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Praxisgründung und Wachstum

Ergonomie-Workshops anbieten: Vom Arbeitsplatzbedarf zum passenden Format

Ergonomie-Workshop für Unternehmen: Bedarf, Format und Transfer klar festlegen. easymed ermöglicht die Online-Buchung persönlicher Praxistermine.

easymed.digital Redaktion 8 Min. Lesezeit
Eine Fachperson zeigt einer kleinen Bürogruppe die Höhenverstellung am Arbeitstisch.

Ein Ergonomie-Workshop wird für ein Unternehmen greifbar, wenn er eine konkrete Arbeitsaufgabe aufnimmt. In einem Büro mit geteilten Bildschirmarbeitsplätzen kann das zum Beispiel der Wechsel zwischen Stuhl, Tisch und Bildschirm sein. Für Ihre Praxis wird aus einer vagen Anfrage eine planbare Leistung: Sie verstehen den Arbeitsalltag, grenzen das Format ab, schaffen Raum zum Ausprobieren und vereinbaren einen nächsten Schritt.

Klären Sie vor dem Angebot fünf Punkte: Welche Tätigkeiten werden ausgeführt? Welche Arbeitsmittel stehen zur Verfügung? Sind die Plätze fest oder werden sie geteilt? Wer nimmt am Workshop teil? Und welches Ergebnis soll die Gruppe danach konkret mitnehmen? Ein ergänzender easymed-Nutzen betrifft einzelne Teilnehmende: Wenn jemand nach dem Gruppenworkshop einen persönlichen Praxistermin vereinbaren möchte, können Patientinnen und Patienten diesen über das Praxisportal buchen, verschieben oder absagen. Neue und bestehende Patientinnen und Patienten werden dabei getrennt geführt. Der Gruppenworkshop bleibt ein eigenes Angebot; easymed unterstützt den anschließenden Weg zu einem individuellen Praxistermin.

Den Arbeitsplatzbedarf mit dem Betrieb konkret erfragen

Fragen Sie den organisatorischen Kontakt nach einem typischen Arbeitstag. Wann werden Bildschirm, Telefon oder andere Arbeitsmittel genutzt? Welche Bereiche teilen sich mehrere Personen? Wo wechseln die Beschäftigten zwischen Aufgaben oder Orten? Diese Antworten geben Ihnen einen besseren Ausgangspunkt als ein allgemeiner Kurskatalog.

Für das erste Gespräch hilft eine kurze Bedarfsliste:

  • Tätigkeiten: Welche wiederkehrenden Aufgaben sollen im Mittelpunkt stehen?
  • Arbeitsmittel: Welche Stühle, Tische, Bildschirme oder anderen Geräte sind vorhanden?
  • Platzwechsel: Arbeiten die Teilnehmenden an festen Plätzen oder nutzen sie Arbeitsplätze gemeinsam?
  • Gruppe: Wer nimmt teil und wie viele geeignete Arbeitsmöglichkeiten stehen bereit?
  • Ergebnis: Was sollen die Beschäftigten nach dem Termin selbst ausprobieren oder im Betrieb weitergeben können?

Im Beispiel nutzt eine Bürogruppe mehrere gemeinsam verfügbare Schreibtische. Beim Wechsel wissen Beschäftigte nicht, welche Einstellmöglichkeiten sie selbst anpassen können. Der Workshop soll deshalb die vorhandenen Funktionen zeigen und einen nachvollziehbaren Ablauf für die Übernahme eines Arbeitsplatzes vermitteln. Das ist ein konkreterer Auftrag als ein Vortrag über „richtiges Sitzen“.

Klären Sie außerdem, wer im Betrieb Fragen zu Änderungen oder Anschaffungen weiterbearbeitet. Eine Frage zur Bedienung eines vorhandenen Stuhls ist etwas anderes als die Entscheidung über neue Ausstattung. Beschreiben Sie im Angebot, welche Punkte der Workshop behandelt und welche offene betriebliche Frage an den internen Kontakt zurückgeht.

Inhalt und Format nach der Zielgruppe wählen

Ein Kurzvortrag eignet sich für einen gemeinsamen Überblick. Ein Praxisworkshop braucht Zeit und vorhandene Arbeitsmittel zum Ausprobieren. Eine Arbeitsplatzbegehung betrachtet dagegen Arbeitsabläufe, Ausstattung und Umgebung vor Ort. Benennen Sie diese Formate getrennt und schreiben Sie dazu, was Ihr Angebot umfasst: etwa eine Gruppenerklärung, praktische Übungszeit oder eine abgestimmte Bestandsaufnahme.

Wählen Sie für den ersten Termin einen Schwerpunkt. Im Beispiel geht es um den Wechsel an einem geteilten Bildschirmarbeitsplatz. Die Gruppe lernt vorhandene Funktionen kennen und probiert die Übernahme des Arbeitsplatzes aus. Weitere Fragen können gesammelt und bei Bedarf später gezielt bearbeitet werden.

Nahaufnahme eines neutralen höhenverstellbaren Bürostuhls vor einem schlichten Schreibtisch KI Generiert
Das Motiv macht vorhandene Einstellmöglichkeiten als praktischen Workshopgegenstand sichtbar.

Die Aufgaben des Unternehmens gehören in die Auftragsklärung. Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz beurteilt der Arbeitgeber die mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen und ermittelt erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen. § 12 Arbeitsschutzgesetz betrifft eine ausreichende, angemessene und auf Arbeitsplatz oder Aufgabe ausgerichtete Unterweisung. Ein externer Workshop kann ein abgestimmter Baustein im betrieblichen Prozess sein. Halten Sie deshalb fest, wer den Auftrag fachlich einordnet, welche Arbeitsplätze und Themen dazugehören und wie Ergebnisse an die zuständige Stelle gehen.

Für Bildschirm- und Büroarbeitsplätze beschreibt die DGUV Information 215-410 als mögliche Vorgehensweise unter anderem, Arbeitsabläufe, Arbeitsplätze, Arbeitsmittel und Arbeitsumgebung systematisch zu betrachten, Maßnahmen festzulegen und Ergebnisse zu dokumentieren. Daraus folgt für Ihr Angebot: Wenn der Betrieb mehr als eine Gruppenschulung erwartet, etwa eine systematische Beurteilung mit Maßnahmenplanung, muss dieser Umfang ausdrücklich vereinbart und mit passenden Rollen und Ergebnissen beschrieben werden. Die DGUV-Information schreibt weder ein bestimmtes Workshopformat noch eine feste Dauer vor.

Sechzig Minuten mit Raum zum Ausprobieren planen

Für einen kompakten Termin kann ein klarer Beispielablauf helfen: zehn Minuten für Anliegen und Einstieg, fünfzehn Minuten für die gemeinsame Erklärung, zwanzig Minuten zum Ausprobieren, zehn Minuten für Fragen und fünf Minuten für den nächsten Schritt. Zusammen sind das sechzig Minuten.

Beispiel: 60 Minuten Workshop
  • Anliegen und Einstieg10 Minuten
  • Gemeinsame Erklärung15 Minuten
  • Ausprobieren20 Minuten
  • Fragen10 Minuten
  • Nächster Schritt5 Minuten
Die längste einzelne Phase gehört dem Ausprobieren. Teilnehmerzahl und verfügbare Beispielplätze werden gemeinsam geplant.
Abschnitt im Beispiel-Workshop Zeit
Anliegen und Einstieg 10 Minuten
Gemeinsame Erklärung 15 Minuten
Ausprobieren 20 Minuten
Fragen 10 Minuten
Nächster Schritt 5 Minuten
Zum Anzeigen weiterer Spalten horizontal scrollen.

Die längste Phase gehört im Beispiel dem praktischen Erproben. Dafür braucht die Gruppe geeignete Arbeitsmittel oder einen vereinbarten Modellplatz. Klären Sie bei der Buchung, wie viele Plätze zur Verfügung stehen und wie die Teilnehmenden wechseln können. Eine große Gruppe an einem einzigen Stuhl braucht eine andere Reihenfolge als kleine Teams an mehreren vorbereiteten Plätzen.

Die Zeitaufteilung ist ein Planungsbeispiel, kein Standard für jeden Ergonomie-Workshop. Passen Sie sie an den Schwerpunkt und die Zahl der Arbeitsplätze an. Wenn viele Fragen zu einer Ausstattung auftauchen, kann ein kürzerer Überblick mit einem späteren Praxistermin sinnvoller sein als ein übervoller Ablauf.

Vorhandene Arbeitsmittel statt allgemeiner Ausstattungstipps nutzen

Lassen Sie sich vorab beschreiben, welche Stühle, Tische und Arbeitsmittel vorhanden sind und was am Veranstaltungstag bewegt oder eingestellt werden darf. So können Sie eine Übung wählen, die die Beschäftigten im eigenen Arbeitsalltag wiedererkennen. Die begleitende Illustration zeigt ein Beispiel mit gemeinsam nutzbarem Stuhl und verstellbarem Tisch.

Im Beispiel verwendet die Gruppe einen gemeinsam verfügbaren Stuhl und einen verstellbaren Tisch. Die Fachperson zeigt die für den Auftrag relevanten Einstellmöglichkeiten; die Beschäftigten erproben anschließend den Ablauf zur Übernahme des Arbeitsplatzes. So wird sichtbar, welche Bedienung die Gruppe bereits nachvollziehen kann und wo eine kurze zusätzliche Erklärung hilfreich ist. Welche Einstellung passt, hängt von Arbeitsaufgabe und Person ab; der Workshop vermittelt deshalb den Umgang mit den vorhandenen Funktionen statt einer einzigen Position für alle.

Am eigenen Arbeitsplatz ausprobieren
Vorhandene FunktionenWechselablauf erprobenAm geteilten Arbeitsplatz
Die vorhandene Ausstattung bestimmt das praktische Workshopbeispiel. Offene Anschaffungsfragen werden anschließend im Betrieb weitergeführt.

Klären Sie, wer einen geeigneten Bereich vorbereitet und welche Arbeitsmittel während der Übung verfügbar sein müssen. Ein interner Kontakt kann dafür sorgen, dass der Demonstrationsplatz zum tatsächlichen Ablauf passt. Wenn ein Gerät defekt ist oder eine Anschaffung geprüft werden soll, notieren Sie die Frage und vereinbaren Sie den betrieblichen Ansprechpartner für die Rückmeldung.

Gruppeninformation und persönliche Fragen passend führen

Sagen Sie zu Beginn, welche allgemeinen Fragen die Gruppe gemeinsam bearbeitet. Die Teilnehmenden können ihre Arbeitsorganisation beschreiben und die vorgesehenen Einstellungen ausprobieren. Persönliche gesundheitliche Anliegen oder der Wunsch nach einer individuellen Behandlung bekommen einen eigenen Kontaktweg. So bleibt der Gruppenablauf klar und die betreffende Person weiß, wie sie mit ihrem Anliegen weiterkommt.

Eine passende Formulierung lautet: „Die Funktionen am Arbeitsplatz probieren wir gemeinsam aus. Für ein persönliches Anliegen vereinbaren wir anschließend einen eigenen Praxiskontakt.“ Wenn ein individueller Termin gewünscht ist, kann die Online-Terminbuchung von easymed diesen Kontaktweg unterstützen. Die Praxis legt die passenden Terminarten und den Aufnahmeweg fest.

Für die organisatorische Auswertung reichen wiederkehrende Fragen zur Ausstattung und zum Ablauf. Halten Sie fest, welche Erklärung noch gebraucht wird und wer im Betrieb eine offene Geräte- oder Beschaffungsfrage übernimmt. Ein persönlicher Befund ist dafür kein notwendiger Bestandteil des Workshopprotokolls.

Eine kleine Transferaufgabe für den Arbeitsalltag vereinbaren

Wählen Sie am Ende eine Aufgabe, die zum Workshopthema passt. Im Beispiel erproben die Beschäftigten den besprochenen Übernahmeablauf in der folgenden Woche an ihren geteilten Arbeitsplätzen. Sie notieren, welche Funktion verständlich war und an welcher Stelle die nächste Person noch eine kurze Erklärung benötigt.

Die Rückmeldung kann an den internen Fachkontakt gehen. Vielleicht fehlt eine kurze Anleitung am Arbeitsplatz oder eine zuständige Person für defekte Arbeitsmittel. Solche Hinweise lassen sich als betriebliche Aufgabe weiterbearbeiten. Ein konkreter beobachtbarer Schritt ist hilfreicher als der allgemeine Vorsatz, künftig „ergonomischer“ zu arbeiten.

Eine kleine Aufgabe wird weitergeführt
Eine kleine Aufgabe wird weitergeführt in der folgenden Woche geteiltenArbeitsplätzen internen Fachkontakt nach zwei Wochen
Ein konkreter Transfer mit Rückmeldung führt zu einer gezielten organisatorischen Fortsetzung.

Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt für die Rückmeldung. Im Beispiel prüft der Betrieb nach zwei Wochen, welche offene Frage geklärt werden sollte. Ihre Praxis erhält die für den Folgekontakt vereinbarten Informationen. Ein späterer Termin kann dann mit einem konkreten Anlass geplant werden.

Die Transferaufgabe soll zur tatsächlichen Arbeit passen. Wird ein Arbeitsplatz nur selten geteilt, kann eine andere Beobachtung sinnvoller sein. Wählen Sie den Schritt nach dem Inhalt des Workshops und nicht nach einer unveränderten Übungsliste.

Angebot und Ergebnis mit dem Betrieb sachlich auswerten

Ein übersichtliches Angebot nennt Anlass, Zielgruppe, Format, Schwerpunkt, Dauer, verfügbare Arbeitsmittel und den vorgesehenen nächsten Schritt. Schreiben Sie dazu, welche Vorbereitung der Betrieb übernimmt und welche Rückmeldung Ihre Praxis nach dem Termin erhält. So sieht der Auftraggeber, was die Gruppe praktisch erarbeitet und welche offene Frage bei einer zuständigen Person bleibt.

Für die Kalkulation zählt der gesamte Aufwand: Vorgespräch, Planung, Material, Anfahrt, Durchführung und vereinbarte Nachbereitung. Teilnehmerzahl und Zahl geeigneter Arbeitsplätze beeinflussen, wie viel Zeit zum Ausprobieren möglich ist. Wenn eine Begehung oder schriftliche Maßnahmenplanung gewünscht wird, führen Sie diesen Umfang im Angebot gesondert auf und stimmen Sie die dafür zuständigen Rollen ab.

Nach dem Termin können Sie gemeinsam prüfen, ob Raum, Arbeitsmittel und Zeit zum geplanten Ablauf passten. Fragen Sie, welche Erklärung häufig gebraucht wurde und ob die vereinbarte Transferaufgabe verständlich war. Diese Rückmeldung verbessert Ihre nächste Ergonomie-Workshop-Planung für Unternehmen, ohne ein Ergebnis oder eine gesundheitliche Wirkung zu versprechen.

Ein passendes Format beginnt beim Arbeitsplatzbedarf. Mit wenigen Fragen grenzen Sie den Auftrag ein, nutzen die vorhandene Ausstattung und geben der Gruppe Zeit für einen praktischen Schritt. Ein klar vereinbarter Kontakt für die Weiterarbeit hilft dem Unternehmen und Ihrer Praxis, den Workshop sinnvoll abzuschließen.

Häufige Fragen

Wie entwickle ich einen Ergonomie-Workshop für ein Unternehmen?

Klären Sie Tätigkeiten, Arbeitsmittel, feste oder geteilte Plätze, Gruppe und gewünschtes Ergebnis. Wählen Sie dann einen Schwerpunkt, der zum Arbeitsalltag passt, und planen Sie praktische Zeit mit den vorhandenen Geräten. Vereinbaren Sie außerdem, wer offene Fragen zu Ausstattung oder Beschaffung im Betrieb weiterbearbeitet.

Welche Verantwortung behält das Unternehmen bei einem Ergonomie-Workshop?

Der Arbeitgeber beurteilt die Gefährdungen der Arbeit und organisiert die passende Unterweisung für Arbeitsplatz und Aufgabe. Ihr Workshop kann ein abgestimmter Baustein dieses betrieblichen Prozesses sein. Beschreiben Sie im Angebot, welche Themen Sie bearbeiten und wer Ergebnisse oder Maßnahmen im Unternehmen weiterführt.

Wie kann ein sechzigminütiger Ergonomie-Workshop aufgebaut sein?

Das Beispiel sieht zehn Minuten für Anliegen und Einstieg, fünfzehn Minuten für die Erklärung, zwanzig Minuten zum Ausprobieren, zehn Minuten für Fragen und fünf Minuten für den nächsten Schritt vor. Passen Sie den Wechselablauf an die Zahl der Teilnehmenden und verfügbaren Arbeitsplätze an. Die Zeitaufteilung ist ein Planungsbeispiel, keine Vorgabe für jedes Unternehmen.

Welche Ausstattung brauche ich für einen Ergonomie-Workshop im Büro?

Nutzen Sie nach Möglichkeit die Stühle, Tische und Geräte, mit denen die Beschäftigten tatsächlich arbeiten. Klären Sie vorher, welche Funktionen gezeigt und welche Möbel bewegt werden dürfen. Ein betrieblicher Kontakt kann einen geeigneten Übungsplatz vorbereiten; offene Anschaffungsfragen bekommen anschließend einen eigenen Ansprechpartner.

Wie lässt sich ein Ergonomie-Workshop im Arbeitsalltag weiterführen?

Vereinbaren Sie eine kleine Aufgabe passend zum Workshopthema. Im Beispiel erprobt die Gruppe den Wechsel an geteilten Arbeitsplätzen in der folgenden Woche und gibt dem internen Fachkontakt Rückmeldung. Ein vereinbarter Zeitpunkt, hier nach zwei Wochen, hilft dem Betrieb, eine offene organisatorische Frage gezielt weiterzuführen.

Wie können Teilnehmende nach dem Ergonomie-Workshop einen Praxistermin buchen?

Wenn jemand nach dem Gruppenangebot einen persönlichen Praxistermin möchte, kann die Person über die Online-Terminbuchung von easymed buchen, verschieben oder absagen. Die Praxis nutzt getrennte Wege für neue und bestehende Patientinnen und Patienten und legt passende Terminarten sowie den Aufnahmeweg fest.

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