KIM, ePA und TI-Messenger unterscheiden sich nach ihrer Aufgabe: KIM versendet eine Nachricht an einen bestimmten TI-Empfänger, die ePA stellt patientenbezogene Gesundheitsinformationen bereit, und der TI-Messenger eignet sich für kurze Abstimmungen in Echtzeit. Die einfache Merkhilfe lautet: Bericht versenden, verfügbare Unterlage einsehen oder Rückfrage klären.
Die eigene Patientenakte bleibt davon getrennt. In easymed führt Ihr Team Stammdaten, Befund, Behandlungsverlauf und Dokumente beim Patienten zusammen. Als Zusatzmodul kann der KI-Therapiebericht-Assistent aus ausgewählten Behandlungstexten einen Berichtsentwurf erstellen; Sie prüfen ihn und legen den freigegebenen Bericht in der Akte ab. Für den Austausch nach außen wählen Sie anschließend den dafür eingerichteten TI-Dienst.
KIM: Adressierte Berichte und Unterlagen versenden
KIM ist der E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur für Nachrichten und Dokumente zwischen Einrichtungen im Gesundheitswesen. Die gematik erklärt KIM als sicheren Versandweg: Nachrichten werden automatisch verschlüsselt und signiert. Im zentralen TI-Verzeichnis stehen geprüfte Adressen von Einrichtungen, die an die TI angeschlossen sind und eine KIM-Adresse führen.
Im Praxisbeispiel ist ein Therapiebericht fertig und fachlich freigegeben. Sie wählen die KIM-Adresse des vereinbarten Empfängers aus dem Verzeichnisdienst oder dem eigenen Adressbuch und schreiben in den Begleittext, worauf sich der Bericht bezieht. So ist der Versand an eine konkrete Stelle gerichtet und die Unterlage hat einen verständlichen Anlass. KIM setzt einen eingerichteten TI-Zugang voraus; die gematik beschreibt die Einrichtung mit Unterstützung des zuständigen IT-Dienstleisters.
Die Signatur einer KIM-Nachricht und die Signatur des angehängten Dokuments erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Für einen eArztbrief verlangt die KBV eine qualifizierte elektronische Signatur, bevor er per KIM versendet wird. Die automatisch signierte KIM-Nachricht ersetzt diese Dokumentensignatur nicht. Bei anderen Unterlagen kommt es auf die Anforderungen der jeweiligen Dokumentart an.
Wenn der Bericht in easymed vorbereitet wird, kann das optionale KI-Therapiebericht-Modul ausgewählte Behandlungstexte in einen Entwurf überführen. Ihr Team sichtet die Formulierungen, ergänzt den fachlichen Kontext und gibt den Bericht frei. easymed hält den Bericht in der Patientenakte; der Versand nutzt den in Ihrer Praxis eingerichteten KIM-Weg.
ePA: Verfügbare Gesundheitsinformationen der Person einsehen
Die elektronische Patientenakte (ePA) bündelt Gesundheitsdaten einer Person, damit sie im Behandlungskontext einrichtungsübergreifend verfügbar sein können. Sie ist daher nicht dasselbe wie die eigene Praxisdokumentation: Die ePA enthält Informationen, die im Aktenkonto vorhanden sind; Ihre Praxisakte hält fest, was Ihr Team selbst erhoben, entschieden und im Verlauf dokumentiert hat. KIM-Adresse und ePA-Zugang sind getrennte Zugänge: Die KIM-Adresse bestimmt den Empfänger einer Nachricht und eröffnet keinen ePA-Zugriff.
Für niedergelassene Heilmittelerbringende weist die gematik-Übersicht zu den ePA-Berechtigungen im Behandlungskontext Lese- und Schreibrechte für medizinische Informationen wie Befunde und Diagnosen aus, sofern die versicherte Person nicht widersprochen hat. eArztbriefe können Heilmittelerbringende in der ePA lesen. Andere Datenarten haben eigene Berechtigungen. Prüfen Sie deshalb die konkrete Unterlage und beziehen Sie sie auf die aktuelle Behandlung.
Eine ePA-Datei ist nicht automatisch vorhanden. Laut gematik werden Dokumente nicht automatisch in die ePA geladen; automatisch übermittelt werden dort E-Rezept-Daten für die Medikationsliste. Wenn Sie eine Unterlage suchen, prüfen Sie also, ob sie tatsächlich eingestellt wurde und von welchem Datum und welcher Stelle sie stammt. Halten Sie den für Ihre Behandlung relevanten Zusammenhang anschließend in der eigenen Dokumentation fest.
TI-Messenger: Kurze Abstimmungen in Echtzeit führen
Der TI-Messenger unterstützt kurze Textnachrichten zwischen erreichbaren Kontakten im Gesundheitswesen. Die gematik nennt beispielsweise Rückfragen, kurze organisatorische Abstimmungen und Echtzeitnachrichten als passende Fälle. In der gematik-Abgrenzung eignet sich KIM für Standardkommunikation und den Versand fertiger Dokumente; der Messenger ist für flüchtige Kommunikation gedacht.
Fehlt im Praxisbeispiel eine organisatorische Angabe zu einer Unterlage, kann eine kurze Rückfrage an den erreichbaren Kontakt den nächsten Schritt klären. Legen Sie im Team fest, wer die Nachricht übernimmt und wer eine fachliche Antwort in den Verlauf einordnet. Eine für die Behandlung wichtige Information halten Sie anschließend bei der betreffenden Person in Ihrer Praxisdokumentation fest. Der Chat erleichtert die Abstimmung; der Behandlungsverlauf bleibt nachvollziehbar.
Die passende Anwendung aus der Praxisaufgabe auswählen
Gehen Sie von der Aufgabe aus, die gerade ansteht. Entscheidend ist, ob Sie ein fertiges Dokument gezielt versenden, eine bereits verfügbare Gesundheitsinformation einsehen oder eine kurze Rückfrage klären möchten. Für jede Anwendung braucht Ihr Team den dazugehörigen Zugang.
| Konkrete Aufgabe | Passender Dienst im Beispiel | Nächster Arbeitsschritt |
|---|---|---|
| Freigegebenen Bericht an eine Einrichtung senden | KIM | Empfängeradresse prüfen und Bericht mit Anlass versenden |
| Vorhandene Gesundheitsunterlage im Behandlungskontext einsehen | ePA | Verfasser und Stand prüfen, Relevantes im eigenen Verlauf festhalten |
| Kurze Rückfrage mit einem erreichbaren Kontakt klären | TI-Messenger | Antwort einordnen und den nächsten Schritt abstimmen |
An einem Vormittag können alle drei Wege vorkommen: Eine Fachperson prüft eine vorhandene Unterlage, klärt eine kurze Rückfrage und versendet später einen freigegebenen Bericht. Die Aufgabe bestimmt den TI-Dienst; der Patientenbezug verbindet die Informationen in der eigenen Behandlungsdokumentation.
Informationen aus TI-Diensten im eigenen Verlauf nutzen
Eine KIM-Nachricht, eine in der ePA vorhandene Unterlage und eine fachlich wichtige Messenger-Antwort sind unterschiedliche Ausgangspunkte. Prüfen Sie Absender, Stand und Behandlungsbezug; halten Sie das, was die weitere Behandlung tatsächlich betrifft, im eigenen Verlauf fest. In easymed bleiben Befund, Verlauf und zugehörige Dokumente beim Patienten.
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NachrichtKIM-Nachricht
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Unterlagein der ePA vorhandene Unterlage
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AntwortMessenger-Antwort
Das erleichtert die Übergabe im Team: Die nächste behandelnde Person findet die bereits erfasste Information in der Patientenakte und kann daran weiterarbeiten. Der Zusammenhang muss nicht aus einzelnen Nachrichten neu zusammengesucht werden. Quellenangabe und Dokumentstand helfen dabei, die eigene Einordnung später der richtigen Unterlage zuzuordnen.
Zugänge und Teamaufgaben einfach zuordnen
Der Zugang für KIM, der ePA-Zugang und die Messenger-Nutzung werden für ihren jeweiligen Zweck eingerichtet. Die gematik beschreibt für KIM den TI-Zugang als Voraussetzung und für den TI-Messenger ein gemeinsames bundesweites Adressbuch zertifizierter Anbieter. Klären Sie im Team, wer den jeweiligen Eingang bearbeitet und an wen fachliche Informationen weitergegeben werden.
Bei einer Vertretung hilft eine kurze Übergabe: Wo liegt der freigegebene Bericht für den Versand? Welche Unterlage wurde in der ePA tatsächlich eingesehen? Welche Antwort aus einem Chat ist für die Behandlung relevant? In easymed kann die Vertretung am vorhandenen Befund und Verlauf anknüpfen. So bleibt die Dokumentation der eigenen Praxis bei der Person, auch wenn der Austausch über verschiedene TI-Dienste läuft.
Eine kurze Teamübung mit drei Aufgaben durchführen
Eine Einführung lässt sich an drei Beispielen üben: einen freigegebenen Bericht an die vereinbarte KIM-Adresse senden, eine vorhandene Unterlage über den ePA-Zugang einsehen und eine kurze organisatorische Frage im TI-Messenger klären. Ordnen Sie jeder Aufgabe den Dienst, den benötigten Zugang und den nächsten internen Schritt zu.
Spielen Sie anschließend einen konkreten Fall durch: Die Vertretung prüft den Befundstand, fragt fehlende organisatorische Angaben nach und dokumentiert den relevanten Hinweis in der eigenen Patientenakte. So merkt sich das Team nicht nur drei Namen, sondern den Ablauf von der externen Information bis zum eigenen Behandlungsverlauf.
Im Alltag lässt sich die Auswahl knapp merken: KIM adressiert den Versand, die ePA stellt vorhandene Gesundheitsinformationen bereit, und der TI-Messenger klärt kurze Fragen. easymed hält die Dokumentation der eigenen Behandlung zusammen.