Eine technische Fortbildung für die Praxis wird dann nützlich, wenn das Team aus einer Idee einen konkreten Arbeitsschritt macht. Wählen Sie dafür eine wiederkehrende Aufgabe, beschreiben Sie den gewünschten Ablauf und vereinbaren Sie, wer ihn ausprobiert und wann Sie gemeinsam darauf zurückschauen. So wird aus einer technischen Neuerung eine überschaubare Aufgabe für den Praxisalltag.
Die WHO Academy beschreibt kompetenzbasiertes Lernen als Fähigkeit, relevantes Wissen, Fertigkeiten und Haltungen miteinander zu verbinden und anzuwenden. Auch die Übertragung in die Praxis und die Auswertung der Lernwirkung gehören zu diesem Ansatz. Für Ihr Team heißt das: Halten Sie nicht nur fest, was in der Fortbildung gezeigt wurde, sondern auch, was eine Person anschließend anders tun kann.
Geht es um digitale Aufnahme, lässt sich der Arbeitsweg direkt nachvollziehen: In easymed legen Sie eigene Anamnesefragen an. Patienten beantworten sie bei der Buchung, im Portal oder am optionalen Empfangs-Tablet; die Antworten stehen in der Patientenakte. Ihr Team liest sie vor dem Erstgespräch und bespricht dort, was noch offen ist. Ein separater Übertragungsweg vom Formular in die Akte entfällt.
Vor dem Termin eine Praxisfrage formulieren
Wählen Sie eine Frage, die in Ihrer Praxis tatsächlich vorkommt. Soll die Vorbereitung auf den ersten Termin leichter werden? Geht es um eine verständlichere digitale Anforderung von Unterlagen oder darum, dass Empfang und Behandlung denselben Ablauf kennen? Eine konkrete Frage grenzt ein, welche Inhalte der Fortbildung für Ihr Team relevant sind.
Beim Beispiel der Aufnahme lautet die Praxisfrage: Welche Angaben brauchen Sie vor dem Erstgespräch, und was klären Sie lieber direkt im Termin? Schauen Sie dazu auf Ihren bisherigen Aufnahmebogen und den anschließenden Ablauf. So sehen Sie, was eine digitale Funktion abbilden sollte und an welcher Stelle weiterhin ein persönliches Gespräch wichtig ist.
Für eine Schulungsübung reicht eine Beispielsituation: Eine neue Patientin möchte ihre Vorgeschichte zu Hause ergänzen. Arbeiten Sie dabei mit erfundenen Angaben statt mit echten Patientendaten. An dem Beispiel können Empfang und Behandlung prüfen, welche Frage vorab hilft und wer die Antwort anschließend liest.
Gezeigte Funktion und verfügbaren Einsatz unterscheiden
Anbieterinformationen, Vorträge und Produktdemos können vorhandene Funktionen und geplante Möglichkeiten nebeneinander zeigen. Notieren Sie die beiden Fälle getrennt. Fragen Sie bei einer konkreten Idee, was Sie bereits nutzen können, welche Einstellung dafür nötig ist und was noch angekündigt wurde. Für die spätere Teamweitergabe genügt eine kurze Notiz mit der passenden Funktion und dem aktuellen Einsatzrahmen.
Bei der digitalen Anamnese sind die Fragen in easymed bereits mit dem Patientenportal und der Patientenakte verbunden. Patienten beantworten sie bei der Buchung, im Portal oder über das optionale Empfangs-Tablet. Diese Unterscheidung hilft, den Ablauf realistisch zu planen: Sie richten passende Fragen ein und wählen den vorhandenen Zugangsweg, der zu Ihrer Praxis passt.
Die Technik an der Aufgabe prüfen
Beschreiben Sie vor dem Ausprobieren, woran Sie einen passenden Ablauf erkennen. Bei der Aufnahme kann das heißen: Die Patientin findet die Fragen, die Antworten erscheinen in der richtigen Akte und das Team weiß, wo es vor dem Termin nachsieht. Wenn eine Angabe fehlt, ist klar, wie sie ergänzt wird. Das sind direkt beobachtbare Punkte; dafür müssen Sie keine zusätzlichen Kennzahlen erfinden.
Legen Sie fest, wer den Ablauf testet und wann die Rückmeldung ins Team kommt. Eine Person aus dem Empfang kann prüfen, ob die Fragen verständlich sind und die Antworten eintreffen. Die behandelnde Person sieht nach, ob die Informationen vor dem Gespräch gut auffindbar sind. Die fachliche Entscheidung, welche Angaben für die Behandlung wichtig sind, bleibt bei Ihrem Team. Die Software führt die Antworten in der Patientenakte zusammen.
Die KBV empfiehlt regelmäßige Fortbildungen mit unmittelbarem Bezug zur Tätigkeit der Mitarbeitenden in Arzt- und Psychotherapiepraxen; Art und Umfang werden mit der Leitung abgestimmt. Für eine technische Fortbildung in einer Therapiepraxis ist derselbe Gedanke als Arbeitsmethode hilfreich: Nehmen Sie eine konkrete Aufgabe aus Ihrem eigenen Ablauf und prüfen Sie die neue Funktion genau daran. Die Hinweise der KBV zum Qualitätsmanagement beziehen sich auf ihren ambulanten Versorgungsbereich; der hier übertragene Gedanke ist, die Fortbildung an der konkreten Arbeit im eigenen Team auszurichten.
Wissen im Team weitergeben
Wählen Sie für die Nachbereitung einen kurzen Termin, an dem die betroffenen Rollen teilnehmen können. Zeigen Sie zuerst die Praxisfrage und danach den veränderten Arbeitsschritt. Empfang und Behandlung brauchen dabei dieselbe Erklärung: Wo beantwortet der Patient die Fragen, wo findet das Team die Angaben und wie wird eine offene Information geklärt?
Notieren Sie nach der Fortbildung drei Dinge:
- Welche Aufgabe soll durch die neue Erkenntnis einfacher oder verständlicher werden?
- Wer probiert welchen Schritt bis zu welchem Termin aus?
- Was möchte das Team beim nächsten Austausch prüfen oder noch anpassen?
Die KBV beschreibt in ihrem Qualitätsmanagement-Leitfaden Teamsitzungen als Möglichkeit, Mitarbeitende auf denselben Stand zu bringen. Ergebnisse können als Aufgabenliste mit Zuständigkeit und Termin festgehalten werden; bis zur nächsten Sitzung sollte geprüft werden, was erledigt ist und was noch offen bleibt. Auch abwesende Kolleginnen und Kollegen können sich über eine kurze Notiz informieren. So bleibt die Idee für alle im Team auffindbar.
Einen begrenzten nächsten Schritt festhalten
Wählen Sie eine Idee, die Ihre Praxisfrage beantwortet, und testen Sie nur diesen Arbeitsweg. Bei einer digitalen Aufnahme können Sie etwa prüfen, ob die Fragen verständlich sind, die Antworten in der richtigen Akte erscheinen und das Team weiß, wie eine fehlende Angabe ergänzt wird. Legen Sie dafür eine zuständige Person und den Zeitpunkt für die gemeinsame Rückmeldung fest.
Für diesen Aufnahmefall wählen Sie in easymed passende Anamnesefragen aus. Patienten beantworten sie bei der Buchung, im Portal oder am optionalen Empfangs-Tablet; die Antworten stehen direkt in der Patientenakte. Fehlt eine Angabe, kann der Patient sie im Portal oder am Empfangs-Tablet ergänzen. Ihr Team liest die Antworten vor dem Gespräch und bespricht, was für den Termin wichtig ist. easymed führt die Antworten vom Fragebogen in die Akte; Ihr Team wählt die Fragen aus und bereitet das Erstgespräch vor.
Halten Sie für die Nachbereitung die gewählte Idee, die zuständige Person und den Rückblicktermin fest. Beim nächsten kurzen Austausch besprechen Sie, ob die neue Funktion den vorgesehenen Arbeitsschritt unterstützt und welche Anpassung sinnvoll ist. Damit wird aus Wissenstransfer eine konkrete Verbesserung, die sich an Ihrer Praxisfrage messen lässt.