Bei den Franchise-Praxis-Einstiegskosten reicht die Eintrittsgebühr als Planungsgröße nicht aus. Rechnen Sie einmalige Zahlungen, monatliche Unterdeckungen bis zu einem ausgeglichenen Betrieb und eine separate Reserve zusammen. Im Beispiel sind es 87.000 Euro für den Start, 16.000 Euro für die ersten drei Anlaufmonate und 12.000 Euro Reserve, also 115.000 Euro. Bei 35.000 Euro frei verfügbaren eigenen Mitteln verbleibt ein Finanzierungsbedarf von 80.000 Euro. Im dritten Monat fehlen noch 1.000 Euro; planen Sie deshalb weiter, bis die erwarteten Zahlungseingänge die regelmäßigen Auszahlungen tragen.
easymed verbindet Terminplanung, Patientenakte, Behandlungsdokumentation und Privatabrechnung in einem Arbeitsablauf. So kann das Team die ersten Abrechnungsschritte bereits in der Praxissoftware vorbereiten. Für die Heilmittel-Kassenabrechnung ist das DMRZ-Modul ein Zusatzmodul. Im Kapitalplan zählt weiterhin der Monat, in dem Geld tatsächlich eingeht – nicht allein der Behandlungstag oder das Rechnungsdatum. Mehr zur Praxissoftware für Physiotherapie.
Den vereinbarten Leistungsumfang der Eintrittsgebühr lesen
Beim Franchising bleiben Sie selbstständig und zahlen dafür, das Geschäftskonzept zu nutzen; so beschreibt es auch die KfW im Überblick zum Franchising. Lesen Sie im Vertrag und in den Anlagen nach, welche Leistungen durch die Eintrittsgebühr abgedeckt sind, wann sie fällig wird und was separat berechnet wird. Dazu können anfängliche Schulungen, Nutzungsrechte, Eröffnungsvorbereitung oder Materialien gehören.
Ordnen Sie jede wiederkehrende Zahlung ebenfalls zu: Ist sie ein fester Monatsbetrag oder an Umsatz beziehungsweise andere Werte gekoppelt? Gibt es eine Mindestgebühr, einen zusätzlichen Marketingbeitrag oder verpflichtende Systemleistungen? Notieren Sie Berechnungsbasis, Startmonat und Fälligkeit so, wie sie im Vertrag stehen. Ein niedriger Einstiegspreis zeigt nicht allein, wie sich die Kosten im laufenden Betrieb verteilen.
Prüfen Sie auch die Schulungskosten außerhalb der Eintrittsgebühr. Fahrt, Unterkunft, bezahlte Teamzeit und gegebenenfalls eine Vertretung können zusätzliche Zahlungen auslösen. Halten Sie Teilnehmerkreis und Termine fest, damit die tatsächlichen Aufwendungen für Ihren Standort in der Rechnung stehen.
Einrichtung und Betrieb getrennt erfassen
Einmalige Einrichtung umfasst die Anschaffungen und Arbeiten vor dem Start. Dazu gehören zum Beispiel Umbau, Behandlungsausstattung, Empfang, technische Einrichtung und lokale Eröffnungsmaterialien. Jede Position erhält ein Angebot, eine Fälligkeit und eine Aussage dazu, ob die Anschaffung durch Systemvorgaben festgelegt ist.
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Laufender Betrieb umfasst wiederkehrende Ausgaben wie Personal, Räume, Software und Systembeiträge. Diese Zahlungen können schon vor der ersten Behandlung beginnen. Ordnen Sie deshalb jedem Vertrag seinen tatsächlichen Start zu. Die Miete ab Übergabe und die Personalkosten ab Beschäftigungsbeginn werden nicht erst ab Praxiseröffnung eingeplant.
Eine Mietkaution bindet Geld, hat aber eine andere Bedeutung als verbrauchte Eröffnungsmaterialien. Führen Sie sie als eigenen Kapitalposten und setzen Sie den vertraglichen Zahlungstermin in den Plan. So bleibt der volle Geldabfluss sichtbar, während die Kaution als gebundener Betrag von den laufenden Kosten getrennt erkennbar ist.
Beispiel: Den einmaligen Startbetrag zusammenstellen
Im Beispiel beträgt die Eintrittsgebühr 15.000 Euro. Für Räume und Umbau werden 28.000 Euro, für Behandlungsausstattung 22.000 Euro und für Technik sowie Empfang 6.000 Euro benötigt. Hinzu kommen 3.000 Euro Schulungsreisen und Teamvorbereitung, 4.000 Euro Eröffnungsausgaben sowie eine Mietkaution von 9.000 Euro.
Der einmalige Startbetrag beträgt damit 87.000 Euro: 15.000 Euro Eintritt und 72.000 Euro weitere Zahlungen aus der Aufstellung. In den 72.000 Euro steckt die Mietkaution von 9.000 Euro als gebundener Betrag. Sie ist gesondert zu markieren, obwohl sie zum vereinbarten Termin vollständig aus dem Praxiskonto abgeht.
Übertragen Sie die Positionen in einen Kapitalbedarfsplan, statt nur eine Gesamtsumme zu notieren. Die Checkliste des Existenzgründungsportals zum Kapitalbedarfsplan führt unter anderem Franchisegebühren, Geschäftsausstattung, Ausgaben der Anlaufphase, Reserve sowie Zinsen und Tilgung als eigene Bestandteile auf. Damit sehen Sie, welche Zahlungen vor und nach der Eröffnung in Ihre Finanzierung gehören.
Den Anlauf nach Zahlungseingängen rechnen
Planen Sie jetzt die ersten Betriebsmonate. Entscheidend für die Liquidität ist, wann Geld tatsächlich eingeht. Erbrachte Leistungen, versendete Rechnungen und Zahlungseingänge können in unterschiedlichen Monaten liegen. Halten Sie die verwendete Annahme zum Abrechnungsweg neben dem Monatswert fest.
Im Beispiel betragen die laufenden monatlichen Auszahlungen während des Anlaufs 18.000 Euro; die einmaligen 87.000 Euro aus der Startaufstellung sind darin nicht nochmals enthalten. Im ersten Monat gehen 8.000 Euro ein, im zweiten 13.000 Euro und im dritten 17.000 Euro. Die monatlichen Unterdeckungen liegen bei 10.000, 5.000 und 1.000 Euro. Insgesamt werden dafür 16.000 Euro benötigt.
| Anlaufmonat | Zahlungseingänge | Auszahlungen | Zusätzlicher Geldbedarf |
|---|---|---|---|
| Monat 1 | 8.000 Euro | 18.000 Euro | 10.000 Euro |
| Monat 2 | 13.000 Euro | 18.000 Euro | 5.000 Euro |
| Monat 3 | 17.000 Euro | 18.000 Euro | 1.000 Euro |
Der dritte Monat ist noch nicht ausgeglichen. Setzen Sie die Monatsplanung daher fort, bis die erwarteten Zahlungseingänge die laufenden Auszahlungen decken. Führen Sie Zins- und Tilgungstermine in den Monaten auf, in denen sie tatsächlich anfallen. Das Existenzgründungsportal empfiehlt dafür eine Liquiditätsvorschau mit künftigen Ein- und Auszahlungen.
Reserve und Finanzierung zur gesamten Summe verbinden
Für den bekannten Anlauf wird im Beispiel eine zusätzliche Liquiditätsreserve von 12.000 Euro vorgesehen. Einmaliger Startbetrag von 87.000 Euro, Anlaufbedarf von 16.000 Euro und Reserve ergeben zusammen 115.000 Euro. Dieser Betrag beschreibt das Geld, das für die geplante Startentwicklung bereitgestellt werden soll.
Die Gründerin setzt 35.000 Euro eigene Mittel ein. Damit verbleiben 80.000 Euro zu finanzieren. Übernehmen Sie für diese Aufteilung nur tatsächlich verfügbare Mittel. Geld, das für den privaten Lebensunterhalt oder eine andere feste Verpflichtung gebraucht wird, wird im Plan separat geführt.
Wenn Sie eine Förderung prüfen, nehmen Sie die Antragsfrist in Ihren Startplan auf. Die KfW nennt das ERP-Gründerkredit-StartGeld auch für Franchisegründungen; laut aktueller Produktseite umfasst das Programm bestimmte Investitionen und laufende Kosten. Der Antrag wird über einen Finanzierungspartner gestellt, bevor das Vorhaben beginnt. Die optionalen KfW-Pläne für Investitionen, Liquidität und Rentabilität beantworten unterschiedliche Planungsfragen. Produktseite zum ERP-Gründerkredit – StartGeld.
Eine verspätete Eröffnung ausdrücklich ergänzen
Ein späterer Start kann Geldbedarf erzeugen, obwohl sich die Eintrittsgebühr nicht verändert. Im Beispiel verschiebt sich die Eröffnung um einen Monat. Bereits laufende Miete, Teamvorbereitung und feste Beiträge führen in diesem Monat zu 11.000 Euro zusätzlichen Auszahlungen; Einnahmen sind noch nicht vorgesehen.
Der Kapitalbedarf steigt dadurch von 115.000 auf 126.000 Euro, wenn die ursprünglich geplante Reserve weiterhin bestehen bleiben soll. Wird stattdessen dieselbe Finanzierung genutzt, sinkt die verbleibende Reserve von 12.000 auf 1.000 Euro. Diese beiden Aussagen beschreiben unterschiedliche Entscheidungen und werden nicht vermischt.
Suchen Sie die Ursache des späteren Starts. Fehlt eine Lieferung, sind Räume noch nicht bereit oder muss eine Voraussetzung für die Leistungserbringung geklärt werden? Halten Sie fest, wann sich die Zahlungsannahmen wegen der Verschiebung ändern. Terminverschiebung und Geldwirkung werden gemeinsam aktualisiert, statt nur das Eröffnungsdatum auszutauschen.
Fälligkeiten vor der Eröffnung ordnen
Sortieren Sie den Startbetrag nach den vertraglichen Zahlungsterminen. Eine Anzahlung für Ausstattung, die Eintrittsgebühr und die Kaution können früher benötigt werden als eine Restzahlung für Umbau oder Lieferung. Richten Sie die Finanzierungsplanung an diesen Abflüssen aus, damit die verfügbare Summe zum jeweiligen Termin bereitsteht.
Im Beispiel werden vor Raumübergabe 15.000 Euro Eintritt und 9.000 Euro Kaution fällig. Danach folgen Anzahlungen für Umbau und Ausstattung. Die Restzahlungen werden an vereinbarte Fertigstellung oder Lieferung geknüpft. Der Kalender enthält diese Verpflichtungen und nicht nur die Summe aller geplanten Kosten.
Wenn sich Umfang oder Liefertermin ändern, passen Sie die zugehörige Fälligkeit und Monatsplanung an. Verwenden Sie dieselben Werte in der Finanzierungsübersicht und im internen Startplan. So lässt sich erkennen, ob eine zeitliche Verschiebung nur einen einzelnen Betrag oder auch die erwarteten Einnahmen verändert.
Den Betrieb aus tatsächlichen Abläufen vorbereiten
Eine gute Finanzierung plant auch die Zeit bis zum ersten geordneten Abrechnungslauf. Vorlagen, Zugänge, Teamübungen und Zuständigkeiten werden vorbereitet, bevor der Empfang viele neue Anliegen parallel übernimmt. So ist erkennbar, wann eine erbrachte Leistung in den vorgesehenen Rechnungsweg gelangt.
Vor dem ersten Abrechnungslauf legen Sie Vorlagen, Zugänge und Zuständigkeiten fest. Markieren Sie, wer die Leistung erfasst, die Rechnung erstellt und den Zahlungseingang prüft. Für die Liquiditätsplanung notieren Sie den erwarteten Zahlungstermin je Abrechnungsweg; nach der Eröffnung gleichen Sie die Monatsübersicht mit den tatsächlichen Eingängen ab.
Prüfen Sie im ersten Monat die größten Abweichungen: Fielen Auszahlungen früher an, gingen Rechnungen später heraus oder startete das Team anders als geplant? Tragen Sie die passende Änderung in die betreffende Monatsposition ein. So bleibt erkennbar, was den Bedarf bis zum ausgeglichenen Betrieb beeinflusst.
Mit einem vollständigen Startplan ins Finanzierungsgespräch gehen
Fassen Sie den Geldbedarf in einer übersichtlichen Planung zusammen: einmalige Zahlungen, gebundenes Kapital, Anlaufmonate, Reserve, verfügbare eigene Mittel und Finanzierung. Ergänzen Sie die wichtigsten Fälligkeiten sowie das Szenario einer späteren Eröffnung. So lässt sich der Bedarf anhand konkreter Angebote und Zahlungstermine besprechen.
Klären Sie offene Vertragskosten, bevor Sie sie in die Planung übernehmen. Eine noch unbestimmte Schulungszahlung oder Pflichtausstattung verändert den Startbetrag. Aktualisieren Sie die betroffenen Posten und verwenden Sie die geklärte Summe im Vertrag, in den Finanzierungsunterlagen und im internen Startplan.
Nach der Eröffnung führen Sie die Planung mit dem tatsächlichen Verlauf weiter. Ein stabiler Monat zeigt sich daran, dass die erwarteten regelmäßigen Zahlungseingänge die laufenden Auszahlungen tragen. Der Kapitalbedarf bis dorthin wird verständlich, wenn jeder Betrag mit seiner Aufgabe und seinem Fälligkeitstermin verbunden ist.