Eine große Gruppenpraxis organisieren Sie leichter, wenn alle denselben nächsten Schritt kennen: Wer nimmt eine Anfrage auf, wer beantwortet fachliche Fragen, wie werden Behandler und Räume gemeinsam geplant und wer übernimmt offene Vorgänge beim Schichtwechsel? Die fachlichen Schwerpunkte bleiben unterschiedlich; gemeinsam geregelt werden die Übergänge zwischen Empfang, Behandlung und Verwaltung. easymed verbindet dafür Teamkalender, Patientenakte, Behandlungsdokumentation und patientenbezogenen E-Mail-Eingang. Rechte lassen sich pro Mitarbeiter nach Bereichen einstellen. So arbeiten berechtigte Teammitglieder am selben Patienten- und Kalenderbezug weiter, während die Zuständigkeiten klar bleiben.
Zuständigkeiten in der interdisziplinären Gruppenpraxis nach Aufgaben festlegen
Eine Rechnungsfrage gehört zur administrativen Rolle; für eine fachliche Frage zur Terminwahl ist die zuständige Fachkraft der richtige Kontakt. Legen Sie auch den vereinbarten Vertretungsweg fest: Wer übernimmt welche organisatorische Aufgabe, wenn die hauptverantwortliche Person abwesend ist? Dann kann der Empfang die Frage mit den nötigen Angaben an die richtige Person weitergeben.
Für häufige Anliegen genügt eine kurze Zuordnung aus Thema, zuständiger Rolle und Vertretung. Eine Frage zur Rechnung geht an die Verwaltung; eine Unsicherheit zur passenden Behandlung klärt die zuständige Fachkraft. Die Leitung muss nicht jede übliche Terminabsprache entscheiden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt Praxisteams kurze regelmäßige Absprachen und klare Aufgabenverteilungen, bei denen Kolleginnen und Kollegen bei Bedarf vertreten können (Hinweise zur Zusammenarbeit im Praxisteam).
In easymed legen Sie Mitarbeiterrechte je Bereich fest. Stimmen Sie die sichtbaren und bearbeitbaren Bereiche auf die jeweilige Aufgabe ab und passen Sie sie an, wenn sich ein Arbeitsauftrag ändert. So bildet der Zugang in der Software die vereinbarte Zuständigkeit ab.
Gemeinsame Kalenderregeln für Behandler und Räume pflegen
Eine gute Kalenderregel beantwortet für jede Leistung dieselben Fragen: Wie heißt das Angebot, wie lange dauert es, welche Fachkraft und welcher Raum sind vorgesehen, und braucht es eine besondere Vorbereitung? Der easymed-Teamkalender bietet Tages-, Wochen- und Monatsansichten, Behandlerspalten sowie eine Raumplanung. Farben, Arbeitszeiten und hinterlegte Leistungen helfen dem Empfang, freie Zeiten der passenden Person und dem benötigten Raum zuzuordnen.
Erklären Sie den Unterschied an zwei konkreten Beispielen: einem gewöhnlichen Erstkontakt und einem Angebot mit zusätzlicher Vorbereitung. Verwenden Sie die gemeinsame Bezeichnung für den Erstkontakt; ergänzen Sie die Vorbereitung nur beim betreffenden Angebot. Zeigen Sie der neuen Person, wie Leistung, Dauer, Behandler und Raum zusammengehören. So wird die Ausnahme anhand des tatsächlichen Angebots verständlich und muss nicht als persönliche Nebenregel jedes Teammitglieds gelernt werden.
Gemeinsame organisatorische Bezeichnung: Erstkontakt
Serientermine und Pufferzeiten unterstützen wiederkehrende Besuche und die Tagesplanung. Bei einer einzelnen Änderung folgt der Kalender der bestätigten Vereinbarung. Für die Einarbeitung reichen deshalb ein regulärer Folgetermin und ein geänderter Besuch als Beispiele: Die neue Person sieht, welche Information sie aktualisiert und wann eine fachliche Rückfrage nötig ist.
Patientenakte und Rechte für die Zusammenarbeit verbinden
Eine gemeinsame Patientenakte hält Stammdaten, Versicherung, Verlauf und Dokumente beim selben Kontakt. In easymed wird die Behandlungsdokumentation dem Termin zugeordnet; das Praxis-Postfach kann E-Mails automatisch dem Patienten zuweisen. Empfang, Behandlung und Verwaltung finden so den passenden organisatorischen Anschluss, ohne den Kontakt aus getrennten Ablagen neu zusammenzustellen.
Ein Beispiel macht die Rollen sichtbar: Eine Antwort auf einen Terminvorschlag kommt im Praxis-Postfach an. Der Empfang ordnet sie der offenen Anfrage zu und führt die vereinbarte Zeit anschließend im Teamkalender. Die behandelnde Person ergänzt Befund und Verlauf zum zugehörigen Besuch. Beide arbeiten am selben Patientenbezug, erledigen aber unterschiedliche Aufgaben.
Richten Sie die Mitarbeiterrechte entsprechend dieser Aufgaben ein. Für die Terminorganisation braucht der Empfang die dafür vorgesehenen Kalender- und Kontaktbereiche; die fachliche Dokumentation gehört in den Arbeitsweg der behandelnden Person. Wenn jemand zusätzlich eine Vertretungsaufgabe übernimmt, passen Sie die betreffenden Bereiche an. Die fachliche Einschätzung bleibt bei der zuständigen Fachkraft.
Neue Mitarbeitende in einer großen Gruppenpraxis einarbeiten
Beginnen Sie vor dem ersten Arbeitstag mit einer festen Ansprechperson und den Aufgaben, die die neue Person zuerst übernimmt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt einen strukturierten Einstieg mit persönlichem Kontakt, einer Vorstellung im Team und schrittweise vermittelten Informationen, damit neue Beschäftigte nicht mit allem auf einmal beginnen (DGUV: Onboarding für den gelungenen Arbeitsstart).
KI Generiert
Eine neue Empfangskraft lernt zuerst den Weg von der Anfrage über die passende Leistung bis zum freien Termin und der fachlichen Rückfrage. Behandelnde starten bei ihren Terminen, der Patientenakte und der Dokumentation; die administrative Rolle bei ihren Rechnungs- und Kontaktwegen. Nutzen Sie für die Übung einen vorbereiteten Musterfall und lassen Sie die neue Person einen typischen Vorgang selbst ausführen. So sieht die Ansprechperson direkt, an welcher Stelle eine Erklärung noch fehlt.
Arbeitsschutzbezogene Unterweisungen richten Sie ebenfalls nach Arbeitsplatz und Aufgabe aus. § 12 Arbeitsschutzgesetz verlangt sie bei der Einstellung und bei Änderungen des Aufgabenbereichs vor Aufnahme der Tätigkeit (§ 12 ArbSchG). Erklären Sie die für den Arbeitsplatz geltenden Schutz- und Notfallregeln deshalb als eigenen Teil des Einstiegs.
Nach den ersten Arbeitstagen fragen Sie nach einer Aufgabe, die bereits selbstständig klappt, und einem Übergang, der noch unklar ist. Ergänzen Sie die gemeinsame Anleitung an der konkreten Stelle. Bei einer neuen Kalenderregel oder geänderten Zuständigkeit wird nur der betreffende Abschnitt angepasst; die ganze Einführung muss nicht neu geschrieben werden.
Offene Terminvorschläge beim Schichtwechsel weiterführen
Sendet der Empfang am Vormittag einen Terminvorschlag und trifft die Antwort am Nachmittag ein, braucht die nächste Schicht vier Angaben: den zugehörigen Kontakt, die angebotene Zeit, den erwarteten oder eingegangenen Rücklauf und den nächsten Schritt mit zuständiger Person. Kennzeichnen Sie den Vorgang als offen, bis die Auswahl bestätigt ist. So kann die übernehmende Person genau dort ansetzen, wo der vorherige Arbeitsschritt endete.
Das Praxis-Postfach von easymed ordnet E-Mails dem Patienten zu; der gemeinsame Kalender enthält den vereinbarten Termin. Die zuständige Empfangskraft prüft die Antwort, führt die bestätigte Auswahl als vereinbarten Termin nach und versendet die passende Terminmitteilung. Damit hängen Vormittagsangebot, Nachmittagsantwort und gebuchter Besuch am selben Kontakt zusammen.
Für die tägliche Abstimmung reicht ein kurzer Blick auf offene Übergänge: Welche Antwort wird noch erwartet, wer prüft sie und was ist nach der Rückmeldung zu tun? Besprechen Sie in der Runde nur Fälle, die tatsächlich eine Entscheidung brauchen. Die üblichen Anfragen laufen über die vereinbarten Rollen und Kalenderregeln weiter.
Eine große Gruppenpraxis bleibt übersichtlich, wenn Zuständigkeit, Kalenderregel und nächster Schritt zusammenpassen. Beginnen Sie mit den häufigsten Aufgaben am Empfang und in der Behandlung, üben Sie diese mit neuen Mitarbeitenden und passen Sie die gemeinsame Anleitung an den Rückfragen aus dem Alltag an.