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Praxisorganisation

Hygienemanagement in der Therapiepraxis: Zuständigkeiten und Routinen übersichtlich machen

Hygienemanagement in der Therapiepraxis: Verbinden Sie Hygieneplan, Anlass, Material und Zuständigkeit an jedem Arbeitsort – von der Behandlung bis zur mobilen Ausstattung.

easymed.digital Redaktion 7 Min. Lesezeit
Eine Therapeutin legt ein Handtuch auf die Behandlungsliege; rechts an der Wand ist ein Spender sichtbar.

Hygienemanagement in der Therapiepraxis wird übersichtlich, wenn eine Maßnahme mit ihrem Anlass, dem Arbeitsort, dem benötigten Material und einer zuständigen Person zusammen auffindbar ist. Der Physiotherapieplan der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ordnet die Handhygiene nach „Was, Wann, Womit, Wie“. So lässt sich die fachliche Vorgabe direkt mit dem täglichen Arbeitsweg verbinden.

Für die Zeitplanung bietet der easymed-Teamkalender Tages-, Wochen- und Monatsansicht, Pufferzeiten und eine Spalte je Behandler; bei mehreren Plätzen kann er nach Räumen organisiert werden. Das Team kann darin Vorbereitung und Raumwechsel realistisch einordnen. Welche Hygieneschritte gelten, wo die Mittel liegen und wer sie übernimmt, legt die Praxis anhand ihrer Hygieneunterlagen selbst fest.

Hygieneplan nach Anlass und Arbeitsplatz ordnen

Beginnen Sie mit den Anlässen, die im Praxisalltag tatsächlich vorkommen. Notieren Sie zu jedem Schritt, wo er stattfindet, was dafür gebraucht wird und wer ihn ausführt. Die BGW stellt unterschiedliche Hautschutz- und Händehygienepläne für therapeutische Berufsgruppen bereit; der jeweilige Plan soll an Wasch-, Arbeits- und Behandlungsplätzen gut sichtbar sein. Für physiotherapeutische Teams ist der BGW-Hautschutz- und Händehygieneplan für Physiotherapie (PDF) eine konkrete Arbeitsgrundlage.

Der BGW-Plan nennt zum Beispiel Händedesinfektion vor und nach jeder Behandlung sowie nach Kontakt mit Blut, Sekreten, Ausscheidungen oder der unmittelbaren Patientenumgebung. Händewaschen ist dort unter anderem zu Arbeitsbeginn, bei sichtbarer Verschmutzung und nach dem Toilettenbesuch aufgeführt. Dazu kommen die jeweiligen Mittel und Hinweise zur Durchführung. Für die Praxisorganisation heißt das: Der Auslöser bestimmt, welche Ausstattung am Ort verfügbar sein muss und welche Information eine Vertretung dort findet.

Die KRINKO-Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) nennt Physiotherapie in Beispielen für direkten Patientenkontakt und unterscheidet fünf Auslösergruppen: vor direktem Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, nach direktem Patientenkontakt und nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung. Für die Übertragung des „five moments“-Modells auf den niedergelassenen Bereich hält die Empfehlung es für angemessen, die Situationen vor und nach Patientenkontakt auf die körperliche Untersuchung zu begrenzen. Der BGW-Plan für Physiotherapie nennt Händedesinfektion ausdrücklich vor und nach jeder Behandlung. Die Texte setzen verschiedene Schwerpunkte: Verwenden Sie die RKI-Gruppen als Organisationshilfe und den berufsbezogenen BGW-Plan für die konkreten physiotherapeutischen Arbeitsschritte. Der RKI-Hygieneplan soll Aufgaben und Besonderheiten der Versorgung abbilden und für Mitarbeitende zugänglich sein.

Vier Arbeitsorte in eine Routineübersicht übertragen

Empfang, Behandlungsraum, Sanitärbereich und mobile Ausstattung sind vier unterschiedliche Arbeitsorte. Erfassen Sie jeden Ort mit seinem Auslöser, den benötigten Mitteln und einer zuständigen Rolle. Die Übersicht zeigt dann, wo eine Maßnahme beginnt und an welcher Stelle eine Vertretung übernehmen kann.

Vier Arbeitsorte, ein Organisationsraster
Vier Arbeitsorte, ein OrganisationsrasterEmpfangBehandlungs-raumSanitärbereichmobileAusstattungAnlass · Mittel · Rolle · Vertretung
Für jeden Ort stehen Anlass, Material, Rolle und Vertretung im selben Zusammenhang.

Die vier Orte brauchen nicht dieselbe Ausstattung oder denselben Ablauf. Am Handwaschplatz müssen Mitarbeitende den passenden Plan und die dort vorgesehenen Waschmittel und Einmalhandtücher finden. Im Behandlungsraum geht es beispielsweise um den zugänglichen Händehygieneplan und die im BGW-Plan benannten Mittel. Bei mobiler Ausstattung klären Sie vor dem Hausbesuch, wer sie vorbereitet, wohin sie nach der Rückkehr gehört und wie fehlendes Material weitergemeldet wird. Am Empfang tragen Sie nur die Aufgaben ein, die laut Praxisroutine tatsächlich dort anfallen.

Halten Sie die Übersicht knapp genug, dass sie am Arbeitsort schnell erfassbar bleibt: Ort, Anlass, Material, ausführende Rolle, Vertretung und Meldeweg. Verweisen Sie auf die maßgeblichen Unterlagen, statt umfangreiche Hygieneanweisungen mehrfach abzuschreiben. Wird eine Aufgabe verlegt, muss auch die passende Information am neuen Verwendungsort auffindbar sein.

Rollen so verteilen, dass die nächste Person weiterkommt

Unterscheiden Sie in der Hygieneorganisation drei Aufgabenanteile: Durchführung der Maßnahme, Bereitstellung der benötigten Mittel und Kontrolle offener Abweichungen einschließlich des Meldewegs. Diese Rollen können in einer kleinen Praxis bei derselben Person liegen. Wichtig ist, dass für Team und Vertretung klar bleibt, wer welchen Teil übernimmt.

Durchführung, Bereitstellung und Kontrolle gehören zusammen
Aufgabenanteile einer HygieneroutineEine HygieneaufgabeDurchführungMaßnahme nach PlanBereitstellungMittel am ArbeitsortKontrolleAbweichung weitergebenRollen können zusammenfallen
Die Aufgabenanteile hängen an derselben Hygieneaufgabe; sie können verschiedenen Rollen oder einer Person zugeordnet sein.

Ein Beispiel aus dem Behandlungsraum macht die Übergabe sichtbar: Die Therapeutin führt die im Plan festgelegte Maßnahme aus. Eine benannte Person sorgt dafür, dass das erforderliche Material am Platz vorhanden ist. Wenn etwas fehlt, weiß das Team, an wen die Meldung geht und wer den Nachfüllweg weiterführt. Die Grafik zeigt diese Verantwortungsanteile nebeneinander; sie sind keine feste zeitliche Reihenfolge und müssen nicht auf drei Personen verteilt werden.

Vermerken Sie bei jeder Aufgabe außerdem, woran die Erledigung erkennbar ist. „Bestellung ausgelöst“ bedeutet noch nicht, dass Material am Arbeitsplatz liegt. „Spender wieder verfügbar“ beschreibt dagegen den aktuellen Zustand am Einsatzort. Diese Unterscheidung hilft einer Vertretung, den nächsten Schritt zu übernehmen, ohne eine bereits erledigte Arbeit erneut anzustoßen.

Materiallücken am Beispielspender bearbeiten

Bei der Meldung „Material fehlt“ führen Sie zwei Dinge auseinander: „Arbeitsplatz wieder verfügbar“ (sofortige Verfügbarkeit am Einsatzort) und „Vorrat ergänzt“. Klären Sie zuerst, wie nach dem geltenden Praxisweg das benötigte Mittel wieder am Arbeitsplatz bereitsteht. Halten Sie zusätzlich fest, wer den Vorrat ergänzt oder eine offene Lieferung verfolgt. Erst wenn beide Zustände klar sind, kann die nächste Schicht erkennen, was noch zu tun ist.

Arbeitsplatz und Vorrat getrennt weiterführen
Arbeitsplatz und Vorrat getrennt weiterführenMaterial fehltArbeitsplatzwieder verfügbarSofortmaßnahmeVorrat ergänztNachfüllauftragBeide Status für die nächste Schichtfesthalten
Die Meldung wird in zwei Status aufgeteilt, die für die nächste Schicht gemeinsam nachvollziehbar bleiben.

Im Beispiel liegt Ersatz im Lager, aber die Vertretung kennt den Aufbewahrungsort nicht. Die Praxis ergänzt deshalb den Lagerort in der Einweisung und geht den Weg bei der nächsten Vertretung durch. Damit reagiert sie auf die beobachtete Ursache. In einer anderen Situation wäre vielleicht der Bestellhinweis oder die Zuständigkeit für die Lieferung zu ändern.

Richten Sie die Nachfüllroutine an Ihrem tatsächlichen Verbrauch und den üblichen Lieferzeiten aus. Ein häufig benötigter Artikel braucht einen anderen Überblick als selten verwendete Ausstattung. Legen Sie fest, wer den Vorratsstand beobachtet, wie eine Nachbestellung angestoßen wird und woran der Abschluss erkennbar ist. Eine einfache Übersicht mit Lagerort, zuständiger Rolle und Bestellstatus genügt, wenn sie für die Vertretung verständlich und aktuell bleibt.

Einweisung direkt am Arbeitsplatz durchführen

Eine Einweisung wird greifbar, wenn sie an dem Ort stattfindet, an dem die Aufgabe ausgeführt wird. Zeigen Sie den passenden Hygieneplan und verbinden Sie den darin genannten Anlass mit dem benötigten Mittel. Erläutern Sie, wer die Aufgabe übernimmt, wo Ersatz liegt und an wen eine Abweichung gemeldet wird. Der RKI-Empfehlung zufolge sollen Mitarbeitende in den Hygieneplan eingewiesen werden; ein direkter Rundgang macht die dort beschriebenen Arbeitsschritte im Teamalltag nachvollziehbar.

Bitten Sie die neue Kollegin anschließend, den nächsten Schritt selbst zu erklären oder zu zeigen. So sehen beide, ob Lagerort, Vertretungsweg und Ablauf klar sind. Für Hausbesuche kommt die mobile Ausstattung hinzu: Was wird vor dem Termin vorbereitet, wo wird sie nach der Rückkehr abgelegt und wie wird Material ergänzt? Die Einweisung richtet sich nach der tatsächlichen Rolle, statt für alle Mitarbeitenden denselben Rundgang zu wiederholen.

Wenn sich ein Arbeitsort, ein Angebot oder eine Zuständigkeit ändert, prüfen Sie die davon betroffenen Hinweise und Einweisungen. Ersetzen Sie veraltete Aushänge am Verwendungsort und informieren Sie die Personen, die den Ablauf ausführen oder vertreten. So bleibt die sichtbare Arbeitshilfe mit dem aktuellen Praxisweg verbunden.

Raumwechsel und Vorbereitung im Tagesplan berücksichtigen

Gehen Sie für die Zeitplanung einen üblichen Praxistag mit Behandlungsräumen, Vorbereitungsaufgaben und einer möglichen Vertretung durch. Markieren Sie, an welchen Übergängen das Team den Raum wechselt, Material holt oder eine Aufgabe übergibt. Wenn ein Übergang regelmäßig zu knapp geplant ist, kann ein passender Puffer oder ein näherer Lagerort den Ablauf besser an die tatsächliche Arbeit anpassen.

Im easymed-Teamkalender sehen Sie Termine in Tages-, Wochen- und Monatsansicht; Pufferzeiten, Spalten je Behandler und eine optionale Einteilung nach Räumen mit mehreren Plätzen unterstützen den Blick auf diese Übergänge. Die Praxis trägt dort ihre Behandlungszeiten und organisatorischen Zeitfenster ein. Die konkreten Hygienemaßnahmen, Materialwege und Zuständigkeiten bleiben mit dem Hygieneplan und der Teamroutine verbunden.

Prüfen Sie den Ablauf mit einer konkreten Situation: Ein Raumwechsel folgt direkt auf eine Behandlung, während die zuständige Person an diesem Tag vertreten wird. Ist die eingeplante Zeit sichtbar? Findet die Vertretung das benötigte Material? Ist klar, wer die offene Aufgabe übernimmt? Solche Fragen zeigen, ob der Plan, die Materialbereitstellung und der Tagesablauf zueinander passen.

Routine bei Änderungen kurz nachführen

Überprüfen Sie die Übersicht, wenn ein neuer Raum genutzt, Material umgelagert, eine mobile Leistung aufgenommen oder eine Aufgabe im Team neu verteilt wird. Fragen Sie dabei nicht nur, ob der Plan noch stimmt, sondern auch, ob die passende Arbeitshilfe am Einsatzort liegt, eine Vertretung den Weg kennt und ein offener Nachfüllauftrag weitergeführt wird.

Hygienemanagement in der Therapiepraxis verbindet damit fachliche Maßnahmen mit Arbeitsplatz, Material und Zuständigkeit. Ein konkreter Auslöser führt zur richtigen Routine, eine benannte Rolle hält den Übergang sichtbar, und die Vertretung kann am selben Punkt anknüpfen. So werden aus einzelnen Hygieneaufgaben verständliche Abläufe für den Empfang, die Behandlungsräume, den Sanitärbereich und mobile Einsätze.

Häufige Fragen

Welche Angaben gehören in die Hygieneübersicht einer Therapiepraxis?

Ordnen Sie jede Aufgabe einem Arbeitsort und Auslöser zu. Ergänzen Sie das benötigte Material, die ausführende Rolle, eine Vertretung und den Meldeweg. So kann das Team die passende Unterlage am Verwendungsort finden und eine offene Aufgabe weitergeben.

Welche Händehygiene-Anlässe nennt der BGW-Plan für Physiotherapie?

Der BGW-Plan nennt Händedesinfektion vor und nach jeder Behandlung sowie nach Kontakt mit Blut, Sekreten, Ausscheidungen oder der unmittelbaren Patientenumgebung. Händewaschen ist unter anderem zu Arbeitsbeginn, bei sichtbarer Verschmutzung und nach dem Toilettenbesuch vorgesehen.

Wie bleiben Hygieneaufgaben bei einer Vertretung nachvollziehbar?

Zeigen Sie der Vertretung am Arbeitsort den passenden Plan, die benötigten Mittel und den Meldeweg. Halten Sie fest, wer Durchführung, Bereitstellung und offene Abweichungen übernimmt. Bei mobilen Aufgaben gehört auch der Ort für Vorbereitung und Rückgabe zur Einweisung.

Wie wird ein fehlender Hygieneartikel im Team weitergeführt?

Sorgen Sie zunächst dafür, dass das benötigte Mittel nach dem Praxisweg am Einsatzort wieder verfügbar ist. Führen Sie den Auftrag zum Vorrat getrennt weiter und kennzeichnen Sie beide Abschlüsse. So sieht die nächste Person, ob nur der Arbeitsplatz versorgt ist oder auch der Bestand ergänzt wurde.

Wie lässt sich Zeit für Hygieneschritte im easymed-Kalender planen?

Im easymed-Teamkalender können Sie Termine in Tages-, Wochen- und Monatsansicht betrachten. Pufferzeiten, Spalten je Behandler und optional Räume mit mehreren Plätzen machen Vorbereitungs- und Wechselzeiten sichtbar; welche Hygieneschritte dort berücksichtigt werden, bestimmt Ihr Hygieneplan.

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