwilligungen selbst. Mit einem verbundenen SumUp-Kartenleser ist auch die Zahlung der eigenen Rechnung möglich. Das Tablet bekommt dafür einen festen, bequem erreichbaren Platz am Empfang.
Einen verständlichen Patientenweg schaffen
Im Beispiel kommt eine neue Patientin erstmals in die Praxis. Sie erkennt den Empfang, meldet sich dort und wird zum vorgesehenen Behandlungsplatz geführt. Gleichzeitig wird ein anderer Termin organisatorisch abgeschlossen. Planen Sie am Tresen Raum für beide Aufgaben und einen verständlichen Weg zur Behandlung.
Eine klare Orientierung hilft Menschen, die Ihre Räume noch nicht kennen. Hinweise gehören an den tatsächlichen Entscheidungspunkt, etwa vor einer Abzweigung. Der Empfang nutzt den gemeinsamen Kalender, um die Patientin dem richtigen Termin zuzuordnen.
Prüfen Sie den Weg von der Eingangstür bis zum Behandlungsplatz auch mit Rollator oder Rollstuhl. Die BGW empfiehlt gut begehbare, möglichst stufenlose Wege; Durchgänge für Menschen mit Rollstuhl oder Gehhilfe sollten mindestens 80 Zentimeter breit sein. Wenn Sie häufig Menschen mit Gehbehinderung behandeln, nennt die BGW außerdem Handläufe im Gang und einen Zugang zur Praxis per Fahrstuhl als passende Maßnahmen. Halten Sie die Wege zu Liegen und Geräten frei und stellen Sie Hinweisschilder dort auf, wo Patientinnen und Patienten entscheiden müssen, wohin sie gehen.
Das Terminal kann währenddessen die freigeschalteten eigenen Angaben und Formulare bereitstellen. Die Patienten erledigen diese Aufgaben selbst, während das Team eine persönliche Frage beantwortet. Wählen Sie dessen Standort so, dass Bedienung und Durchgang einander gut ergänzen.
Einen ruhigen Dokumentationsplatz im laufenden Betrieb nutzen
Ein Dokumentationsplatz bei paralleler Tätigkeit braucht Konzentration und einen geschützten Blick auf die Angaben. Im Beispiel spricht jemand am Nachbarplatz, ein Arbeitsmittel wird geholt und eine weitere Person geht vorbei. Ordnen Sie den Schreibtisch so, dass der Schreibplatz bequem nutzbar bleibt und der Bildschirm nicht zum Durchgang zeigt.
Die Dokumentation in easymed führt Befund und Verlauf je Termin. Nach einer kurzen Unterbrechung nimmt die behandelnde Person den passenden Eintrag dort wieder auf. Textvorschläge aus bisherigen Formulierungen unterstützen die Eingabe; die fachlichen Angaben beschreiben weiterhin die tatsächlich erfolgte Behandlung.
Stellen Sie Sichtschutz und Gesprächsabstand passend zur Nutzung her und sperren Sie den Arbeitsplatz beim Verlassen. Der Hessische Datenschutzbeauftragte erläutert für Arztpraxen, wie Raumgestaltung und Arbeitsorganisation die Vertraulichkeit unterstützen, beispielsweise durch Sichtschutz für Bildschirme. Für Ihre Einrichtung ist das ein konkreter Anhaltspunkt für einen diskreten Empfang und Dokumentationsplatz.
Material am richtigen Einsatzort bereithalten
Betrachten Sie den Materialweg zwischen zwei Kontakten: Das Arbeitsmittel steht für die erste Behandlung bereit, erhält nach der Nutzung seinen vorgesehenen Platz und wird für den nächsten Kontakt vorbereitet. Eine gemeinsame Ressource wird einschließlich Vorbereitung eingeplant.
Wo etwas regelmäßig gebraucht wird, sollte es gut erreichbar sein. Bei einem beobachteten Engpass wählen Sie die passende Lösung, etwa einen näheren Ablageort oder eine andere Reihenfolge der Vorbereitung. Eine zusätzliche Anschaffung lohnt sich, wenn sie genau diesen Bedarf erfüllt.
Wenn ein Raum oder ein gemeinsam genutztes Gerät zwischen zwei Kontakten vorbereitet werden muss, gehört diese Zeit in den Tagesplan. Die Pufferzeiten und Raumansicht im easymed-Teamkalender zeigen Behandlungszeiten und vorgesehene Zwischenräume zusammen. So lässt sich der Raum für die tatsächliche Nutzung einplanen, ohne die Vorbereitung als weiteren Behandlungstermin darzustellen.
Einen Platz bei Bedarf einfach anpassen
Falls der übliche Schreibtisch vorübergehend nicht verfügbar ist, öffnen berechtigte Mitarbeitende easymed an einem anderen geeigneten Browserarbeitsplatz. Kalender und Patientenakte müssen dafür nicht in eine zweite Ablage kopiert werden. Auch am anderen Ort zählen ein gut bedienbares Gerät und der geschützte Blick auf Patientendaten.
Verbessern Sie Ihre Einrichtung anhand konkreter Beobachtungen. Wird die Dokumentation durch das Empfangsgespräch unterbrochen, kann eine andere Tischposition helfen. Liegt Material abseits des Einsatzorts, verkürzt eine passende Ablage den Weg. Mit dem gemeinsamen digitalen Zusammenhang können Sie die Plätze nach ihrer tatsächlichen Aufgabe gestalten und den Praxisalltag übersichtlich beginnen.