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Praxisorganisation

Zeit für Praxisverbesserungen trotz Termindruck planen

Mit einem klaren Ziel, kurzen Tests und abgestimmten Teamzeiten entwickeln Sie Ihre Praxis trotz voller Termine weiter.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Ein vorbereiteter Arbeitsplatz mit Uhr, offenem Notizbuch, geschlossenem Laptop und drei Karten liegt vor einer ruhigen Trennwand.

Zeit für Praxisverbesserungen trotz Termindruck wird planbarer, wenn Sie einen konkreten Ablauf auswählen, ein klares Ziel vereinbaren und eine kleine Änderung im Alltag testen. Ein großes Projekt muss daraus nicht werden. Bei der Lexware-Office-Anbindung von easymed geht eine abgeschlossene Rechnung automatisch an Lexware; die dort vergebene gemeinsame Nummer erscheint in easymed, bevor PDF, Druck und Versand folgen. Vollständig ausgeglichene Rechnungen werden täglich als bezahlt zurückgemeldet. Eine Teameinführung kann sich deshalb darauf konzentrieren, wo Nummer und Status stehen und wer eine besondere Rückfrage übernimmt, statt eine zweite manuelle Übergabe einzuüben.

Die Arbeitszeit- und Urlaubsplanung von easymed zeigt die hinterlegten Arbeitszeiten und genehmigten Abwesenheiten je Behandler. So können Sie prüfen, wann die beteiligten Personen gleichzeitig da sind. Wer währenddessen Telefon, Anmeldung oder andere laufende Aufgaben übernimmt, stimmt das Team selbst ab.

Eine hilfreiche Praxisfrage lautet: Was soll nach einer Veränderung im Alltag leichter oder zuverlässiger sein? Das Model for Improvement des Institute for Healthcare Improvement (IHI) verbindet diese Zielfrage mit einer passenden Messung und einer konkreten Änderung. Die folgenden Schritte übertragen diesen Ansatz auf einen kleinen Ablauf in einer Therapiepraxis.

Eine konkrete Praxisfrage eingrenzen

„Unsere Praxisorganisation verbessern“ ist als Ziel zu weit. Wählen Sie stattdessen einen wiederkehrenden Arbeitsschritt, bei dem regelmäßig etwas unklar bleibt oder nachgefragt werden muss. Fragen Sie die Personen, die diesen Schritt ausführen und später übernehmen: An welcher Stelle entsteht die Rückfrage, welche Information fehlt, und wann wäre das Ergebnis im Alltag spürbar?

Formulieren Sie das Ziel so, dass Sie es nach einem vereinbarten Zeitraum wiedererkennen. Zum Beispiel: „Bis Ende des Monats kann die Vertretung eine gewöhnliche Rückfrage aufnehmen und den nächsten Schritt finden, ohne erst die Person aus der laufenden Behandlung zu suchen.“ Das Ziel beschreibt einen Ablauf und die gewünschte Wirkung. Es verlangt weder eine neue Software noch einen langen Maßnahmenkatalog.

Schreiben Sie außerdem auf, wo der Test stattfindet und wer davon betroffen ist. So bleibt die Aufgabe klein genug, um sie neben dem Praxisbetrieb zu bearbeiten. Eine Änderung, die nur am Empfang funktioniert, muss nicht sofort für alle Behandler und alle Arten von Anliegen gelten. Für den ersten Versuch reicht ein klar abgegrenzter Zeitpunkt oder eine einzelne Art von Rückfrage.

Eine Teamübergabe als konkretes Beispiel nutzen

Angenommen, eine Vertretung soll den Rechnungsweg der Praxis übernehmen. Bei aktivierter Lexware-Office-Anbindung geht die abgeschlossene Rechnung automatisch an Lexware; die gemeinsame Rechnungsnummer erscheint in easymed, bevor PDF, Druck und Versand folgen. Der tägliche Rücklauf zeigt, welche Rechnungen vollständig ausgeglichen sind. Die Übergabeaufgabe ist daher nicht, den Beleg nochmals anzulegen, sondern die Vertretung an einer vorbereiteten Beispielrechnung finden zu lassen: Wo stehen Rechnungsnummer und Zahlungsstatus, und an wen geht eine besondere Bedienfrage?

Legen Sie vor dem Test fest, welche kurze Erklärung die Vertretung braucht und woran Sie erkennen, dass sie im Alltag hilft. Ein erreichbares Ziel könnte sein: Die Vertretung findet Nummer und Zahlungsstatus, kann den nächsten vorgesehenen Arbeitsschritt benennen und weiß, wo eine ungewöhnliche Frage geklärt wird. Verwenden Sie für die Arbeitsprobe eine vorbereitete Beispielrechnung. Fragen Sie die Kollegin, welcher Schritt verständlich war und wo noch eine Information fehlt.

Bei einem anderen Verbesserungsziel bleibt das Vorgehen gleich: Nehmen Sie genau einen wiederkehrenden Ablauf, klären Sie die Übergabe und testen Sie sie mit den Personen, die sie später nutzen. Verbinden Sie nicht gleichzeitig Abrechnung, Terminorganisation und Personalplanung zu einem einzigen Vorhaben.

Zeitblöcke für den Test passend aufteilen

Ein Planungsbeispiel verteilt die Aufgabe auf vier Wochen mit jeweils 45 Minuten: In der ersten Einheit klären Sie Ablauf und Ziel, in der zweiten testen Sie eine kleine Änderung, in der dritten werten Sie Rückmeldungen aus und passen den Versuch an, in der vierten entscheiden Sie über den nächsten Schritt. Viermal 45 Minuten ergeben 180 Minuten für die verantwortliche Person.

Vier kurze Einheiten geben der Verbesserung einen Rahmen
Vier kurze Einheiten geben der Verbesserung einen RahmenPlanungsbeispiel · vier WochenWoche 1 · 45 Min.Ablauf und Ziel klärenWoche 2 · 45 Min.Kleine Änderung testenWoche 3 · 45 Min.Rückmeldung auswertenWoche 4 · 45 Min.Nächsten Schritt wählen4 × 45 Minuten = 180 MinutenZeit der verantwortlichen PersonMitwirkende planen ihre Zeit ebenfalls ein
Das Planungsbeispiel verteilt viermal 45 Minuten über vier Wochen; weitere Beteiligte planen ihre Zeit ebenfalls ein.

Diese Einteilung ist ein Beispiel und keine feste Vorgabe. Für eine kleine Anpassung genügt womöglich ein kürzerer Test; bei einer größeren Umstellung braucht das Team mehrere Runden. Wenn eine Kollegin an einer gemeinsamen Arbeitsprobe teilnimmt, planen Sie auch ihre Zeit ein. Vereinbaren Sie zudem, wer in diesem Zeitraum die laufenden Aufgaben übernimmt. Ein freier Kalendereintrag allein schafft noch keine nutzbare Arbeitszeit.

Der Teamkalender und die Arbeitszeitplanung in easymed helfen, die geplante Arbeitszeit und genehmigte Abwesenheiten der beteiligten Behandler abzugleichen. So lässt sich ein Zeitpunkt finden, an dem die nötigen Personen anwesend sind. Das Team entscheidet zusätzlich, wie Empfang und Versorgung während des Arbeitsblocks abgedeckt werden.

Mit einfachen Signalen prüfen, ob die Änderung hilft

Vor dem Test legen Sie fest, woran Sie das Ergebnis erkennen. Für die Rechnungsübergabe können Sie bei einer kleinen Auswahl an vorbereiteten Beispielrechnungen festhalten, ob Nummer und Zahlungsstatus auffindbar waren und ob die Vertretung nochmals nachfragen musste. Ergänzen Sie eine kurze Rückmeldung der beteiligten Personen: Was war hilfreich, und an welcher Stelle stockte der Ablauf?

Prüfen Sie auch, ob die Verbesserung an anderer Stelle zusätzliche Arbeit erzeugt. Eine Übergabenotiz hilft wenig, wenn sie während eines vollen Empfangs kaum zu schaffen ist oder parallel an mehreren Orten geführt wird. Nutzen Sie deshalb vorhandene Einträge und erfassen Sie nur das, was Ihre Entscheidung unterstützt. Das IHI empfiehlt Ergebnis-, Prozess- und Ausgleichsmaße: Prüfen Sie, was sich verbessert, ob der neue Schritt funktioniert und ob anderswo zusätzliche Arbeit entsteht. Außerdem sollen Sie gerade genug Daten für die nächste Entscheidung erfassen (Establishing Measures). Für einen ersten kleinen Test können eine beobachtbare Wirkung und eine kurze Rückmeldung des Teams ein sinnvoller Anfang sein; bei einer größeren Änderung prüfen Sie weitere Auswirkungen.

Unterbrechungen und ausgefallene Einheiten einplanen

Vereinbaren Sie vor dem Test einen klaren Weg für normale und dringende Anliegen. Eine normale Rückfrage nehmen Sie mit zuständiger Person und nächstem Schritt auf; eine dringende Entscheidung geben Sie direkt an die verantwortliche Person weiter. So weiß die Vertretung, was warten kann und wer erreichbar sein muss.

Eine Rückfrage bekommt ihren passenden nächsten Schritt
Eine Rückfrage bekommt ihren passenden nächsten SchrittFrage im ArbeitsblockKann wartenDringendZuständigkeit +nächster Schrittdirekt an PersonweitergebenAufnehmenEntscheidung
Normale Rückfragen werden aufgenommen; dringende Entscheidungen gehen direkt an die zuständige Person.

Halten Sie nach einer wesentlichen Unterbrechung knapp fest, was bereits erledigt ist und was noch offen bleibt. Ein Satz wie „Arbeitsprobe durchgeführt; Rückmeldung der Vertretung steht noch aus“ macht den Wiedereinstieg leichter. Bei Informationen zu Patientinnen und Patienten nutzen Sie den dafür vorgesehenen Bereich der Praxissoftware und keine private Nebenliste.

Die Veränderung nach dem Test bewerten

Fällt eine Arbeitsphase aus oder bleibt nach dem ersten Versuch eine Frage offen, notieren Sie den erreichten Stand, den offenen Teil und die nächste Frage. Die vorbereitete Anleitung bleibt nutzbar; der neue Arbeitsblock setzt am nächsten Schritt an, statt von vorn zu beginnen.

Der nächste Arbeitsblock setzt am offenen Punkt an
Der nächste Arbeitsblock setzt am offenen Punkt anStand festhaltenErledigt · offen · nächste FrageNächster ArbeitsblockOffenen Schritt testen oder anpassenVorbereitung bleibt verwendbar
Erreichten Stand, offenen Teil und nächste Frage festhalten; die vorhandene Vorbereitung bleibt nutzbar.

Vergleichen Sie beim nächsten Termin Ihre Beobachtung mit dem Ziel: Findet die Vertretung Nummer und Zahlungsstatus, und bleibt der Ablauf für Empfang und Behandler praktikabel? Wenn noch etwas fehlt, passen Sie genau diesen Punkt an und testen ihn erneut. Das IHI beschreibt kleine, aufeinander aufbauende Zyklen aus Planen, Ausprobieren, Beobachten und Anpassen (Plan-Do-Study-Act, PDSA), mit denen Teams Änderungen in der eigenen Umgebung erproben und aus den Ergebnissen weiterentwickeln (Testing Changes). Eine gelungene Idee prüfen Sie außerdem unter einer weiteren passenden Alltagssituation, bevor sie für das ganze Team zum Standard wird.

Halten Sie zum Abschluss fest, was sich bewährt hat, wo die kurze Anleitung liegt und wer den Ablauf übernimmt. So bleibt eine Verbesserung nicht an einer einzelnen Person hängen. Der nächste Arbeitsblock kann sich anschließend einer neuen, ebenso klar begrenzten Praxisfrage widmen.

Häufige Fragen

Wie beginne ich eine Praxisverbesserung, wenn kaum Zeit frei ist?

Wählen Sie einen wiederkehrenden Arbeitsschritt und beschreiben Sie, was für das Team danach leichter sein soll. Begrenzen Sie den ersten Test auf eine Art von Anliegen oder einen passenden Zeitraum und fragen Sie die beteiligten Personen, woran sie eine hilfreiche Veränderung erkennen.

Sind vier Arbeitsblöcke zu je 45 Minuten die passende Dauer?

Viermal 45 Minuten sind im Artikel ein Planungsbeispiel, keine Vorgabe. Eine kleine Anpassung kann kürzer ausfallen; bei einer größeren Änderung planen Sie weitere Tests. Wenn eine Kollegin mitarbeitet, rechnen Sie auch ihre Zeit und die Aufgabenabdeckung ein.

Wie unterstützt easymed die Zeitplanung im Team?

Bei easymed sehen Sie die hinterlegten Arbeitszeiten und genehmigten Abwesenheiten je Behandler. Das erleichtert die Abstimmung, wann beteiligte Behandler gleichzeitig da sind. Die Aufgabenabdeckung während des Arbeitsblocks vereinbart das Team.

Was mache ich, wenn eine geplante Arbeitsphase ausfällt?

Halten Sie den erreichten Stand, den offenen Teil und die nächste Frage fest. Vereinbaren Sie anschließend Zeit für den noch offenen Schritt. Die vorbereitete Anleitung können Sie weiterverwenden, sodass der nächste Arbeitsblock nicht von vorn beginnt.

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