Eine Notfallübung in der Therapiepraxis zeigt, ob Ihr Team Hilfe im Raum, Übungsgespräch und Einweisung vom Eingang bis zum Behandlungsraum verbinden kann. Im angeleiteten Beispiel übernehmen drei Personen diese Aufgaben. Der Teamkalender von easymed zeigt Behandlungstermine nach Behandler und in Tages-, Wochen- und Monatsansicht. So stimmen Sie mit dem Team ein passendes Übungsfenster im Praxisablauf ab; die Ausbildungskraft begleitet den Fall und die praktischen Maßnahmen.
Die drei Rollen sind eine Beispielbesetzung, keine feste Vorgabe. Nach § 10 Arbeitsschutzgesetz richtet der Arbeitgeber Maßnahmen zur Ersten Hilfe nach der Arbeitsstätte, den Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten aus und berücksichtigt weitere anwesende Personen. Anzahl, Ausbildung und Ausrüstung der benannten Beschäftigten müssen zur Teamgröße und zu den besonderen Gefahren passen. Stimmen Sie die Aufgaben deshalb auf Ihre Räume und die tatsächliche Besetzung ab.
Eine konkrete Übung mit der Ausbildungskraft vorbereiten
Beschreiben Sie der Ausbildungskraft Ihre Räume, den vorgesehenen Eingang und die übliche Besetzung. Im Praxisbeispiel liegt Behandlungsraum 2 im ersten Obergeschoss. Der Hauseingang wird mit einem Schlüssel geöffnet; zwischen Empfang und Behandlungsräumen liegt ein kurzer Flur. Diese Ortskenntnisse helfen, das Training an Ihrem tatsächlichen Arbeitsplatz auszurichten.
Im Dreierbeispiel bleibt eine Person bei der Hilfe im Raum, eine zweite übt das Gespräch und eine dritte übernimmt den Zugang. Legen Sie mit der Ausbildungskraft Start und Ende der angekündigten Übung fest. Vereinbaren Sie vorab, wie das Übungsgespräch geführt wird: Die Ausbildungskraft stellt die Leitstelle über einen abgestimmten internen oder anderen Übungsweg dar. Ein echter Notruf über 112 gehört zum tatsächlichen Notfall; tritt während der Übung ein Notfall ein, beenden Sie die Simulation und beginnen unverzüglich die erforderliche Hilfe und Alarmierung.
Die DGUV weist darauf hin, dass Hilfe von jedem Arbeitsplatz schnell herbeigerufen werden können muss. Häufig reicht dafür ein Telefon mit den Notrufnummern. Prüfen Sie deshalb im vorgesehenen Raum, welches Telefon erreichbar ist und wie das Team die Alarmierung veranlasst. Die DGUV-Unterweisungshinweise nennen außerdem Ersthelfende, Notrufweg und Erste-Hilfe-Material als Themen der mindestens jährlichen Unterweisung im Betrieb. Zeigen Sie diese örtlichen Punkte am vorgesehenen Platz.
Die Hilfe im Raum und die Unterstützung zusammen üben
Beginnen Sie den angekündigten Fall im vorgesehenen Behandlungsraum. Die Ausbildungskraft leitet die fachlichen Maßnahmen an. Die zuerst handelnde Kollegin spricht die anderen direkt an: Eine übernimmt das Übungsgespräch, die andere den Eingang. So werden die organisatorischen Aufgaben verteilt, während die angeleitete Hilfe im Raum weitergeht.
Eine kurze Rückmeldung macht den Stand verständlich. „Ich kümmere mich um den Eingang“ bestätigt, dass die Aufgabe übernommen wurde. „Eingang geöffnet, Einweisung bereit“ meldet das erreichte Ergebnis. Die Kollegin im Behandlungsraum weiß dadurch, welche Unterstützung bereitsteht. Üben Sie die Übergabe mit den Worten, die Ihr Team im Alltag schnell versteht.
Das Übungsgespräch mit einer eindeutigen Ortsangabe führen
Im Beispiel nennt die Kollegin Praxisadresse, Hauseingang, erstes Obergeschoss und Behandlungsraum 2. Diese Angaben führen eine außenstehende Person bis zum richtigen Ziel. Eine vollständige Ortsangabe am Telefon unterstützt das Gespräch, auch wenn eine Kollegin die Adresse nicht auswendig kennt.
Das DGUV-Handbuch zur Ersten Hilfe empfiehlt, beim Notruf zuerst den möglichst genauen Ort zu nennen, darunter Straße, Hausnummer, Zufahrt und Stockwerk. Anschließend bleibt die anrufende Person in der Leitung und wartet auf Fragen. Die DGUV-Notrufkarte in der 2025 aktualisierten Fassung führt als Rückfragen auf, was passiert ist und wie viele sowie welche Verletzten oder Erkrankten es gibt. Die Ausbildungskraft kann diese Gesprächsfolge im Szenario übernehmen.
In der ersten Runde werden Adresse und Praxisname genannt, das Stockwerk fehlt. Die Ausbildungskraft fragt nach; die Kollegin ergänzt erstes Obergeschoss und Behandlungsraum 2. Im Rückblick genügt eine konkrete Verbesserung: Die vollständige Ortsangabe wird am vorgesehenen Telefon gut auffindbar bereitgelegt. So ist die Information beim nächsten Gespräch direkt zur Hand.
Adresse + Praxisname
Frage zum Stockwerk
1. Obergeschoss
Behandlungsraum 2
Ergänzen Sie am Telefon den genauen Zugang und die Angaben, die eine einweisende Person für den Weg braucht. Die DGUV empfiehlt auch die Lautsprecherfunktion: So bleiben die Hände für Erste-Hilfe-Maßnahmen frei, während die Person mit der Rettungsleitstelle spricht. Im Übungsgespräch kann das Team diese Handhabung und das Warten auf Rückfragen mit der Ausbildungskraft durchgehen.
Den Weg vom Hauseingang bis zum Behandlungsraum abgehen
Bei schwierigen örtlichen Gegebenheiten und mehrstöckigen Häusern empfiehlt das DGUV-Handbuch, eine Person am Straßen- oder Zufahrtseingang bereitstehen zu lassen und den Rettungsdienst einzuweisen. Gehen Sie den Zugang deshalb vom vereinbarten Treffpunkt bis zum betreffenden Raum ab.
Im Fallbeispiel öffnet die dritte Kollegin den Eingang und führt die Ausbildungskraft von dort zum Behandlungsraum. Das gemeinsame Abgehen verbindet Schlüssel, Tür, Flur und Stockwerk mit der Ortsbeschreibung. Gerade bei mehreren Eingängen hilft es, den genannten Zugang tatsächlich zu benutzen.
Im Fallbeispiel ist der Schlüssel vorhanden, sein Ablageort aber nur der Inhaberin bekannt. Das Team vereinbart einen zugänglichen Schlüsselort und zeigt ihn den vorgesehenen Personen. Berücksichtigen Sie auch den Weg ab der Straße: Wo wartet die einweisende Person, wie gelangt sie durch die Eingangstür und an welcher Stelle geht es weiter zum ersten Obergeschoss und zu Raum 2? So wird aus einer Adresse ein Weg, den eine außenstehende Person nachvollziehen kann.
Beobachtungen in zwei überprüfbare Änderungen übersetzen
Im kurzen Rückblick halten Sie zwei Beobachtungen fest: Die Ortsangabe war unvollständig; der Schlüsselort war nicht bekannt. Dazu passen zwei überschaubare Änderungen: die vollständige Ortsinformation ergänzen und den Schlüsselzugang gemeinsam festlegen. Eine verantwortliche Person setzt jeweils die Änderung um.
im Übungsgespräch
Ortsangabe ergänzen
nicht bekannt
klären und zeigen
Nachprüfung: Eine weitere vorgesehene Person findet den Schlüsselort und verwendet die vollständige Ortsangabe.
Beim nächsten angeleiteten Durchgang findet eine weitere vorgesehene Person den Schlüsselort und verwendet die vollständige Ortsangabe. Damit sehen Sie unmittelbar, ob die beiden Verbesserungen angekommen sind. Halten Sie den geübten Fall, die konkrete Änderung und das Ergebnis des nächsten Durchgangs knapp fest.
Die nächste Besetzung als eigenen Übungsfall vorbereiten
Sind später nur zwei Teammitglieder anwesend, stimmen Sie die Aufgabenverteilung mit der Ausbildungskraft für diese Besetzung ab. Klären Sie, wie die Hilfe im Raum, das Übungsgespräch und die Einweisung in dieser Konstellation zusammenlaufen. Auch ein anderer Raum oder Eingang lässt sich beim nächsten Training gezielt einbeziehen.
Mit der Terminplanung von easymed sehen Sie Behandlungstermine nach Behandler und in Tages-, Wochen- oder Monatsansicht. Stimmen Sie damit ein passendes Trainingsfenster in der Praxiswoche ab. Die Leitung koordiniert die Besetzung; die Ausbildungskraft begleitet die praktische Übung. easymed unterstützt die Terminübersicht, während Sie den konkreten Hilfeweg gemeinsam einüben.