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Praxisorganisation

Praxisziele aus Nutzungsmustern ableiten

So machen Sie aus Nutzungsmustern ein überprüfbares Praxisziel: Vorgang abgrenzen, Rückfragen passend zählen und die Veränderung gemeinsam prüfen.

easymed.digital Redaktion 8 Min. Lesezeit
Praxisleitung und Therapeut besprechen Beobachtungen zu ihren organisatorischen Abläufen.

Praxisziele aus Nutzungsmustern abzuleiten beginnt bei einer wiederkehrenden Aufgabe, nicht bei einer Klickzahl. Entscheidend ist, ob ein Arbeitsschritt gelingt: etwa, dass nach einer Terminverschiebung die aktuelle Zeit im Teamkalender steht oder eine Antwort aus der digitalen Anamnese beim Ersttermin in der Patientenakte bereitliegt. easymed verbindet dafür Online-Buchung und gemeinsamen Kalender; Anamnese und Behandlungsdokumentation knüpfen an die Patientenakte an.

Wählen Sie einen konkreten Vorgang, beschreiben Sie den heutigen Ablauf und legen Sie fest, woran eine Verbesserung erkennbar wäre. An einer Terminänderung lässt sich das gut zeigen: Die Patientin verwaltet den Termin über den Bestätigungslink, und das Team arbeitet mit der neuen Vereinbarung im Kalender weiter. So wird aus der Frage „Wird die Funktion genutzt?“ die aussagekräftigere Frage „Erleichtert sie den nächsten Arbeitsschritt?“

Eine konkrete organisatorische Frage auswählen

Beginnen Sie mit einer Aufgabe, die regelmäßig vorkommt und bei der mehrere Arbeitsschritte aufeinander folgen. Bei einer Terminänderung kann das Ziel sein: „Die nächste Empfangskollegin findet die vereinbarte Zeit ohne erneute Suche.“ Bei der Aufnahme könnte es heißen: „Die Antwort auf unsere wiederkehrende Vorabfrage liegt zum Ersttermin in der Patientenakte.“ Beide Ziele beschreiben einen sichtbaren Arbeitsstand statt eines allgemeinen Wunsches wie „Wir möchten digitaler werden“.

Grenzen Sie den Vorgang ein, bevor Sie Zahlen sammeln: Welche Terminart oder Aufnahme betrachten Sie, welche Schritte gehören dazu und wer übernimmt den nächsten Anschluss? Fragen Sie Empfang und Behandlung, welche Information ihnen an dieser Stelle fehlt oder hilft. Eine eng gefasste Frage macht Beobachtungen vergleichbar; eine Rundumerhebung über alle Praxisabläufe ist dafür nicht nötig.

Nutzung und Nutzen auseinanderhalten

In easymed können Patienten Termine im Buchungsportal buchen, verschieben und absagen. Über den Bestätigungslink verwalten sie ihre Vereinbarung; das Praxisteam sieht den aktuellen Termin im gemeinsamen Kalender mit Behandlern und, wenn eingerichtet, Räumen. Die Terminänderung führt damit an den Ort, an dem die Praxis weiterplant.

Die Änderung führt in den gemeinsamen Kalender

Bisheriger Kontaktweg

Telefonate oder Notizen

Neue Uhrzeit weitergeben

Mit easymed verbunden

Termin im Buchungsportal ändern

Bestätigungslink → Teamkalender
Patienten verwalten die Änderung über den Bestätigungslink; das Team arbeitet mit dem aktuellen Termin im Kalender weiter.

Trennen Sie bei der Auswertung die Nutzung einer Funktion vom Ergebnis der Arbeit. Eine häufig verwendete Funktion ist nicht automatisch hilfreich, und eine selten verwendete Funktion nicht automatisch überflüssig. Fragen Sie stattdessen: Ist die Vereinbarung aktuell? Kann die nächste Person ohne zusätzliche Klärung anschließen? Der frühere Weg über Telefonate oder Notizen kann als Vergleich dienen; er ist keine weitere Pflichtaufgabe, wenn der gemeinsame Kalender den aktuellen Stand bereitstellt.

Für andere Ziele kommen andere Anhaltspunkte infrage. Die Antworten aus einem easymed-Anamnesebogen stehen in der Patientenakte; die Behandlungsdokumentation hält Befund und Verlauf je Termin fest und bietet Textvorschläge aus bisherigen Formulierungen. Prüfen Sie solche Abläufe nur, wenn sie zu Ihrer Frage passen. Vermischen Sie eine Aufnahmefrage nicht mit der Messung von Terminänderungen.

Beobachtungen über einen passenden Zeitraum sammeln

Legen Sie für die Ausgangsbeobachtung einen klaren Zeitraum und eine Gruppe vergleichbarer Vorgänge fest. Ein Beispiel wäre, im kommenden Teammonat alle Verschiebungen einer bestimmten Terminart zu betrachten, unabhängig davon, ob sie online oder am Empfang beginnen. Für jeden Vorgang genügt zunächst ein kurzer Eintrag: Termin geändert, mindestens eine organisatorische Rückfrage nötig, nächster Schritt gelungen oder offen.

Gehen Sie einige typische Vorgänge mit den beteiligten Personen durch. Wo stand die gültige Zeit? Welche Information brauchte die nächste Person? An welchem Punkt entstand die Rückfrage? Eine knappe Beschreibung des Übergangs beantwortet diese Fragen; Namen oder andere Patientendetails sind für eine organisatorische Zählung meist nicht erforderlich. Empfang und Behandlung können so denselben Ablauf besprechen.

Eine Mitarbeiterin bespricht am Empfang mit einer Kollegin eine Unterlage zu einem organisatorischen Vorgang. KI Generiert
Empfang und Behandlung prüfen einen konkreten Ablauf und die Information für den nächsten Schritt.

Bei wenigen passenden Vorgängen sagt eine einzelne Prozentzahl wenig aus. Betrachten Sie dann die einzelnen Beispiele oder sammeln Sie über einen weiteren vergleichbaren Zeitraum, statt aus einer kleinen Zahl eine allgemeine Regel abzuleiten. Die Abbildung zeigt, wie Empfang und Behandlung einen gemeinsamen Vorgang als Ausgangspunkt für die Besprechung nutzen.

Aus einem Muster ein überprüfbares Ziel formulieren

Ein brauchbares Ziel verbindet den beobachteten Engpass mit einem überprüfbaren Ergebnis. Statt „Terminänderungen besser organisieren“ können Sie festlegen, welcher Arbeitsschritt künftig ohne zusätzliche organisatorische Klärung gelingen soll. Bestimmen Sie dazu dieselbe Vorgangsgruppe wie bei der Ausgangsbeobachtung und einen Termin, an dem das Team den Ablauf erneut betrachtet.

Eine Formulierung kann so aussehen: „Bis [Datum] sinkt bei [Terminart] der Anteil der Änderungen mit mindestens einer Rückfrage zur aktuellen Zeit von [Ausgangswert] auf [Zielwert]. Wir prüfen zugleich, ob die neue Vereinbarung korrekt im Teamkalender steht.“ Die Werte tragen Sie erst nach Ihrer Ausgangsbeobachtung ein. So bleibt das Ziel an Ihrer Praxis orientiert und belohnt nicht bloß weniger Rückfragen, wenn eine nötige Klärung weiterhin offen wäre.

Die KBV beschreibt Qualitätsmanagement als regelmäßigen Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Prüfen und Anpassen. Sie empfiehlt, den Ist-Stand einem gewünschten Soll gegenüberzustellen, Ziele konkret zu formulieren und sie erneut zu prüfen. Für ein kleines Praxisziel lässt sich daraus eine einfache Struktur ableiten: Ausgangslage festhalten, gewünschte Veränderung benennen, Zeitpunkt zur Auswertung setzen.

Die Veränderung mit dem Team ausprobieren

Probieren Sie den neuen Ablauf zunächst an einer typischen Situation aus. Bei einer Terminverschiebung nutzt die Patientin den Bestätigungslink; anschließend sucht eine Kollegin die aktuelle Vereinbarung im gemeinsamen Kalender. Prüfen Sie, ob die zuständige Person die neue Zeit direkt am Termin findet und den nächsten Arbeitsschritt erledigen kann. Wenn nicht, notieren Sie, welche Information noch fehlt, statt eine neue Funktion oder eine zusätzliche Liste vorauszusetzen.

Ein kurzer Test wird aussagekräftiger, wenn das Team vorher festlegt, was, wie lange und woran es den Erfolg beurteilt. Die US-Gesundheitsbehörde AHRQ empfiehlt für Qualitätsverbesserungen, ein Ziel und passende Messgrößen auszuwählen, Daten regelmäßig zu betrachten und den Test mit Zeitraum und Erfolgskriterium zu planen; auch kleine Praxen können mit einem einfachen Verfahren beginnen. Beziehen Sie Empfang und die betroffenen Behandler ein, damit der Ablauf beide Seiten der Übergabe abbildet.

Bei einem Ziel zur Aufnahme testen Sie stattdessen eine passende Vorabfrage im Anamnesebogen und prüfen, ob die Antwort für den Ersttermin in der Patientenakte bereitliegt. Bei Dokumentation kann das Team an einem Termin anschauen, ob der Verlauf für den nächsten Besuch auffindbar ist. Führen Sie solche Vorhaben als eigene Ziele, damit klar bleibt, welche Veränderung welche Beobachtung beantworten soll.

Einen Vorgang und eine Rückfrage einheitlich beschreiben

Definieren Sie vor dem Zählen, was als Rückfrage gilt. Für das Beispiel zählt eine organisatorische Nachfrage zur aktuellen Terminzeit oder zum betroffenen Vorgang. Eine Terminänderung, zu der drei Nachrichten gehören, bleibt ein Vorgang; zählen Sie nicht jede Nachricht als eigenen Fall. Der Nenner umfasst alle Änderungen in der vereinbarten Gruppe, der Zähler nur die Änderungen mit mindestens einer solchen Rückfrage.

Halten Sie nach Möglichkeit auch den Anlass der Klärung fest, etwa fehlende Zeitangabe oder unklarer Terminbezug. Für den Vergleich genügt ein einfaches Zählblatt mit Fallzahl und Anlass. So bleibt sichtbar, ob sich ein organisatorischer Schritt verbessert hat und welche Information dafür ausschlaggebend war.

Gleiche Rückfragezahlen mit ihrem Umfang vergleichen

In einer Beispielrechnung benötigen bei zehn Terminänderungen fünf Änderungen mindestens eine organisatorische Rückfrage. In einer zweiten Gruppe sind es ebenfalls fünf von zwanzig. Das entspricht 50 Prozent beziehungsweise 25 Prozent der Änderungen. Jede Änderung wird einmal gezählt, auch wenn mehrere Nachrichten dazu gehören.

Beispiel: Fünf Fälle in zwei Gruppen
Erste Beispielgruppe
10 Terminänderungen
5 Änderungen mit Rückfrage

5 ÷ 10 = 50 % der Änderungen

Zweite Beispielgruppe
20 Terminänderungen
5 Änderungen mit Rückfrage

5 ÷ 20 = 25 % der Änderungen

Fünf Fälle zählen in jeder Gruppe einmal; anschließend ähnliche Terminarten und Zeiträume vergleichen.
Fünf Terminänderungen mit Rückfrage entsprechen 50 Prozent von zehn und 25 Prozent von zwanzig Änderungen. Beispielrechnung.

Vergleichen Sie ähnliche Terminarten, denselben Arbeitsschritt und möglichst gleich lange Zeiträume. Wenn sich Eingangskanal oder Zusammensetzung der Fälle stark unterscheiden, halten Sie das fest und vergleichen Sie die Vorgänge getrennt. Die gleiche absolute Rückfragezahl kann bei unterschiedlichem Umfang einen anderen Anteil bedeuten; die Grafik macht diesen Bezug sichtbar.

Ein niedrigerer Anteil erklärt noch nicht, wodurch die Veränderung entstand. Schauen Sie auf die Fälle: Welche Information war vorhanden, welche musste nachgefragt werden, und stand die vereinbarte Zeit am Ende richtig im Kalender? Erst die Verbindung von Zahl und konkretem Ablauf hilft dabei, einen sinnvollen nächsten Test auszuwählen.

Ein Ziel mit dem beobachteten Engpass verbinden

Wenn Ihre Beispiele zeigen, dass nach einer Verschiebung zuerst der betroffene Termin gesucht werden muss, richten Sie das Ziel auf genau diesen Übergang. Im easymed-Buchungsportal verwaltet die Patientin die Terminänderung über den Bestätigungslink; die neue Vereinbarung erscheint im gemeinsamen Kalender. Diese Verbindung liefert den Arbeitsweg, an dem Sie die gewünschte Verbesserung prüfen können.

Der geänderte Termin ist für die nächste Kollegin auffindbar
BestätigungslinkPatientin verwaltet den Termin Gemeinsamer KalenderNeue Terminzeit am Vorgang Die nächste Kollegin findet sie.Aktuelle Zeit korrekt weiterverwenden
Die Patientin nutzt den Bestätigungslink; die neue Terminzeit steht im gemeinsamen Kalender.

Vereinbaren Sie als sichtbares Ergebnis, dass die nächste zuständige Person den geänderten Termin im Kalender findet und die aktuelle Zeit korrekt weiterverwendet. Die Zeichnung fasst diesen Zusammenhang zusammen: vom Link über den gemeinsamen Kalender bis zur anschließenden Planung. Das Team muss weiterhin die eigene Planung verantworten; es pflegt dafür aber nicht zusätzlich dieselbe Zeit in einer getrennten Liste.

Seltene Nutzung anhand eines konkreten Falls hinterfragen

Eine selten genutzte Funktion kann für wenige passende Situationen nützlich sein. Setzen Sie deshalb die Zahl der Nutzungen zur Zahl der Gelegenheiten ins Verhältnis: Wie oft kam der Anlass vor, bei dem Patienten eine andere freie Zeit wählen konnten, und wie oft wurde der Buchungsweg dafür genutzt? Ohne diesen Bezug lässt sich aus einer kleinen Nutzungszahl kein sinnvolles Ziel ableiten.

Wenn ein vorgesehener Arbeitsschritt ausbleibt, gehen Sie einen passenden Beispielvorgang gemeinsam durch. easymed stellt dafür eine Demo-Instanz mit Beispieldaten bereit. Beobachten Sie, an welcher Stelle eine Frage offen bleibt oder eine Information nicht gefunden wird; ändern Sie dann genau diesen Schritt und prüfen Sie ihn erneut. Ein Team muss nicht die Nutzung jeder Funktion steigern, sondern nur einen relevanten Ablauf verständlich gestalten.

Das nächste Ziel erst nach der Auswertung festlegen

Vergleichen Sie die Beobachtung nach dem Test mit der Ausgangslage und besprechen Sie die konkreten Fälle, die zum Ergebnis passen oder davon abweichen. Ist das vereinbarte Ziel erreicht und bleibt der Termin korrekt im Kalender, hält das Team den funktionierenden Weg fest. Ist es nicht erreicht, formulieren Sie den nächsten Test aus dem festgestellten Engpass, nicht aus einer Vermutung über die Software-Nutzung.

Die KBV empfiehlt, Qualitätsziele regelmäßig zu prüfen und den Verbesserungszyklus fortzuführen. AHRQ beschreibt ebenfalls die wiederkehrende Betrachtung von Zielen und Messwerten als Grundlage für kleine Verbesserungen. Für Ihre Praxis heißt das: eine Frage auswählen, den Ist-Stand dokumentieren, einen überschaubaren Versuch umsetzen und den nächsten Prüftermin festhalten. So werden Praxisziele aus Nutzungsmustern zu konkreten Schritten, die Empfang und Behandlung gemeinsam beurteilen können.

Häufige Fragen

Wie mache ich aus einer Beobachtung ein konkretes Praxisziel?

Beschreiben Sie einen sichtbaren Arbeitsschritt, den Ausgangswert und den gewünschten Zielwert. Legen Sie außerdem fest, wann Sie erneut prüfen. Bei einer Terminänderung können Sie etwa den Anteil der Fälle mit einer organisatorischen Rückfrage betrachten und zugleich prüfen, ob die neue Zeit korrekt im Teamkalender steht. Die Werte legen Sie nach der Ausgangsbeobachtung fest.

Wie zähle ich Rückfragen bei Terminänderungen?

Zählen Sie jede Terminänderung einmal, auch wenn mehrere Nachrichten dazugehören. Der Nenner umfasst alle Änderungen in Ihrer festgelegten Gruppe; der Zähler umfasst diejenigen mit mindestens einer organisatorischen Rückfrage. Fünf von zehn entsprechen 50 Prozent, fünf von zwanzig 25 Prozent. Vergleichen Sie ähnliche Terminarten und Zeiträume.

Ist eine selten genutzte Funktion automatisch überflüssig?

Nein. Setzen Sie die Nutzungen zur Zahl der passenden Gelegenheiten ins Verhältnis. Wenn der Anlass selten vorkommt, prüfen Sie konkrete Fälle, statt aus der kleinen Nutzungszahl allein ein neues Ziel abzuleiten. Gehen Sie einen passenden Beispielvorgang mit dem Team durch, wenn ein vorgesehener Schritt offenbleibt.

Wie kann ich Terminänderungen in easymed prüfen?

easymed verbindet die Online-Terminverwaltung über den Bestätigungslink mit dem gemeinsamen Kalender. Prüfen Sie an einer passenden Terminänderung, ob die zuständige Kollegin die neue Vereinbarung dort findet und die aktuelle Zeit korrekt weiterverwendet. Die Zahl der Buchungen allein zeigt diesen Arbeitsschritt nicht.

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