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Team und Zusammenarbeit

Ein Praktikum in der Therapiepraxis organisatorisch vorbereiten

Planen Sie Lernziele, eine feste Begleitung und klare Beobachtungsaufträge. So zeigen Sie Praxisabläufe im Team und üben digitale Schritte mit Beispieldaten.

easymed.digital Redaktion 5 Min. Lesezeit
Therapeut begrüßt eine Praktikantin mit einer Einarbeitungsmappe im Praxisraum.

Ein Praktikum in der Therapiepraxis organisatorisch vorzubereiten bedeutet, Lernziele, Begleitung und einen überschaubaren Tagesablauf vor dem ersten Einsatz zu verbinden. Legen Sie fest, was die Person beobachtet, in eigenen Worten erklärt und in einem passenden Übungsfall ausprobiert.

Auch digitale Abläufe lassen sich konkret zeigen: In der easymed-Demo stehen Beispieldaten bereit. Die lernende Person kann damit einen Termin im Kalender finden, Angaben in der Patientenakte zuordnen und den dokumentierten Stand der Sitzung ansehen. Das Team wählt den Lernauftrag; eine Übung muss dafür nicht an einem laufenden Behandlungsfall stattfinden.

Klären Sie Rahmen, Begleitung und Sicherheit vorab

Klären Sie Praktikumsart, Zeitraum, Anwesenheit und den Lernauftrag der Schule oder Ausbildung. Bei einem schulischen Betriebspraktikum stimmen Praxis und Schule die vorgesehenen Tätigkeiten, Zeiten und Zuständigkeiten ab. Die DGUV stellt dafür eine Checkliste mit betrieblicher Ansprechperson, vereinbarten Aufgaben, Unterweisung und Notfallorganisation bereit (DGUV Information 202-108).

Benennen Sie eine feste Begleitperson und eine Vertretung. Halten Sie knapp fest, wo die Person mitgehen, was sie beobachten und was sie nur im Übungsfall bearbeiten soll. Bestimmen Sie, wann Fragen gestellt werden können, damit die Erklärung nicht in die Lücke zwischen Behandlungen rutscht.

Bevor die Person Tätigkeiten übernimmt, zeigen Sie die Räume und erklären Sie den Weg für Erste Hilfe und Notfälle. Unterweisen Sie passend zu den vereinbarten Aufgaben, etwa zu Hygiene, Behandlungsräumen und Arbeitsmitteln. Schließen Sie mit einer kurzen Rückfrage: Was tut die Person, wenn sie eine Situation oder ein Arbeitsmittel nicht einschätzen kann?

Formulieren Sie erreichbare Lernziele

Ein konkretes Ziel beschreibt, was die lernende Person am Ende erklären oder tun kann. Zum Beispiel kann sie den Weg einer Erstanfrage vom Empfang bis zur Terminvorbereitung in eigenen Worten nachzeichnen und benennen, welche Angabe noch geklärt werden muss.

Drei Lernschritte zeigen unterschiedliche Fähigkeiten
Beobachten
Die vorbereitete Terminaufgabe ansehen.
Erklären
Die verwendeten Angaben mit eigenen Worten verbinden.
Im vorgesehenen Übungsfall bearbeiten
Die vereinbarten Schritte selbst ausführen.
Die Begleitperson stimmt weitere Aufgaben mit Lernstand und Umfang ab.
Die Begleitperson stimmt Umfang und nächsten Schritt zum tatsächlichen Lernstand ab.

Planen Sie dafür drei unterscheidbare Schritte: erst den Ablauf beobachten, dann die verwendeten Angaben mit eigenen Worten erklären und anschließend einen passenden Beispielvorgang bearbeiten. So wird aus „Sie soll die Terminplanung kennenlernen“ ein sichtbarer nächster Lernschritt.

Beobachten, Erklären und Bearbeiten sind verschiedene Aufgaben. Legen Sie für jede fest, welche Begleitung dazugehört und wann die lernende Person nachfragt. Ein neuer Schritt kommt hinzu, wenn die Begleitperson ihn mit dem vorhandenen Kenntnisstand und dem vereinbarten Umfang abstimmt.

Bereiten Sie den ersten Tagesablauf vor

Planen Sie wenige Stationen mit Zeit zum Ankommen, für Ansprechpartner und Räume, für einen konkreten Beobachtungsauftrag und für ein Gespräch danach. Vereinbaren Sie auch, wann die Begleitperson erreichbar ist. Ein kurzer Ablaufplan hält Raum für Fragen frei, ohne den Tag mit wechselnden Eindrücken zu füllen.

Eine Praktikantin schaut einer Mitarbeiterin am Empfang bei der Arbeit zu und hält ihr geschlossenes Notizbuch bereit. KI Generiert
Ein konkreter Beobachtungsauftrag richtet den Blick auf die Stationen des Anfragewegs.

Geben Sie für eine Hospitation einen klaren Blickwinkel vor: Die Praktikantin oder der Praktikant kann zum Beispiel den organisatorischen Weg einer Anfrage bis zur Terminvorbereitung verfolgen. Die Aufgabe lautet, Stationen und Zuständigkeiten zu beschreiben, nicht persönliche Angaben festzuhalten.

Fällt eine geplante Hospitation aus, kann die Person stattdessen einen vorbereiteten Beispielvorgang nachzeichnen, eine digitale Übung bearbeiten oder Fragen zum Praxisablauf sammeln. So bleibt der Lernplan verständlich, auch wenn sich der Praxisalltag kurzfristig ändert.

Hospitation planen, Patientendaten schützen

Wenn eine Behandlungshospitation vorgesehen ist, stellen Sie die lernende Person vor, erklären kurz ihren Beobachtungsauftrag und fragen die Patientin oder den Patienten, ob die Hospitation für sie oder ihn passt. Das Bundesgesundheitsministerium nennt Information, Aufklärung und Selbstbestimmung als Patientenrechte in Behandlungsverhältnissen und führt Physiotherapie und Psychotherapie ausdrücklich als Beispiele auf (Patientenrechte beim BMG).

Gesundheitsangaben gehören zu den besonders geschützten Daten; die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, personenbezogene Daten auf das für den Zweck notwendige Maß zu begrenzen. Für das Praktikum heißt das: In Lernnotizen beschreiben Sie den Ablauf und offene Fragen, nicht Namen, Diagnosen oder andere persönliche Behandlungsdetails. Für Softwareübungen eignen sich vorbereitete Beispieldaten (Artikel 5 und 9 DSGVO).

Üben Sie den digitalen Praxisweg mit einem neutralen Fall

Ein Beispielkontakt mit einer angebotenen Uhrzeit und noch fehlender Rückmeldung macht den Informationsstand sichtbar. Die lernende Person sucht den Termin im Kalender, ordnet die Angaben der Patientenakte zu und beschreibt, was zur Sitzung dokumentiert ist. In der easymed-Demo verbindet ein vorbereiteter Fall diese Stationen, ohne dass dafür ein laufender Behandlungsfall als Übung dienen muss.

Der Übungsfall enthält zwei unterschiedliche Zeitangaben
Vorbereitete NachrichtAngebotene Uhrzeit≠Uhrzeit im KalenderWiderspruch erkennenund eine Rückfrage stellen
Die lernende Person erkennt den Widerspruch und formuliert die passende Rückfrage.

Für einen zweiten Lernschritt weicht die Uhrzeit in einer vorbereiteten Nachricht vom Kalendereintrag ab. Die Aufgabe ist, den Widerspruch zu erkennen und eine Rückfrage zu formulieren. Die lernende Person muss nicht selbst entscheiden, welche Angabe gilt; sie zeigt, dass sie eine unklare Information vor dem nächsten Schritt bemerkt.

Legen Sie vor der Übung fest, welche Beispieldaten verwendet werden und was die Person im System ansehen oder bearbeiten soll. So richtet sich der Blick auf den Zusammenhang von Termin, Akte und Dokumentation statt auf das bloße Anklicken einzelner Felder.

Geben Sie Rückmeldung zu einer konkreten Aufgabe

Vergleichen Sie den vereinbarten Auftrag mit dem beobachteten Ergebnis. Eine hilfreiche Rückmeldung kann lauten: „Sie haben die fehlende Rückmeldung erkannt; in der Zusammenfassung blieb unklar, dass der Termin noch nicht bestätigt ist.“ Das benennt, was schon gelungen ist und welche Information beim nächsten Versuch ergänzt werden soll.

Die Rückmeldung benennt eine Stärke und den nächsten Übungsschritt
Bereits erkanntDie Rückmeldungfehlt noch.In der Zusammenfassung fehltDer Termin ist nochnicht bestätigt.Dieselbe Situation mit präzisererZusammenfassung erneut üben.Warum ist die Rückfrage nötig?
Der erkannte offene Punkt und die noch fehlende Aussage zur Bestätigung werden getrennt besprochen.

Lassen Sie dieselbe Situation mit einer präziseren Zusammenfassung erneut bearbeiten. Fragen Sie außerdem, woran die Person erkannt hat, dass eine Rückfrage sinnvoll ist. Damit prüfen Sie nicht nur den Ablauf, sondern auch, ob der Zweck der einzelnen Angaben verständlich ist.

Schließen Sie das Praktikum mit einem nächsten Lernschritt ab

Gehen Sie zum Ende die vereinbarten Lernziele durch: Was wurde beobachtet, was konnte die Person erklären, was hat sie im Beispiel selbst bearbeitet und welche Frage ist noch offen? Diese Unterscheidung zeigt den erreichten Stand genauer als eine allgemeine Bewertung des Tages.

Fragen Sie auch, welche Erklärung oder Station beim Einstieg besonders geholfen hat. Diese Rückmeldung zeigt, was das Team beim nächsten Praktikum wieder so planen und wo es seine Einführung klarer gestalten kann.

Häufige Fragen

Was wird vor dem ersten Praktikumstag in einer Therapiepraxis vorbereitet?

Klären Sie Praktikumsart, Zeitraum, Anwesenheit und den Lernauftrag der Schule oder Ausbildung. Für ein schulisches Betriebspraktikum stimmen Sie mit der Schule die vorgesehenen Tätigkeiten, Zeiten und Zuständigkeiten ab. Benennen Sie eine feste Begleitperson und eine Vertretung und planen Sie eine kurze Unterweisung sowie den Weg für Erste Hilfe und Notfälle.

Wie werden Lernziele und einzelne Aufgaben im Praktikum greifbar?

Formulieren Sie, was die Person am Ende erklären oder tun kann. Ein Beispiel ist, den Weg einer Erstanfrage vom Empfang bis zur Terminvorbereitung nachzuzeichnen. Die Abfolge aus Beobachten, Erklären und Bearbeiten zeigt den nächsten Lernschritt; Umfang und Begleitung stimmen Sie mit dem Lernstand ab.

Wie bereiten Sie eine Behandlungshospitation und die Lernnotizen vor?

Stellen Sie die lernende Person vor, erklären Sie kurz den Beobachtungsauftrag und fragen Sie, ob die Hospitation für die Patientin oder den Patienten passt. Halten Sie eine andere Lernstation bereit, falls die Person nicht beobachtet werden möchte. In Lernnotizen beschreibt die Praktikantin oder der Praktikant den Ablauf und offene Fragen, nicht Namen oder Behandlungsdetails.

Welche Softwareübung zeigt, wie Praxisinformationen zusammenhängen?

Nutzen Sie einen Beispielkontakt mit angebotener Uhrzeit und fehlender Rückmeldung. Die lernende Person ordnet den Termin im Kalender und die zugehörigen Angaben in Patientenakte und Sitzungsdokumentation ein. In der easymed-Demo lässt sich dieser Weg mit Beispieldaten zeigen. Eine vorbereitete Abweichung zwischen Nachricht und Kalendereintrag trainiert, Widersprüche zu erkennen und nachzufragen, statt selbst eine Angabe auszuwählen.

Wie geben Sie Feedback, das zu einem nächsten Übungsschritt führt?

Beziehen Sie sich auf einen konkreten Auftrag und das beobachtete Ergebnis. Beispiel: „Sie haben die fehlende Rückmeldung erkannt; in der Zusammenfassung blieb unklar, dass der Termin noch nicht bestätigt ist.“ Wiederholen Sie dieselbe Situation mit der ergänzten Information und fragen Sie, woran die Person erkannte, dass eine Rückfrage nötig war.

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