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Software und Digitalisierung

DGN, KIM und Praxissoftware: Wie die Bausteine zusammenspielen

DGN TI-Gateway, KIM und Praxissoftware erfüllen unterschiedliche Aufgaben. So prüfen Therapiepraxen Integration, Ansprechpartner und den Weg vom Therapiebericht bis zur KIM-Antwort.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Zwei Personen besprechen einen Empfangsarbeitsplatz mit Computer, Netzwerkgerät und angeschlossenem Kabel

Bei der Suche nach „DGN KIM Praxissoftware“ hilft es, drei Bausteine auseinanderzuhalten: den TI-Zugang, den KIM-Kommunikationsdienst und das Praxisverwaltungssystem (PVS), in dem Ihr Team arbeitet. Erst wenn klar ist, wer Zugang und Nachrichten bereitstellt und wie die konkrete Software damit umgeht, lässt sich ein DGN-Angebot sinnvoll vergleichen.

Für den fachlichen Teil eines Therapieberichts kann easymed Arbeit abnehmen: Im Zusatzmodul wählen Sie Behandlungstermine aus, erstellen daraus einen strukturierten Entwurf, prüfen und geben ihn frei; der Bericht wird als Dokument in der Patientenakte abgelegt. TI- und KIM-Versand sind in easymed nicht eingebaut. Sie stimmen diesen Weg deshalb mit dem Anbieter Ihrer Kommunikationsumgebung ab.

DGN, KIM und Praxissoftware sauber auseinanderhalten

DGN steht für Deutsches Gesundheitsnetz und bietet unter anderem TI-Zugang und KIM-Leistungen an. Das DGN TI-Gateway verbindet eine Praxis mit der Telematikinfrastruktur; KIM ist der Kommunikationsdienst für Nachrichten und Dokumente. Das PVS bleibt die Anwendung, in der Patientendaten und Praxisabläufe bearbeitet werden. Ein gemeinsames Angebot kann diese Bausteine bündeln, ihre Aufgaben bleiben trotzdem verschieden.

Für die Planung stellen Sie deshalb TI-Zugang, KIM-Dienst und Praxissoftware nebeneinander. Die Grafik fasst die drei Bestandteile zusammen; beim Angebot ist zusätzlich wichtig, welche Bedienung und Einrichtung enthalten sind.

Drei Bausteine einer TI-Arbeitsumgebung
PraxisanwendungKIM-DienstTI-ZugangNutzungsweg gemeinsam klären
TI-Zugang, KIM-Dienst und Praxissoftware erfüllen verschiedene Aufgaben und müssen zusammenpassen.

KIM ist kein gewöhnliches E-Mail-Postfach. Die gematik beschreibt KIM als Kommunikationsweg im Gesundheitswesen: Nachrichten werden verschlüsselt und signiert, und der Verzeichnisdienst (VZD) hilft dabei, teilnehmende Praxen und Einrichtungen anhand ihrer KIM-Adresse zu finden. So kann das Team Befunde, Berichte oder Rückfragen an einen bestätigten Kontakt senden und eingehende Nachrichten dem passenden Vorgang zuordnen. Die gematik erläutert Funktion und Verzeichnisdienst von KIM.

Beim DGN TI-Gateway erfolgt der Zugang laut Anbieter wahlweise über einen Software-VPN-Zugang oder über die DGN GUSbox Pro. Das ist für den Angebotsvergleich relevant, weil der gewählte Weg mit vorhandener Praxissoftware und den vorgesehenen Arbeitsplätzen zusammenpassen muss. Die DGN-Paketübersicht beschreibt Gateway und Anschlussvarianten.

Die KIM-Integration im konkreten PVS prüfen

Ob ein KIM-Dienst direkt aus Ihrer Praxissoftware bedient werden kann, hängt von deren Schnittstelle und der konkreten Integration ab. DGN nennt für das PVS entweder die Unterstützung der Schnittstellen von Konnektor und Kartenterminal oder der TI-Gateway-Schnittstelle. Für andere PVS-Hersteller garantiert DGN die Funktion der Schnittstelle nicht. Die DGN-FAQ ordnet Voraussetzungen und Support zu.

Dabei sind zwei Aussagen auseinanderzuhalten: Ein KIM-Dienst kann grundsätzlich mit verschiedenen PVS nutzbar sein; die Nachrichten aus der gewohnten PVS-Oberfläche zu versenden und zu empfangen setzt laut DGN eine vollständige Integration voraus. Fragen Sie also nicht nur, ob „KIM unterstützt“ wird. Lassen Sie sich das genaue PVS, die eingesetzte Version und den tatsächlich angebotenen Nutzungsweg nennen.

Eine kurze Vorführung sollte den ganzen Vorgang zeigen: Nachricht öffnen, eine KIM-Adresse im Verzeichnisdienst suchen, die freigegebene Unterlage anhängen und senden. Danach wird eine Antwort empfangen und dem richtigen Patienten- oder Arbeitsvorgang zugeordnet. Prüfen Sie auch, ob die vorgesehene Vertretung denselben Ablauf an ihrem Arbeitsplatz durchführen kann. Damit sehen Sie, was die Software übernimmt und an welcher Stelle eine Person noch einen Bezug oder nächsten Schritt einträgt.

Für die Einrichtung braucht die Praxis einen TI-Zugang und die für ihren Berufsbereich vorgesehenen Karten und Komponenten. Die gematik nennt Praxisausweis (SMC-B), Heilberufsausweis (HBA), TI-Zugang per Gateway oder Konnektor, Kartenterminal und KIM-Adresse. Die Adresse wird in den Verzeichnisdienst eingetragen, damit andere Teilnehmende sie finden. In der Regel genügt eine Adresse pro Praxis; weitere hängen vom konkreten Arbeitsablauf ab. Die gematik führt Voraussetzungen und Einrichtungsschritte auf. Für Heilmittelerbringende beschreibt sie KIM als Weg zum Dokumentenaustausch und für Rückfragen an Arztpraxen und Krankenhäuser. Die Informationen für Heilmittelerbringende ordnen diesen Nutzen der Zielgruppe zu.

Ansprechpartner und Angebot nach Aufgaben ordnen

Für DGN KIM nennt DGN den Softwareanbieter oder den Dienstleister vor Ort (DVO) als ersten Ansprechpartner. Welche Rolle eine Frage übernimmt, hängt vom Thema ab: Der Softwareanbieter erklärt die Bedienung im PVS, der TI-/KIM-Dienstleister den Zugang und Nachrichtendienst, und der DVO die Einrichtung am Arbeitsplatz. Im Angebot können Rollen gebündelt sein; halten Sie trotzdem fest, wer Ihre Anfrage entgegennimmt und an wen sie bei Bedarf weitergeht.

Ansprechpartner nach der konkreten Frage
PraxisfrageBedienung · Zugang · Arbeitsplatz Software-anbieter TI-/KIM-Dienstleister DVO / lokaleIT-Betreuung DGN: Softwareanbieter oder DVO zuerst
DGN nennt Softwareanbieter oder DVO als erste Anlaufstelle; je nach Anliegen wird TI/KIM oder lokale IT beteiligt.

Die Tabelle ordnet typische Fragen zu. Sie hilft, im Angebot konkrete Leistungen zu vergleichen, statt nur Produktnamen nebeneinanderzustellen.

Rolle Frage für das Angebot
Softwareanbieter Ist KIM in dieser PVS-Version vollständig eingebunden, und wie wird der Patientenbezug bearbeitet?
TI-/KIM-Dienstleister Welcher Zugang und welcher KIM-Dienst sind enthalten?
DVO / lokale IT Wer richtet Kartenterminal, Arbeitsplatz und die vorgesehene Vertretung ein?
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Vergleichen Sie denselben Bedarf: Anzahl der Arbeitsplätze und KIM-Adressen, gewählter TI-Zugang, benötigte Komponenten, einmalige Einrichtung und laufende Betreuung. Fragen Sie, welche vorhandenen Teile weiterverwendet werden, welche Leistung der DVO übernimmt und wie spätere Arbeitsplatzänderungen beauftragt werden. DGN weist darauf hin, dass Installation, Einweisung und weitere Komponenten vom DVO nach Aufwand abgerechnet werden können. Der Umfang sollte deshalb für Ihr Team verständlich im Angebot stehen.

Vom Therapiebericht zum KIM-Versand planen

Der Berichtsaustausch hat drei Übergänge: Bericht fachlich prüfen und freigeben, den KIM-Versand an einen bestätigten Empfänger vorbereiten und die eingehende Antwort weiterbearbeiten. In easymed wählen Sie für den Bericht die Behandlungstermine aus; das System erstellt einen strukturierten Entwurf, den Sie prüfen, ändern und freigeben. Der freigegebene Bericht liegt anschließend als Dokument in der Patientenakte. Die KIM-Nachricht senden Sie über den separat eingerichteten KIM-Weg.

Berichtsaustausch in drei Übergängen
Bericht fachlich prüfenKonkrete Fassung prüfenKIM-VersandEmpfänger bestätigenAntwort weiterbearbeitenVorgang zuordnen
Bericht freigeben, den KIM-Versand vorbereiten und eine Antwort im Team weiterbearbeiten.

Ein Beispiel aus einer Ergotherapiepraxis: Die Therapeutin erstellt einen Bericht aus dem dokumentierten Verlauf und gibt die Fassung frei. Die Versandperson öffnet die vereinbarte KIM-Anwendung, sucht die Arztpraxis im Verzeichnisdienst und hängt die freigegebene Unterlage an. Vor dem Senden stimmen beide ab, welche Fassung verwendet wird. So ist die fachliche Verantwortung von der technischen Übermittlung getrennt, ohne denselben Bericht mehrfach zu verfassen.

Zwei Kolleginnen übergeben an einem Schreibtisch neben einem Laptop eine geschlossene Mappe KI Generiert
Vor dem Versand stimmen Therapeutin und Versandperson die konkrete Fassung und den nächsten Arbeitsschritt ab.

Die Abbildung zeigt die Übergabe im Team. Legen Sie daneben fest, wo eine Antwort eingeht und wer sie dem Patientenvorgang zuordnet. KIM sorgt für den geschützten Nachrichtenaustausch; die Zuordnung in Ihrer Praxissoftware hängt von der vorhandenen Integration und dem vereinbarten Arbeitsweg ab.

Die vollständige Übergabe im Praxisbetrieb testen

Zum Abschluss gehen eine behandelnde Person und die vorgesehene Versandperson den vereinbarten Vorgang an den tatsächlich genutzten Arbeitsplätzen durch. Die Therapeutin prüft den Bericht und gibt die konkrete Fassung frei. Die Versandperson wählt die bestätigte KIM-Adresse, sendet den Anhang und zeigt, wo eine Antwort später bearbeitet wird. Die Vertretung sollte wissen, welche Aufgabe sie übernimmt und an wen sie eine Rückfrage weitergibt.

Halten Sie nur die für den Alltag nötigen Punkte fest: den verwendeten PVS- und KIM-Zugangsweg, die erste Ansprechperson je Frage, den Ablageort des freigegebenen Berichts und die Bearbeitung eingehender Antworten. Bei einem bestehenden DGN-Anschluss ergänzen Sie, welche Komponenten weiterlaufen und welche sich beim Wechsel ändern. Ein gemeinsamer vollständiger Test zeigt, ob Angebot und täglicher Ablauf zusammenpassen.

Damit wird die Entscheidung zu DGN, KIM und Praxissoftware konkreter: Der TI-Zugang schafft die Verbindung, KIM transportiert Nachrichten im Gesundheitswesen und das PVS stellt den Arbeitsweg für Ihr Team bereit. easymed kann den Therapiebericht aus der Behandlungsdokumentation vorbereiten und in der Patientenakte ablegen; den KIM-Versand planen Sie mit dem zuständigen TI-/KIM-Anbieter.

Häufige Fragen

Wie unterscheiden sich DGN, KIM und Praxissoftware im Praxisalltag?

DGN stellt unter anderem TI-Zugang und KIM-Leistungen bereit. KIM übermittelt Nachrichten im Gesundheitswesen; das PVS ist die Anwendung, in der Ihr Team Patientendaten und Praxisabläufe bearbeitet. Prüfen Sie im Angebot, welche Bestandteile enthalten sind und wie sie verbunden werden.

Ist DGN KIM in jeder Praxissoftware vollständig integriert?

Nein, die vollständige Bedienung aus der gewohnten PVS-Oberfläche hängt von der konkreten Schnittstelle und Integration ab. Lassen Sie sich Produkt, Version und Nutzungsweg zeigen und prüfen Sie Senden, Empfang sowie den Patientenbezug an einem vorgesehenen Arbeitsplatz.

Was braucht eine Heilmittelpraxis, um KIM einzurichten?

Die gematik nennt TI-Zugang, Praxisausweis (SMC-B), Heilberufsausweis (HBA), Kartenterminal und KIM-Adresse. Die Adresse wird im Verzeichnisdienst registriert; meist genügt eine pro Praxis. Welche Karten und Komponenten für Ihren Berufsbereich und Arbeitsweg vorgesehen sind, klären Sie mit dem Anbieter.

Wie bereitet easymed einen Therapiebericht für den KIM-Versand vor?

In easymed wählen Sie die Behandlungstermine für einen strukturierten Berichtsentwurf aus, prüfen und geben ihn frei. Das Dokument wird in der Patientenakte abgelegt. TI- und KIM-Zugang sind nicht eingebaut; den Versand und die Zuordnung einer Antwort planen Sie über Ihren eingerichteten Kommunikationsweg.

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