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Team und Zusammenarbeit

Fachtagung in der Therapiepraxis: Erkenntnisse im Alltag nutzen

So wählen Sie passende Beiträge aus, halten Quellen und Kontext fest und machen aus Tagungswissen konkrete nächste Schritte für Ihr Praxisteam.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Zwei Therapeuten übertragen Tagungsunterlagen in konkrete Aufgaben für ihre Praxis.

Ein Fachtagungsbesuch für Ihre Therapiepraxis wird besonders nützlich, wenn Sie mit einer konkreten Frage hingehen und mit einem nächsten Schritt zurückkommen. Notieren Sie vorab zwei oder drei offene Punkte, wählen Sie passende Programmpunkte aus und geben Sie danach nur die Erkenntnisse weiter, die für Ihren Praxisalltag relevant sind.

Betrifft ein Impuls die Terminübergabe, bündelt easymed den Teamkalender, die Patientenakte und die Behandlungsdokumentation je Termin in einer Praxissoftware. Wer eine Rückfrage übernimmt, kann Terminangaben und bisherigen Verlauf im selben System nachvollziehen. Welche Person antwortet und welche Arbeitsregel gilt, vereinbart Ihr Team.

Wählen Sie wenige konkrete Fragen

Starten Sie bei einer Aufgabe, die in Ihrer Praxis tatsächlich offen ist: Welche Information braucht das Team bei einer Terminrückfrage? Welche Fortbildung passt zu einem Thema, das Sie im Alltag häufiger beschäftigt? Formulieren Sie daraus zwei oder drei Fragen, die sich durch einen Beitrag beantworten oder eingrenzen lassen.

Vergleichen Sie das Programm anhand von Inhalt, Lernziel, Zielgruppe und Format. Ein interessanter Titel sagt wenig darüber aus, ob der Beitrag zu Ihrer Frage passt. Für eine fachliche Einordnung kann ein Vortrag hilfreich sein, für das Üben eines Handgriffs eine praktische Einheit und für unterschiedliche Erfahrungen eine Diskussion. Lassen Sie auch Zeit für Rückfragen und Austausch.

Ein Cochrane-Review zu Fortbildungsveranstaltungen im Gesundheitswesen schloss 215 Studien ein. Solche Veranstaltungen verbesserten die Umsetzung empfohlener Vorgehensweisen wahrscheinlich leicht; ob interaktive Treffen Vorträgen überlegen sind, blieb wegen sehr unsicherer Evidenz offen. Der Suchstand der Übersicht reicht bis 2016. Wählen Sie ein Format deshalb danach, was Sie klären möchten, und nicht nach einem Versprechen, dass ein Format den Transfer automatisch sicherstellt. (Cochrane-Übersicht zu Fortbildungsveranstaltungen)

Bereiten Sie das Team auf Ihren Fokus vor

Besprechen Sie vorab, welche Frage Sie mitnehmen und welche Rückmeldung danach hilfreich wäre. Kolleginnen und Kollegen können konkrete Punkte aus ihrem Arbeitsbereich ergänzen. So lässt sich später unterscheiden, welche Erkenntnis nur interessant war und welche eine Aufgabe im Team berührt.

Klären Sie auch die Vertretung während Ihrer Abwesenheit: Wer übernimmt offene Rückfragen und wie erreicht Sie das Team bei einem dringenden Punkt? Damit kann der Praxisbetrieb weiterlaufen, während Sie an der Tagung teilnehmen.

Wenn Sie einen Fall in einer Fortbildung besprechen, verwenden Sie eine möglichst abstrahierte Beschreibung und orientieren Sie sich am Prinzip der Datenminimierung: Bringen Sie nur Angaben ein, die zum Verständnis Ihrer Frage nötig sind. Namen, Kontaktdaten und andere nicht benötigte Patientendetails gehören nicht in Ihre Tagungsunterlagen. (BfDI-Information zu DSGVO und Datenminimierung)

Dokumentieren Sie Erkenntnisse mit ihrem Kontext

Notieren Sie Quelle, Thema und den konkreten Gedanken, den Sie später prüfen möchten. Eine einzelne Zahl oder ein auffälliger Satz ohne Kontext ist schwer weiterzuverwenden. Vermerken Sie, ob eine Aussage fachlich belegt, als Erfahrung beschrieben oder lediglich als Vorschlag vorgestellt wurde.

Eine Notiz mit Quelle und eigener Übertragung
Tagungswissen mit seinem Kontext notieren QuelleThemaErkenntnis Eigene Übertragung:Was möchten wirin der Praxis prüfen?
Die ursprüngliche Information und die eigene Praxisidee unterscheidbar halten.

Ergänzen Sie bei einer fachlichen Aussage den genannten Originalbeleg: Titel und herausgebende Stelle, Datum oder Version sowie die Zielgruppe der Empfehlung. So kann das Team eine Leitlinie oder Studie später selbst wiederfinden und einordnen. Trennen Sie Ihre eigene Interpretation klar von der ursprünglichen Information. Wenn ein Beitrag nur die Erfahrung einer Referentin oder eines Referenten wiedergibt, halten Sie das als Erfahrung fest. Eine nicht genannte Quelle bleibt eine offene Prüfbitte.

Die WHO beschreibt bei Leitlinien den Abgleich mit verfügbaren Ressourcen und dem organisatorischen Rahmen, in dem eine Empfehlung angewendet werden soll. Übertragen auf Ihre Praxis heißt das: Für welche Patientengruppe und Situation gilt die Aussage? Passt dieser Rahmen zu Ihrem Alltag? Die WHO-Handreichung zur Kontextualisierung von Leitlinien erläutert, warum die Übertragung verfügbare Ressourcen und den organisatorischen Rahmen berücksichtigen muss.

Sammeln Sie nicht wahllos jede Folie. Eine kurze Notiz zu Ihrer Ausgangsfrage, dem Beleg und der eigenen Überlegung lässt sich im Team leichter weiterverwenden als ein großer Ordner ohne Einordnung.

Bereiten Sie die Rückkehr zeitnah nach

Reservieren Sie nach dem Besuch einen kurzen Termin zur Nachbereitung. Gehen Sie Ihre ursprünglichen Fragen einzeln durch. Ordnen Sie den Status der Frage ein: beantwortet, noch offen oder für Ihre Praxis nicht passend.

Vom Tagungsimpuls zum nächsten Schritt
Vom Tagungsimpuls zum nächsten Schritt Status der Frage Originalquelle,Zielgruppe undAktualität entscheiden Sie imTeam Person und Zeitpunkt
Die kurze Nachbereitung verbindet die offene Frage mit einer Quelle, einer Teamentscheidung und einem Zeitpunkt für die Rückmeldung.

Wählen Sie für das Team wenige relevante Punkte aus. Prüfen Sie bei einer fachlichen Aussage ihre Originalquelle, Zielgruppe und Aktualität. Bei einer organisatorischen Idee entscheiden Sie im Team, ob der Ablauf zu Ihrem Praxisrahmen passt.

Ein systematischer Review von 44 kontrollierten Fortbildungsprogrammen für Gesundheitsfachberufe, darunter 26 Studien ausschließlich mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, zeigt, warum dieser Schritt zählt: Von 20 Studien, die Wissen prüften, berichteten 13 eine Verbesserung. Bei der Hälfte von 30 Studien zum Verhalten in der Praxis gab es einen Unterschied zwischen den Gruppen; bei fünf von 17 Studien zu patientenbezogenen Ergebnissen ebenfalls. Das sind Studienzählungen, keine Erfolgsquoten einzelner Tagungen. Sie machen aber sichtbar, dass neu erworbenes Wissen und eine veränderte Alltagspraxis getrennte Ergebnisse sind. (Systematischer Review zu klinischen Fortbildungsprogrammen für Gesundheitsfachberufe)

Schlagen Sie mögliche Änderungen als nächsten Schritt vor. Eine fachliche Information sollte nicht ungeprüft in eine allgemeine Behandlungsanweisung übergehen; die verantwortliche Person beurteilt die Eignung im konkreten Rahmen. Organisatorische Ideen, etwa eine klare Übergabe von Terminrückfragen, können Sie anhand eines typischen Ablaufs prüfen.

Halten Sie Person und Zeitpunkt für den nächsten Schritt fest. Auch die Entscheidung, einen Vorschlag nicht weiterzuverfolgen, schließt eine Frage und verhindert, dass der Gedanke als lose Notiz liegenbleibt.

Eine organisatorische Idee im Arbeitsalltag umsetzen

Angenommen, ein Austausch bringt die Idee auf, Terminrückfragen bei einer Übergabe eindeutiger weiterzugeben. Vereinbaren Sie, wer die Frage aufnimmt, welche Information für die Antwort gebraucht wird und wie die übernehmende Person den aktuellen Stand erfährt. Der nächste Schritt ist damit konkret und im Team besprochen.

In easymed gehören Teamkalender, Patientenakte und Behandlungsdokumentation je Termin zu derselben Praxissoftware. Die zuständige Person kann den passenden Termin und den bisherigen Verlauf nachvollziehen und die Rückfrage daran orientiert bearbeiten. Die vereinbarte Zuständigkeit und die Antwort bleiben Teil der gemeinsamen Teamarbeit.

Fassen Sie die Übergaberegel in wenigen Sätzen zusammen und teilen Sie sie mit den betroffenen Personen. Fragen Sie nach den ersten Anwendungen, ob die nötige Information ankam und ob noch ein Schritt fehlt. So bleibt die Idee nah am tatsächlichen Ablauf Ihrer Praxis.

Halten Sie den Transfer als Aufgabe fest

Notieren Sie Entscheidung, Zuständigkeit und den Zeitpunkt für eine kurze Rückmeldung. Wenn Sie die ausgewählte Idee im Alltag ausprobiert haben, prüfen Sie mit dem Team, ob der nächste Schritt klar war und die Frage beantwortet wurde.

Ein guter Tagungsbesuch muss nicht mit einer Änderung enden. Auch eine begründete Entscheidung, eine Idee zunächst offen zu lassen oder nicht zu übernehmen, ist ein klares Ergebnis. Fachtagungswissen wird für Ihre Therapiepraxis nutzbar, wenn eine konkrete Frage, ihre Quelle und der nächste gemeinsame Schritt zusammenbleiben.

Häufige Fragen

Wie wähle ich auf einer Fachtagung Beiträge passend zu meiner Praxisfrage aus?

Formulieren Sie vorab zwei oder drei konkrete Fragen und vergleichen Sie damit Inhalt, Lernziel, Zielgruppe und Format im Programm. Wählen Sie Vortrag, Übung oder Diskussion danach, was Sie klären möchten, und lassen Sie Raum für Rückfragen. Die Cochrane-Übersicht konnte nicht verlässlich bestimmen, ob interaktive Treffen Vorträgen überlegen sind.

Welche Angaben gehören zu einer Tagungsnotiz, damit ich sie später richtig einordnen kann?

Notieren Sie Thema und Kernaussage, den Originalbeleg mit Datum oder Version sowie die Zielgruppe. Kennzeichnen Sie, ob die Aussage aus einer Leitlinie oder Studie stammt, eine Erfahrung wiedergibt oder als Vorschlag genannt wurde. Halten Sie Ihre eigene Praxisüberlegung getrennt davon fest.

Wie übertrage ich nach einer Fachtagung Erkenntnisse sinnvoll in meine Therapiepraxis?

Gehen Sie Ihre Ausgangsfragen zeitnah durch und ordnen Sie jede als beantwortet, offen oder unpassend ein. Prüfen Sie bei fachlichen Aussagen Quelle, Zielgruppe und Aktualität. Wählen Sie wenige Punkte für das Team, legen Sie für jeden konkreten Schritt eine zuständige Person und einen Zeitpunkt für die Rückmeldung fest.

Wie hilft easymed, eine organisatorische Tagungsidee im Team umzusetzen?

easymed bündelt Teamkalender, Patientenakte und Behandlungsdokumentation je Termin in einer Praxissoftware. Die zuständige Person kann Terminangaben und bisherigen Verlauf im selben System nachvollziehen. Wer eine Rückfrage übernimmt und wie die Antwort weitergegeben wird, vereinbart das Team.

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