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Dokumentation und Therapie

ePA-Unterlagen in der Therapiepraxis einordnen

Welche ePA-Unterlagen dürfen Heilmittelerbringende lesen? So ordnen Sie Arztbrief, Ergänzung und Zeitraum ein und halten den Bezug im eigenen Praxisverlauf fest.

easymed.digital Redaktion 4 Min. Lesezeit
Therapeutin und Patient betrachten gemeinsam ein Tablet; eine geschlossene Mappe liegt auf dem Tisch.

Ein ePA-Arztbrief hilft bei der Vorbereitung eines Folgetermins, wenn Sie seine Herkunft, das Dokumentdatum und den beschriebenen Zeitraum gemeinsam lesen. Für Heilmittelerbringende sind in der ePA bestimmte medizinische Informationen lesbar; eArztbriefe und Medikationsinformationen können sie einsehen. Den externen Brief öffnen Sie über den TI-Zugang Ihrer Praxis. In easymed halten Sie anschließend den eigenen Befund und Verlauf beim Patienten fest, damit die nächste Fachperson den Bezug wiederfindet.

Welche ePA-Unterlagen dürfen Heilmittelerbringende lesen?

Die gematik führt für Heilmittelerbringende bei medizinischen Informationen wie Befunden und Diagnosen Lese- und Schreibrechte auf. eArztbriefe und Medikationsinformationen dürfen sie lesen; Abrechnungsdaten der Krankenkassen sind nicht zugänglich. Die Berechtigung gilt im Behandlungskontext, sofern die versicherte Person dem Zugriff nicht widersprochen hat. Die Berechtigungsübersicht der gematik und § 352 SGB V beschreiben die Rechte nach Dokumentart und Berufsgruppe.

Welche ePA-Unterlagen Heilmittelerbringende lesen können
Befunde und DiagnosenLesen; eigene Behandlungsdaten schreiben
eArztbrief und MedikationLesen
KassenabrechnungenKein Zugriff
Befunde und Diagnosen können gelesen und eigene Behandlungsdaten ergänzt werden; eArztbriefe und Medikationsinformationen sind lesbar, Kassenabrechnungen nicht.

Für die eigene Behandlung ist entscheidend, was sich aus dem jeweiligen Dokument ergibt und welchen Teil Sie in Ihrer Versorgung selbst dokumentieren. Aus dem Leserecht für einen Arztbrief folgt kein Schreibrecht für diesen Brief. Die ePA-Berechtigung für medizinische Informationen bezieht sich auf eigene, im Rahmen der Behandlung erhobene Daten. So bleiben externe Quelle und eigene Verlaufsnotiz unterscheidbar.

ePA-Zugang vor dem Folgetermin vorbereiten

Wenn die versicherte Person dem Zugriff nicht widersprochen hat, kann ein Behandlungskontext in der Praxis durch das Einlesen ihrer elektronischen Gesundheitskarte entstehen. Sie kann den Zugriff auch vorab über ihre ePA-App freigeben, sodass die Praxis benötigte Informationen schon vor dem Termin aufrufen kann. Für Praxen ist der Zugriff standardmäßig auf 90 Tage angelegt; die Person kann ihn über die App früher beenden oder verlängern. Die gematik-FAQs für Leistungserbringende erläutern diese Wege.

Starten Sie mit der Frage, für die Sie den Arztbrief brauchen: Geht es um einen neuen Befund, eine Ergänzung oder den zeitlichen Bezug zu einem früheren Bericht? Dokumentart, ausstellende Stelle und ungefährer Zeitraum grenzen die Suche ein. Sie können dann gezielt die für den aktuellen Behandlungskontext relevante Unterlage öffnen.

Fallbeispiel: Eine Physiotherapiepraxis bereitet einen Folgetermin vor. Die Person berichtet, dass ein neuer Arztbrief und später eine Ergänzung erstellt wurden. Die Fachperson sucht anhand der ausstellenden Stelle und des ungefähren Datums nach beiden Dokumenten. Sie liest die Ergänzung zusammen mit der konkreten Aussage, auf die sie sich bezieht.

Dokumentdatum, Herkunft und Zeitraum gemeinsam lesen

Zum Einordnen gehören die Dokumentart, die ausstellende Stelle, das Erstellungsdatum und der Zeitraum, den der Text beschreibt. Das Erstellungsdatum zeigt, wann der Brief verfasst wurde. Der beschriebene Zeitraum zeigt, auf welche Situation sich seine Aussagen beziehen. Ein heute geöffneter Bericht kann daher einen früheren Behandlungsstand wiedergeben.

Im Fallbeispiel ist der Arztbrief älter als die Ergänzung. Die Ergänzung bezieht sich auf eine bestimmte Aussage im Brief, während der aktuelle Praxistermin nach beiden Dokumenten liegt. Original, Ergänzung und aktueller Termin bilden drei aufeinander bezogene, aber zeitlich unterschiedliche Stände.

Drei Zeitbezüge im Fallbeispiel
Älterer ArztbriefSpätere ErgänzungAktueller Termin früher verfasst,bezieht älteren Zeitraumspäter verfasst, verweistauf eine Aussage im Briefliegt nach beidenDokumenten
Ein älterer Arztbrief, eine später erstellte Ergänzung und der heutige Termin stehen in zeitlichem Zusammenhang, behalten aber jeweils ihren eigenen Stand.

Lesen Sie eine Ergänzung mit der Passage, auf die sie verweist. Prüfen Sie, ob sie eine einzelne Aussage präzisiert oder zusätzliche Information enthält. Wenn Sie den Zusammenhang im eigenen Verlauf notieren, benennen Sie die Quelle und den Dokumenttag; halten Sie den beschriebenen Zeitraum und den aktuellen Termin ebenfalls auseinander.

Wenn ein angekündigtes ePA-Dokument nicht sichtbar ist

Prüfen Sie zuerst, ob der ePA-Zugriff für Ihre Praxis eröffnet ist. In der Dokumentenübersicht erscheinen die nicht verborgenen Unterlagen; medizinisches Personal kann nicht erkennen, ob die versicherte Person einzelne Dokumente verborgen hat. Aus einer fehlenden Anzeige lässt sich daher weder der Inhalt noch der Grund für die fehlende Sichtbarkeit ableiten. Das erläutert die gematik in ihren FAQs.

Drei Schritte bei einer fehlenden Unterlage
Wenn eine angekündigte Unterlage fehlt
1. Zugang prüfen

Ist der ePA-Zugriff für die Praxis eröffnet?

↓eGK eingelesen oder App-Freigabe
2. Unterlage eingrenzen

Arztbrief oder Ergänzung?

↓Ausstellende Stelle und Zeitraum
3. Gezielt anfragen

Welche Information wird noch gebraucht?

↓Person oder ausstellende Stelle
Zugriff prüfen, die gesuchte Unterlage eingrenzen und die konkrete Information über den vereinbarten Kontaktweg anfragen.

Klären Sie anschließend konkret, welche Information noch gebraucht wird: Arztbrief oder Ergänzung, ausstellende Stelle und ungefährer Zeitraum. Fragen Sie die Person oder die ausstellende Stelle über den vereinbarten Kontaktweg nach genau dieser Unterlage. Bis die Frage geklärt ist, bleibt die bisherige eigene Verlaufsnotiz der dokumentierte Praxisstand.

Den eigenen Praxisverlauf in easymed weiterführen

Der TI-Zugang Ihrer Praxis ist der Ort für den ePA-Aufruf. Die easymed-Patientenakte und Dokumentation halten Stammdaten, Dokumente und Verlauf je Patient zusammen. Befund und Verlauf lassen sich je Termin dokumentieren; Textvorschläge aus eigenen bisherigen Formulierungen unterstützen den Eintrag. So kann die nächste Fachperson die für den Termin nötige Information beim Patienten wiederfinden.

Wenn Sie eine externe Unterlage in der eigenen Akte ablegen, ordnen Sie sie mit ausstellender Stelle und Dokumentdatum zu. Die Verlaufsnotiz hält fest, welche Passage für die Behandlung wichtig ist und welche eigene Beobachtung oder fachliche Einordnung im aktuellen Termin hinzukommt. Einen vollständigen Brief müssen Sie dafür nicht in jeder Sitzungsnotiz wiederholen.

Im Fallbeispiel findet die Kollegin vor dem nächsten Termin den Bezug zum Arztbrief und zur späteren Ergänzung. Sie kann die offene Rückfrage benennen und mit der geklärten Information weiterarbeiten. Die ePA liefert die externe Quelle; easymed unterstützt Ihr Team dabei, den eigenen Praxisverlauf beim Patienten zusammenhängend zu dokumentieren.

Häufige Fragen

Welche ePA-Unterlagen dürfen Heilmittelerbringende lesen?

Im Behandlungskontext können Heilmittelerbringende medizinische Informationen wie Befunde und Diagnosen lesen und eigene behandlungsbezogene Daten schreiben. eArztbriefe und Medikationsinformationen sind lesbar; auf Abrechnungsdaten der Krankenkassen besteht kein Zugriff.

Kann ich die ePA schon vor dem nächsten Therapietermin öffnen?

Ja, wenn die versicherte Person den Zugriff vorher in ihrer ePA-App freigegeben hat. Sonst kann die Praxis den Zugriff bei bestehendem Behandlungskontext durch Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte eröffnen, sofern kein Widerspruch vorliegt. Standardmäßig ist der Praxiszugriff 90 Tage angelegt; in der App lässt er sich früher beenden oder verlängern.

Wie ordne ich einen Arztbrief und eine spätere Ergänzung ein?

Lesen Sie ausstellende Stelle, Erstellungsdatum und beschriebenen Zeitraum gemeinsam. Bezieht sich die Ergänzung auf eine konkrete Passage, lesen Sie diese zusammen mit dem ursprünglichen Brief. So bleibt erkennbar, welche Information für den aktuellen Termin relevant ist.

Was bedeutet es, wenn ein angekündigtes ePA-Dokument nicht sichtbar ist?

Prüfen Sie zuerst den Zugang. In der Übersicht erscheinen nicht verborgene Dokumente; medizinisches Personal kann nicht erkennen, ob ein Dokument verborgen wurde. Eine fehlende Anzeige sagt daher nichts über den Inhalt aus. Fragen Sie gezielt nach Dokumentart, ausstellender Stelle und Zeitraum.

Wie verbindet easymed externe Unterlagen mit eigenen Verlaufsnotizen?

In der easymed-Patientenakte stehen Dokumente und Verlauf je Patient zusammen. Befund und Verlauf lassen sich je Termin dokumentieren; Textvorschläge aus eigenen bisherigen Formulierungen unterstützen den Eintrag. Ergänzen Sie Quelle und Dokumentdatum, damit der Bezug beim nächsten Termin erkennbar bleibt. easymed kennenlernen

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