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Praxisgründung und Wachstum

BGF-Koordinierungsstelle nutzen: Den Einstieg mit Unternehmen vorbereiten

Die BGF-Koordinierungsstelle vermittelt Unternehmen zur kostenfreien Erstberatung. So bereiten Therapiepraxen Zielgruppe, Zeitfenster und ein passendes Angebot vor.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebs, Beraterin und Therapeut besprechen eine Bewegungsinitiative

Ein Handwerksbetrieb mit 28 Beschäftigten fragt Ihre Therapiepraxis nach einem Bewegungsangebot. In der Werkstatt gelten andere Tagesabläufe als für die Beschäftigten an wechselnden Einsatzorten. Bevor die Praxis feste Kurszeiten anbietet, sollte der Betrieb klären, welche Gruppen erreicht werden sollen und wann sie tatsächlich Zeit haben.

Die BGF-Koordinierungsstelle vermittelt Unternehmen zur kostenfreien Erstberatung durch gesetzliche Krankenkassen. Sie hilft dabei, das betriebliche Anliegen und mögliche nächste Schritte einzuordnen. Ihre Praxis kann die eigene Durchführung anschließend auf den geklärten Bedarf ausrichten.

Die interne Kapazität lässt sich parallel prüfen: Der Teamkalender von easymed zeigt Termine in Tages-, Wochen- und Monatsansicht mit einer Spalte je Behandler. So kann das Team bestehende Praxistermine vergleichen, bevor es Zeitfenster und Personal für ein Unternehmensangebot vorschlägt. Ziel, Ort und Termin stimmen Betrieb und Praxis weiterhin direkt miteinander ab.

Was die BGF-Koordinierungsstelle für Betriebe leistet

Die BGF-Koordinierungsstelle vermittelt Betriebe zur Erstberatung. Sie bündelt die gesetzlichen Krankenkassen in einem gemeinsamen Zugang. Ein Unternehmen muss für den Einstieg daher nicht zunächst jede Kasse einzeln ansprechen. Die Erstberatung ist laut Koordinierungsstelle kostenfrei, neutral und auf die Branche des Betriebs ausgerichtet.

Der Betrieb stellt die Anfrage über das Kontaktformular der Koordinierungsstelle. Die BGF-Koordinierungsstelle fragt Unternehmensdaten, Ansprechperson und Anlass ab; zu den Unternehmensangaben gehören Firmenname, Postleitzahl, Ort, Branche und Betriebsgröße. Sie nennt für die Rückmeldung einer Krankenkasse zwei Werktage. Die Kasse vereinbart mit dem Unternehmen einen persönlichen Beratungstermin, der vor Ort, telefonisch oder online stattfinden kann.

In der Erstberatung kann das Unternehmen klären, wo es beim Thema Gesundheit steht, was es erreichen möchte und welche nächsten Schritte zum BGF-Prozess passen. Dazu gehören Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation sowie Hinweise auf Unterstützungsmöglichkeiten. Am Ende gibt es eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen. Die beratende Kasse kann das Unternehmen weiter begleiten; je nach Anliegen ist auch eine Vermittlung an eine andere Kasse oder einen anderen Sozialversicherungsträger möglich.

Für die Praxis ist diese Rollenverteilung wichtig: Die Koordinierungsstelle vermittelt und berät das Unternehmen, sie bestellt nicht automatisch eine Praxisleistung. Ein möglicher Workshop oder Kurs braucht eine eigene Abstimmung über Umfang, Termin und Beauftragung. Diese Trennung folgt aus dem beschriebenen Beratungs- und Empfehlungsweg; ein automatischer Praxisauftrag wird auf der Koordinierungsseite nicht zugesagt.

Betriebsbedarf mit erreichbaren Gruppen klären

Für die Anfrage genügen zunächst die organisatorischen Angaben, nach denen das Portal fragt: Standort, Branche, Betriebsgröße, Kontakt und Grund der Anfrage. Für das Beratungsgespräch helfen zusätzlich ein kurzer Überblick über bestehende Angebote, die gewünschten Beschäftigtengruppen und die Abläufe, die ihre Teilnahme beeinflussen.

Im Beispiel unterscheiden sich die 28 Beschäftigten des Handwerksbetriebs in Werkstattteam und Außeneinsatz. Ein gemeinsamer Termin am Betriebssitz könnte für die Werkstatt passen, aber für Beschäftigte auf wechselnden Einsatzorten schwer erreichbar sein. Die verantwortliche Kontaktperson kann deshalb vorab klären, wann beide Gruppen am ehesten erreichbar sind und ob ein Angebot am Betrieb, in der Praxis oder an einem anderen Ort stattfinden soll.

Drei Fragen für den Erstkontakt
  • Welche Gruppe soll teilnehmen können?
  • Wann und wo ist diese Gruppe erreichbar?
  • Wer stimmt Zeit und Teilnahme intern ab?
Betriebsdaten und erreichbare Gruppen geben der ersten Bedarfsklärung eine konkrete Richtung.

Vor dem ersten Angebot helfen drei konkrete Fragen: Welche Gruppe soll teilnehmen können? Wann und wo ist diese Gruppe erreichbar? Wer stimmt Zeit und Teilnahme intern ab? Die Antworten machen aus dem allgemeinen Wunsch nach „mehr Bewegung“ einen organisatorischen Bedarf, den das Unternehmen mit der Beratung besprechen kann.

Die Beschäftigten sollten bei der weiteren Bedarfsklärung zu Wort kommen. Der GKV-Leitfaden verankert ihre Beteiligung im BGF-Prozess; bei einem kleinen Betrieb kann dafür bereits ein kurzer Austausch über erreichbare Zeiten und passende Formate ein sinnvoller Startpunkt sein. Die Praxis beschreibt daneben die eigenen Möglichkeiten, ohne die betriebliche Entscheidung vorwegzunehmen.

Erstkontakt und Aufgaben sauber verteilen

Der Unternehmenskontakt hält fest, wer die Anfrage stellt und später Rückfragen beantwortet. Das ist besonders hilfreich, wenn Werkstatt und Außendienst verschiedene Tagespläne haben: Eine Person kann die Rückmeldungen der Gruppen zusammenführen und die nächste Abstimmung mit der Beratung organisieren. Die Praxis benennt ihrerseits eine Ansprechperson für Inhalt und Durchführung.

Nach der Erstberatung bleibt die beratende Krankenkasse laut Koordinierungsstelle meist an der Seite des Unternehmens. Es kann aber auch eine andere Kasse oder ein anderer Sozialversicherungsträger passend sein. Fragen Sie deshalb nach dem vereinbarten nächsten Schritt und danach, welche Informationen die Praxis für ein konkretes Angebot liefern soll.

Vom Anliegen zum abgestimmten Angebot
Vom Anliegen zum abgestimmten AngebotVier ZuständigkeitenUnternehmenAnliegen und Kontakt benennenKrankenkasseBeratung und nächste SchritteUnterstützungmitfördernde Kasse vorab abstimmenPraxisLeistung und Termin beschreibenErstberatung ist kein Praxisauftrag
Die Erstberatung ordnet den Bedarf ein; die Praxis beschreibt anschließend die eigene Durchführung.

Die Praxis kann daraufhin eine knappe Leistungsbeschreibung vorbereiten: Zielgruppe, Thema, Dauer, möglicher Ort, benötigte Besetzung und erreichbare Zeitfenster. Das Unternehmen ergänzt, wer Beschäftigte informiert, wer die Teilnahme abstimmt und welche Räume verfügbar sind. So können beide Seiten den tatsächlichen Umfang besprechen, bevor ein fester Termin zugesagt wird.

Das Praxisangebot in den BGF-Prozess einordnen

Der GKV-Leitfaden Prävention beschreibt BGF als Prozess: Auf die Analyse folgen Maßnahmenplanung, Umsetzung und Evaluation. Beschäftigte und Verantwortliche im Betrieb werden dabei beteiligt. Welche Struktur dafür nötig ist, kann je nach Betriebsgröße und Situation unterschiedlich aussehen.

Für die Praxis heißt das: Erfragen Sie, welches Ziel sich aus der betrieblichen Bedarfsklärung ergeben hat, welche Beschäftigtengruppe angesprochen werden soll und wie die geplante Leistung in die weiteren Schritte passt. Ein Bewegungskurs kann eine Möglichkeit sein; je nach Analyse kann auch ein Workshop oder eine Anpassung der Abläufe besser zum Anliegen passen.

Vom Bedarf zum passenden Durchgang
Vom Bedarf zum passenden Durchgang Analyse Maßnahmenplanung Umsetzung Evaluation
Ein konkretes Praxisformat knüpft an die betriebliche Analyse, Planung und spätere Auswertung an.

Im Handwerksbeispiel könnten zunächst zwei erreichbare Informations- und Bewegungsfenster geplant werden, eines für das Werkstattteam und eines für Beschäftigte im Außeneinsatz. Die Praxis beschreibt für jedes Fenster denselben klaren Rahmen: Inhalt, Dauer, Leitung, Ort und erforderliche Ausstattung. Das Unternehmen stimmt die Zeiten mit den Gruppen ab und organisiert die Einladung. Nach der ersten Durchführung lässt sich gemeinsam prüfen, ob beide Gruppen das Angebot erreichen konnten und welche organisatorische Anpassung sinnvoll wäre.

Ein solches Format ist ein konkreter Baustein, nicht automatisch der gesamte BGF-Prozess. Wenn die Krankenkasse die Maßnahme unterstützen soll, muss sie in den abgestimmten betrieblichen Plan passen. Die Praxis kann sich damit als mögliche Durchführungspartnerin einbringen, ohne eine Förderung oder einen Auftrag vorwegzunehmen.

Finanzierung und Bestellung vor Beginn klären

Die kostenfreie Erstberatung und eine spätere Finanzierung der Praxisleistung sind unterschiedliche Schritte. Der GKV-Leitfaden verlangt, Leistungen mit der fördernden Krankenkasse im Vorfeld abzustimmen; nicht vorab abgestimmte Leistungen können nicht nachträglich abgerechnet werden. Einzelheiten werden zwischen Krankenkasse und Betrieb vereinbart. Außerdem schließt der Leitfaden isolierte Maßnahmen externer Anbieter aus, wenn sie nicht in ein Gesamtkonzept eingebunden sind.

Wenn der Betrieb eine Unterstützung durch die Krankenkasse anstrebt, sollte die Praxis deshalb vor einer verbindlichen Zusage klären, welche Leistung vorgesehen ist, wie sie zum BGF-Konzept passt und welche Voraussetzungen die Kasse dafür nennt. Auch die erwartete Qualifikation richtet sich nach dem konkreten Themenfeld. Eine Physiotherapiepraxis sollte eine mögliche fachliche Rolle daher mit dem Betrieb und der zuständigen Krankenkasse abstimmen, statt eine Förderung als selbstverständlich darzustellen.

Für die Bestellung halten die Beteiligten den vereinbarten Leistungsumfang, die Anzahl und Dauer der Termine, den Ort, die Besetzung, den Rechnungsempfänger und die Zuständigkeiten fest. Dazu gehört auch, wer den Raum bereitstellt, die Beschäftigten informiert und eine Rückmeldung nach dem Angebot sammelt. So weiß das Praxisteam, was tatsächlich beauftragt ist und welche Vorbereitung zum vereinbarten Termin gehört.

Nach der Durchführung gezielt weiterplanen

Nach einem ersten Termin helfen konkrete Rückmeldungen zur Organisation: Konnten die vorgesehenen Gruppen teilnehmen? Waren Zeit und Ort erreichbar? Passten Dauer, Raum und Einladung? Diese Beobachtungen beziehen sich auf den Ablauf und liefern dem Betrieb Anhaltspunkte für die nächste Planung.

Bei zwei unterschiedlichen Tagesplänen kann sich zeigen, dass ein Zeitfenster für die Werkstatt gut passt, während der Außeneinsatz einen anderen Wochentag braucht. Unternehmen, Beschäftigte und Praxis können dann entscheiden, ob sie den zweiten Termin verschieben, das Format verändern oder den nächsten Schritt erneut mit der unterstützenden Krankenkasse abstimmen.

Die BGF-Koordinierungsstelle erleichtert Unternehmen den Zugang zur Erstberatung. Für Ihre Praxis entsteht daraus eine klare Anschlussaufgabe: den Bedarf verstehen, ein passendes Format beschreiben und die eigene Teamkapazität realistisch planen. Mit vereinbarten Zuständigkeiten kann eine einzelne Durchführung sinnvoll in die weitere betriebliche Gesundheitsförderung eingebunden werden.

Häufige Fragen

Was macht die BGF-Koordinierungsstelle für Unternehmen?

Sie vermittelt Unternehmen an Fachberaterinnen und Fachberater der gesetzlichen Krankenkassen. Die kostenfreie Erstberatung ordnet Anliegen, BGF-Schritte und mögliche Unterstützung ein. Über das Kontaktformular stellt der Betrieb seine Anfrage; die Koordinierungsstelle nennt eine Rückmeldung der Krankenkasse innerhalb von zwei Werktagen.

Welche Angaben sollte ein Unternehmen vor der BGF-Erstberatung sammeln?

Hilfreich sind Standort, Branche, Betriebsgröße, Kontakt und Anlass der Anfrage. Ergänzen Sie, welche Beschäftigtengruppen erreicht werden sollen, wann sie arbeiten und wer intern Zeit und Teilnahme koordiniert. Im Beispiel braucht das Werkstattteam womöglich ein anderes Zeitfenster als der Außeneinsatz.

Finanziert die Krankenkasse nach der Erstberatung automatisch einen Praxisauftrag?

Nein. Die Erstberatung endet mit einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen und ist noch keine Bestellung einer Praxisleistung. Soll die Krankenkasse eine Maßnahme unterstützen, müssen Betrieb und fördernde Kasse Leistung und Voraussetzungen vor dem Start abstimmen.

Wie prüft eine Therapiepraxis Teamkapazität für ein Firmenangebot?

Mit dem easymed-Teamkalender sehen Sie Termine in Tages-, Wochen- und Monatsansicht, geordnet nach Behandler. Vergleichen Sie damit die bestehenden Praxistermine, bevor Sie Zeitfenster und Personal für ein Unternehmensformat vorschlagen. Anschließend stimmen Sie Umfang und Termin direkt mit dem Betrieb ab. easymed kennenlernen

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