Ob Sie auf Ihrer Praxiswebsite duzen oder siezen, hängt von Ihrem tatsächlichen Erstkontakt und vom konkreten Text ab. Eine einheitliche Grundform hilft neuen erwachsenen Patientinnen und Patienten bei der Orientierung; ein klar abgegrenzter Arbeitgeberbereich kann einen eigenen Ton haben. Wichtig ist, dass der Satz seinen Leser und den nächsten Schritt erkennen lässt.
Das gilt besonders für den Terminverweis. Mit der Online-Terminbuchung von easymed wählen Patientinnen und Patienten selbst eine angebotene freie Zeit. Neue und bestehende Patienten haben getrennte Buchungswege. Ihre Praxis legt fest, wie sie dorthin einlädt und an wen sich Menschen mit organisatorischen Fragen wenden.
Zuerst klären, wer den Text tatsächlich liest
Die Leserrolle gibt der Ansprache einen Bezug. Eine Patientin sucht für sich einen Termin; ein Vater liest Informationen zum Besuch seines Kindes; eine Bewerberin interessiert sich für das Team. Benennen Sie den Adressaten im jeweiligen Zusammenhang, damit die angesprochene Person ihre Handlung erkennt.
Im Beispiel unterscheidet die Praxis drei Adressaten: erwachsene Patienten, begleitende Angehörige und Bewerber. Patienteninformationen verwenden die gewählte Grundansprache. Der Hinweis für Eltern nennt ihre Aufgabe. Die Arbeitgeberseite bleibt als eigener Bereich erkennbar und kann den im Team gelebten Ton verwenden.
Für einen Vorbereitungshinweis reicht eine direkte Formulierung: „Bitte bringen Sie die für den Termin genannten Unterlagen mit.“ Auf einer Kindertherapieseite kann der Text ausdrücklich die Eltern ansprechen. Inhalt und angesprochene Rolle stehen damit im selben Satz.
Ein allgemeiner Hinweis für neue Patienten und eine persönliche Antwort auf eine konkrete Frage erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Der Website-Text erklärt den üblichen nächsten Schritt; die Antwort greift das tatsächliche Anliegen auf. So kann die Praxis ihre Grundansprache behalten und trotzdem persönlich reagieren.
Du oder Sie am gelebten Erstkontakt entscheiden
Beginnen Sie mit dem Umgang Ihrer Praxis mit neuen erwachsenen Patienten. Wenn Empfang und Therapeutinnen diese beim ersten Kontakt siezen, bietet das Sie eine gut anschließende Grundform. Ein Du passt, wenn es auch im entsprechenden Angebot und im persönlichen Kontakt gelebt wird. Alter oder ein lockerer Ton auf einem anderen Kanal entscheiden die Frage nicht allein.
Ein Sie kann freundlich und direkt sein: „Sie möchten einen ersten Termin vereinbaren? Unser Empfang hilft Ihnen bei der passenden Anfrage.“ Ein Du erfüllt dieselbe Aufgabe: „Du möchtest einen ersten Termin vereinbaren? Hier findest du den vorgesehenen Kontakt.“ Beide Anreden erklären den ersten Termin und den nächsten Schritt respektvoll.
Ein abgegrenztes Angebot kann zum Du passen, wenn die angesprochenen Menschen diesen Umgang auch in der Praxis erleben. Das Sie bietet für verschiedene neue erwachsene Kontakte eine gemeinsame Grundform. Entscheiden Sie nach Ihrer tatsächlichen Situation und verwenden Sie die gewählte Form bewusst.
Für die Schreibung gilt eine eigene Regel: In der direkten höflichen Anrede stehen Sie, Ihnen und Ihr groß. Die Anredepronomen du, ihr, dein und euer werden grundsätzlich kleingeschrieben; in Briefen sind dafür auch Großschreibungen möglich. Das Amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung, §§ 65–66 beantwortet die Schreibfrage, legt aber nicht fest, welche Ansprache zu Ihrer Praxis passt.
Den Ton an drei echten Textstellen ausprobieren
Nehmen Sie den Einstieg auf der Kontaktseite, den Hinweis vor der Terminwahl und eine Antwort auf eine organisatorische Frage zusammen. Jeder Text erfüllt eine eigene Aufgabe. Die gemeinsame Grundansprache lässt trotzdem erkennen, dass alle drei von derselben Praxis stammen.
Schreiben Sie zunächst, was die Person tun kann, welche Information sie benötigt und wen sie bei einer Frage erreicht. Danach passen Sie Anrede und Wortwahl an diese Aufgabe an. „Wählen Sie hier einen freien Termin“ nennt die Handlung; „Unser Empfang beantwortet Ihre organisatorische Frage“ macht den Kontakt sichtbar.
Für Informationen über Behandlung, Vorbereitung oder den Besuch eines Kindes ist die Leserperspektive besonders wichtig. Die Gute Praxis Gesundheitsinformation des EbM-Netzwerks empfiehlt, Inhalte und Verständlichkeit an den Informationsbedürfnissen und Kompetenzen der Zielgruppe auszurichten. Auf die Praxiswebsite übertragen heißt das: Schreiben Sie für den konkreten Anlass und prüfen Sie, ob eine Person außerhalb des Teams sofort erkennt, wer was tun soll.
Zwischen Website und Terminweg den Anschluss prüfen
Der Linktext benennt die tatsächliche Handlung. Wenn die nächste Seite freie Termine zur Auswahl anbietet, führt „Termin online buchen“ direkter zum Ziel als ein allgemeines „Kontakt“.
Ordnen Sie drei Textstellen ihrem Zweck zu: eigener Webtext für die Einladung, Buchungsdienst für die Terminwahl und Nachrichtenvorlage für die persönliche Rückmeldung. Die Praxis formuliert ihre eigenen Begleittexte passend zu diesem Weg. Angebot, Kontakt und verwendete Anreden bleiben dabei verständlich.
Im easymed-Buchungsportal können Patientinnen und Patienten angebotene Termine buchen, verschieben oder absagen. Neue und bestehende Patienten gelangen über getrennte Buchungswege zur passenden Auswahl. Ein Hinweis wie „Wählen Sie hier einen freien Termin“ kann direkt auf das Portal führen; für eine organisatorische Rückfrage nennt die Website den Empfang als persönlichen Kontakt.
Die anschließende Nachricht sollte ihren tatsächlichen Anlass benennen: Eine Antwort auf eine Frage nennt den nächsten Kontakt; eine Bestätigung nennt den vereinbarten Termin. Ihre Praxis schreibt diese Begleittexte selbst. Der Terminweg unterstützt die Online-Auswahl, während das Team organisatorische Fragen persönlich beantwortet.
Persönliche Anrede und öffentliche Kommunikation unterscheiden
Ein internes Du im Team legt die Ansprache für Patienten nicht automatisch fest. Das Goethe-Institut beschreibt die Wahl zwischen Du und Sie im Arbeitsalltag als abhängig von Unternehmen und Branche. Diese Einordnung betrifft die interne Kommunikation; für die Website entscheiden Sie zusätzlich nach Leserrolle und Zweck des jeweiligen Angebots.
Halten Sie für die Grundansprache ein kurzes Beispiel für die Kontaktseite und einen passenden Button fest. Antwortvorlagen können denselben Ton aufnehmen und den konkreten Anlass ergänzen. Bei einem abgegrenzten Arbeitgeberbereich wird durch seine Bezeichnung klar, dass sich der Text an Bewerber richtet.
Eine Änderung gesammelt und nachvollziehbar veröffentlichen
Notieren Sie vor einer Anpassung die betroffenen Stellen: Kontaktseite, Button zur Terminwahl und Antworttexte für organisatorische Fragen. Legen Sie Ihre Beispiele für Sie und Du direkt daneben. So sieht das Team, welche Form für neue Kontakte gilt und an welcher Stelle eine persönliche Antwort den Kontext aufgreift.
Lesen Sie den Weg einmal vollständig mit den Links: Wer die Kontaktseite öffnet, sollte erkennen, ob sie zur Buchung oder zu einer Frage führt. Der Link muss auf die angekündigte Auswahl zeigen. Für die Rückmeldung bleibt der richtige Kontakt genannt. Eine kurze Probe mit einer Person außerhalb des Teams zeigt, ob Leser und Handlung im Text klar sind.
Überarbeiten Sie bei Rückmeldungen den Satz, an dem die Person stockt. Wenn die Praxis ihre Grundansprache ändert, passen Sie die betroffenen eigenen Website- und Antworttexte zusammen an. Ein präziser nächster Schritt und eine respektvolle Formulierung geben dem Erstkontakt seinen freundlichen Ton.