Wenn Sie Praxissoftware für Tierphysiotherapie oder Tierosteopathie auswählen, zeigt ein konkreter Fall mehr als eine allgemeine Produktvorführung: Eine Halterin bringt erst ihren Hund und später ihr Pony. Beide Tiere haben eigene Termine und Unterlagen, während die Halterin als Kontakt- und Rechnungsadresse bestehen bleibt. Spielen Sie genau diesen Ablauf in der Demo durch.
Easymed beschreibt für Physiotherapiepraxen einen allgemeinen Kalender, in dem Leistungen Behandlern und Terminlängen zugeordnet werden. Das kann bei verfügbaren Zeiten und Teamplanung nützlich sein. Daraus folgt jedoch kein Nachweis für eine Tierakte, mehrere Tiere je Halter, tierärztliche Unterlagen als Tierverlauf oder GOT-Abrechnung. Prüfen Sie diese Anforderungen deshalb einzeln beim Anbieter; die Praxissoftware-Seite für Physiotherapie zeigt den belegten Kalenderbezug.
Eine typische Tiertherapie-Woche als Demofall aufbauen
Legen Sie vor dem Termin mit dem Anbieter einen kleinen Demofall fest: Halterin Lea Beispiel, ihr Hund Flocke und ihr Pony Maja. Planen Sie je Tier einen eigenen Kontakt in derselben Woche. Notieren Sie vorab, was die Software am Ende zeigen soll: einen Halterkontakt, zwei unterscheidbare Tierprofile, je Tier passende Termine und Unterlagen sowie klar zugeordnete Rechnungen.
Bitten Sie darum, diese Angaben selbst in der Demo anzulegen und danach wie im Praxisalltag wiederzufinden. Beobachten Sie nicht nur, ob sich Felder ausfüllen lassen. Entscheidend ist, ob die Beziehung zwischen Halter und Tier in Suche, Kalender, Dokumentenansicht und Rechnung durchgängig erhalten bleibt. Wenn der Anbieter eine Funktion erst konfigurieren muss, lassen Sie sich den vollständigen Ablauf mit dieser Einstellung zeigen.
Tieridentität und verantwortlichen Halter getrennt erfassen und verknüpfen
Die Basis ist eine klare Datenbeziehung: Halterin Lea Beispiel bleibt als Kontakt bestehen; ihr Hund Flocke und ihr Pony Maja erhalten jeweils einen eigenen Tierdatensatz. Verknüpfen Sie beide Tierprofile mit demselben Halterkontakt, sodass Name und Rechnungsweg beim Halter und Fallangaben beim jeweiligen Tier auffindbar sind.
Fragen Sie, welche Tiermerkmale in eigenen Feldern stehen und welche nur als freie Notiz erfasst werden können. Für Ihren Alltag können etwa Tiername, Tierart, Geburts- oder Identifikationsangaben, weitere Kontaktpersonen und die behandelnde Fachkraft relevant sein. Legen Sie nur Felder als Muss fest, die Ihr Team wirklich braucht. Suchen Sie danach einmal nach Lea, einmal nach Flocke und einmal nach Maja: Führt jede Suche zum richtigen Profil und zeigt sie, welches Tier gemeint ist?
Testen Sie außerdem, was geschieht, wenn sich eine Telefonnummer ändert oder eine weitere Bezugsperson hinzukommt. Bleibt der gemeinsame Halterkontakt bestehen? Lassen sich die Tiere einzeln öffnen und bleibt ihr Verlauf getrennt? Eine Liste, in der lediglich der Tiername in der Halternotiz steht, ist im Alltag anders zu bedienen als zwei klar erkennbare Tierprofile.
Mehrere Tiere eines Halters und einen Kontaktwechsel durchspielen
Buchen Sie im Demofall erst Flocke und anschließend Maja. Prüfen Sie bei jedem Schritt, ob die Software Sie zur Auswahl des konkreten Tieres führt und ob der Termin danach am richtigen Tier erscheint. Ändern Sie anschließend nur den Termin von Flocke. Maja sollte dabei weiterhin mit ihrem eigenen Zeitpunkt und Anliegen auffindbar bleiben.
Wenn ein anderer Halter künftig Termine übernimmt, testen Sie, ob die Kontaktperson für genau das betroffene Tier angepasst werden kann, ohne dass die Historie des Tieres oder die Daten des anderen Tieres versehentlich mitwechseln. Fragen Sie, wie doppelte Halterkontakte zusammengeführt oder getrennt werden und was dabei mit Termin- und Dokumentbezügen passiert. Das sind wichtige Bedienwege, wenn ein Tier von mehreren Personen gebracht wird oder Tiere innerhalb einer Familie wechseln.
Tierärztliche Unterlagen nach Tier, Datum und Quelle zuordnen
Laden Sie für Maja einen tierärztlichen Befund hoch und ordnen Sie ihn im Test einer konkreten Untersuchung oder einem späteren Termin zu. Danach öffnen Sie Flockes Profil und kontrollieren, ob dort nur die für Flocke bestimmten Dokumente erscheinen. Prüfen Sie auch, ob Dokumentart, Datum und Herkunft verständlich erkennbar sind und ob sich eine Datei später wieder öffnen oder exportieren lässt.
Fragen Sie den Anbieter, ob Unterlagen zum Tier, zum Halterkontakt oder zum einzelnen Termin gehören können. Für Ihre Praxis ist wichtig, dass ein Befund nicht nur irgendwo gespeichert wird, sondern beim passenden Tier wieder auftaucht und mit einer nachvollziehbaren Quelle verbunden bleibt. Notieren Sie in Ihrer eigenen Dokumentation, welche Information aus einer Unterlage übernommen wurde und zu welchem Kontakt sie gehört.
Kontaktdaten wie Name, Telefonnummer und Rechnungsanschrift des Halters sind personenbezogene Daten. Die DSGVO bezieht sich auf Informationen über identifizierbare natürliche Personen und nennt unter anderem Zweckbindung und Datenminimierung als Grundsätze. Zugleich definiert sie Gesundheitsdaten als personenbezogene Informationen über die körperliche oder geistige Gesundheit einer natürlichen Person. Tierbefunde sollten deshalb nicht pauschal als Gesundheitsdaten des Halters bezeichnet werden; trennen Sie im Test Halterkontakt und tierbezogenen Fallinhalt sauber (DSGVO, Art. 4 und 5).
Behandler, Terminlänge und Tier im Kalender prüfen
Legen Sie im Kalender für beide Tiere je einen Termin mit dem zuständigen Behandler und der für Ihr Angebot vorgesehenen Dauer an. Achten Sie in Wochenansicht, Detailansicht und Terminerinnerung darauf, ob neben der Halterin auch das konkrete Tier eindeutig sichtbar ist. Verschieben Sie einen Termin und sehen Sie nach, ob nur der richtige Kontakt aktualisiert wird.
Ein allgemeiner Behandlerkalender kann freie Arbeitszeiten und Terminlängen übersichtlich organisieren. Easymed weist solche Kalender- und Zuordnungsfunktionen für menschliche Physiotherapiepraxen aus. Das ist ein möglicher Teilfit für die Zeitplanung einer Tiertherapiepraxis, beantwortet aber nicht, ob Buchung, Bestätigung und Verlauf jeweils ein Tier eindeutig abbilden. Lassen Sie diesen Unterschied in der Demo am Bildschirm zeigen.
| Prüffrage | Im Demotermin sichtbar machen |
|---|---|
| Wer kommt? | Halterkontakt und gegebenenfalls weitere Bezugsperson |
| Welches Tier? | Tiername und Tierprofil direkt am Termin |
| Wer behandelt? | Zuständige Fachkraft und passende Zeitlänge |
| Was ändert sich? | Nur den ausgewählten Tiertermin verschieben oder absagen |
Die Tabelle ist eine kurze Beobachtungshilfe. Tragen Sie je Zeile ein, was die Software direkt abbildet, wofür eine Einstellung nötig ist und welcher Schritt manuell bleibt.
Zugriffsrechte mit Empfang und Behandlerteam testen
Richten Sie für die Vorführung mindestens zwei Rollen ein, zum Beispiel Empfang und behandelnde Fachkraft. Lassen Sie beide nacheinander denselben Halterkontakt öffnen. Prüfen Sie, wer Termine verwalten, Tierunterlagen ansehen, Notizen ergänzen und Daten exportieren kann. Wenn bei Ihnen mehrere Behandler arbeiten, testen Sie auch, ob die Zuordnung zu einem Tierkontakt für das Team verständlich bleibt.
Fragen Sie nach dem genauen Umfang der Rechte: Gelten sie für alle Tiere, einzelne Termine oder bestimmte Dokumente? Ist sichtbar, wer einen Eintrag angelegt oder verändert hat? Welche Möglichkeiten gibt es für externe Beteiligte, etwa eine Tierarztpraxis, die einen Befund übermittelt? Entscheiden Sie diese Zugriffe anhand Ihres realen Ablaufs und vergeben Sie sie so eng wie praktikabel. Ein allgemeines Häkchen „Teamzugriff“ beantwortet nicht, welche Rolle welche Information im Alltag sieht.
Eigene Tiertherapie-Rechnung und GOT-Abrechnung auseinanderhalten
Erstellen Sie im Testlauf eine Beispielrechnung für eine von Ihrer Praxis selbst erbrachte Tiertherapieleistung. Prüfen Sie, ob der Rechnungsempfänger beim Halter liegt, das behandelte Tier und der konkrete Termin eindeutig zugeordnet sind und die tatsächlich vereinbarte Leistung verständlich erscheint. Wenn Sie zwei Tiere desselben Halters an einem Tag behandeln, testen Sie, ob die Rechnungen getrennt oder nach Ihrer Wahl zusammengefasst werden können, ohne Positionen oder Tierbezug zu vermischen.
Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte regelt die Vergütungen für berufliche Leistungen von Tierärztinnen und Tierärzten. Ein vorhandener GOT-Katalog ist daher für sich genommen kein Beleg dafür, dass die Software auch den Rechnungsweg Ihrer eigenen Tierphysiotherapie oder Tierosteopathie passend abbildet. Fragen Sie den Anbieter, welche Leistungserbringer, Positionen und Rechnungstypen damit konkret gemeint sind (§ 1 GOT). Eine GVO-Privatrechnung für menschliche Osteopathie ist ebenfalls kein Nachweis für eine GOT-Abrechnung.
Tierphysiotherapie oder Tierosteopathie der eigenen Praxis
Rechnung mit Halter, Tier, Termin und tatsächlich vereinbarter Leistung abgleichen.
Berufliche Leistungen von Tierärztinnen und Tierärzten
Prüfen, welche Leistungserbringer, Positionen und Rechnungstypen der GOT-Katalog konkret abbildet.
Ein Katalogname allein belegt keinen passenden Rechnungsweg.
Bitten Sie um ein fertiges Rechnungsbeispiel aus dem Demofall und prüfen Sie Adressat, Tierbezug, Leistungsbeschreibung und Summen. Lassen Sie sich erklären, welche Angaben Ihre Praxis selbst festlegt und welche aus einem Katalog übernommen werden. So erkennen Sie, ob das System Ihre tatsächliche Abrechnung unterstützt oder ob dafür ein gesonderter, dokumentierter Weg nötig ist.
Datenexport und Einsatzgrenzen vor dem Kauf festhalten
Schließen Sie die Demo mit einem Exporttest ab: Lassen sich Halterkontakt, Tierstammdaten, Termine, Dokumente und Rechnungen in brauchbarer Form ausgeben? Fragen Sie, ob die Daten je Tier und je Halter nachvollziehbar bleiben und welche Dateien, Tabellen oder Belege Sie beim Wechsel mitnehmen können. Prüfen Sie auch, wie Sicherung, Löschung und Aufbewahrung im angebotenen Vertrag beschrieben sind.
Halten Sie Ihre Ergebnisse in einer kurzen Entscheidungsmatrix fest: direkt verfügbar, nach Einrichtung verfügbar, nur mit manuellem Zwischenschritt oder nicht vorhanden. Notieren Sie daneben, welche Anforderungen für Ihren Betrieb zwingend sind. Ein bestätigter Kalenderfit kann bereits hilfreich sein; wenn Tierprofile, Dokumente oder Rechnungsbezüge fehlen, sollte diese Grenze vor Vertragsabschluss sichtbar sein.
Nutzen Sie die Vorführung als konkreten Abgleich Ihrer Praxisanforderungen. Easymed kann den allgemeinen Kalenderanteil mit Behandlern, Arbeitszeiten und Terminlängen zeigen; die Eignung für Tier- und Halterdaten, Tierdokumentation und Ihre Rechnungsgrenzen muss der Anbieter anhand Ihrer eigenen Testfälle ausdrücklich belegen.