Eine visuelle Analogskala (VAS) dokumentiert eine Patientenrückmeldung zur Schmerzintensität. Damit ein VAS-Verlauf Veränderungen nachvollziehbar zeigt, gehören Frage, Zeitraum, Verfahren, Einheit und tatsächlicher Erhebungstermin zum Wert. In easymed erfassen Sie Befund und Verlauf beim jeweiligen Termin; Dokumente und Hinweise bleiben in der Patientenakte. Textvorschläge aus Ihren bisherigen Formulierungen erleichtern wiederkehrende Notizen. Das Team hält die konkrete Frage und Rückmeldung fest und ordnet sie fachlich ein.
Verfahren, Frage und Zeitraum festhalten
Die IASP beschreibt die Schmerzskala als 10-cm-lange waagerechte Linie zwischen den vereinbarten Endpunkten. Eine numerische Bewertung von null bis zehn ist dagegen eine NRS: Die Person wählt eine Zahl. Beide Verfahren können Schmerzintensität erfassen, ihre Antwortform und Einheit unterscheiden sich. Kennzeichnen Sie daher, welches Verfahren tatsächlich verwendet wurde.
Halten Sie bei einer VAS den markierten Abstand im vorgesehenen Format fest, zum Beispiel in Millimetern auf einer 100-mm-Linie. Bei der NRS bleibt die berichtete Zahl von 0 bis 10 mit ihren Endpunkten erkennbar. Eine systematische Übersichtsarbeit mit 54 Vergleichsstudien fand insgesamt übereinstimmende NRS- und VAS-Werte, in einzelnen Studien aber systematisch höhere VAS-Werte. Nennen Sie deshalb Skala und vorgesehene Einheit neben dem Ergebnis. Wenn Sie Werte übertragen, kennzeichnen Sie die Umrechnung und erhalten Sie die ursprüngliche Angabe.
Ein auf dem Originalblatt dokumentierter Abstand lässt sich nicht anhand der verkleinerten Bildschirmdarstellung ablesen: Die angezeigte Linie muss nicht mehr zehn Zentimeter lang sein. Bewahren Sie den ursprünglichen Messwert mit seiner Einheit und verbinden Sie ihn mit dem Dokument. Wird eine Linie neu dargestellt, halten Sie die vorgesehene Einheit und die verwendete Umrechnung getrennt fest.
Auch die Frage umfasst einen Zeitraum. „Schmerz jetzt“ und „Schmerz im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage“ sind verschiedene Angaben. Das IASP-Manual unterscheidet beim Brief Pain Inventory aktuelle, geringste, stärkste und durchschnittliche Schmerzen der letzten Woche. In einer Studie mit Menschen mit chronischen Schmerzen stimmten wöchentliche Erinnerungswerte und mehrfach erfasste Momentaufnahmen innerhalb einer Person nur gering überein. Notieren Sie daher den genauen Bezugszeitraum und markieren Sie eine geänderte Frage beim neuen Termin.
Die Alltagssituation mit dem Wert verbinden
Wenn ein Wert deutlich anders erscheint, prüfen Sie Frage und Anlass. Wurde eine Situation in Ruhe oder eine belastende Alltagstätigkeit bewertet? Bezieht sich die Angabe auf einen anderen Zeitraum? Halten Sie einen Wechsel beim betreffenden Termin fest. Ein anderer Bezug bedeutet eine andere Informationsgrundlage; er lässt die frühere Patientenangabe in ihrem Zusammenhang bestehen.
Für eine knappe Verlaufsnotiz gehören der Erhebungstermin, die Frage samt Zeitraum, das verwendete Verfahren, der Wert mit Einheit und der relevante Kontext zusammen. So erkennt eine Vertretung, worauf sich die Antwort bezieht. Beschreiben Sie den Kontext so konkret wie nötig, etwa die erfragte Bewegung oder die Situation, in der die Person den Schmerz bewertet hat.
Unterscheiden Sie außerdem den Erhebungszeitpunkt vom Zeitraum, auf den sich eine Antwort bezieht. Berichtet die Person beim heutigen Termin über eine Erfahrung vom Vortag, nennen Sie beide Bezüge. Eigene Befunde und Patientenrückmeldungen bleiben als unterschiedliche Informationsquellen erkennbar. Textvorschläge in easymed können den wiederkehrenden Aufbau erleichtern; den Inhalt passen Sie an die tatsächliche Erhebung an.
Schmerzintensität und Alltagsziel getrennt lesen
Eine VAS beschreibt die berichtete Schmerzintensität. Sie zeigt für sich genommen nicht, welche Alltagstätigkeit leichter oder weiterhin schwierig ist. Der IMMPACT-Konsens nennt für klinische Studien zu chronischen Schmerzen neben Schmerz auch körperliche und emotionale Funktion sowie die patientenseitige Einschätzung der Verbesserung als eigene Ergebnisbereiche. Diese Forschungsrahmung macht für den Praxisalltag einen nützlichen Unterschied sichtbar: Schmerzstärke und Funktion sind verwandte, aber getrennte Informationen.
KI Generiert
Wenn es für den Fall wichtig ist, ergänzen Sie zur VAS eine kurze Rückmeldung zu einem passenden Alltagsziel. Fragen Sie zum Beispiel, ob sich eine von der Person genannte Bewegung oder Aufgabe anders anfühlt oder ausführen lässt. Halten Sie diese Antwort getrennt von der Skalenangabe fest. So bleibt sichtbar, was die Person auf der Linie markiert und was sie über ihren Alltag berichtet.
Beide Entwicklungen können auseinanderlaufen: Eine VAS-Angabe kann sich ändern, während eine Alltagstätigkeit unverändert bleibt, oder umgekehrt. Das sind verschiedene Beobachtungen und kein Widerspruch. Ordnen Sie sie mit dem übrigen Verlauf ein, statt aus einem einzelnen Skalenwert automatisch auf einen Behandlungserfolg oder dessen Ursache zu schließen.
Fehlende Erhebung und Änderung sichtbar lassen
Eine Beispielübersicht kann vier Terminschritte unterscheiden: Beim ersten Termin liegt eine VAS-Angabe zur vereinbarten Frage vor; beim zweiten Termin fand keine Erhebung statt; der dritte Termin verwendet dieselbe Frage; der vierte Eintrag bezieht sich auf eine andere Alltagssituation. So bleiben die fehlende Erhebung und die geänderten Grundlagen in der Reihe erkennbar.
Wenn eine VAS bei einem Termin nicht erhoben wurde, kennzeichnen Sie den Eintrag als „nicht erhoben“. Es wird weder der frühere Wert kopiert noch ein Nullwert eingetragen: Null bedeutet eine tatsächliche Angabe ohne Schmerz zur gestellten Frage. Einen Grund ergänzen Sie nur, wenn er bekannt ist. Der nächste tatsächlich erhobene Wert bleibt mit seinem eigenen Termin sichtbar.
Bei einem geänderten Bezugsrahmen oder Verfahren kennzeichnen Sie den Übergang. Eine Grafik sollte die tatsächlichen Zeitpunkte und die Informationslücke zeigen; eine Verbindung über einen Termin ohne Erhebung darf keine lückenlose Beobachtung nahelegen. Bei einer Übergabe oder Zusammenfassung bleiben Frage, Zeitraum, Skala, Einheit und Kontext an der jeweiligen Angabe. So kann das Team erkennen, welche Werte auf derselben Grundlage beruhen und an welcher Stelle sich diese geändert hat.