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Software und Digitalisierung

Passwortmanager in der Praxis: Einführung und Teamzugänge ordnen

So führen Sie einen Passwortmanager in der Praxis ein: Konten erfassen, eigene und gemeinsame Zugänge unterscheiden sowie Anmeldung und Wiederherstellung vorbereiten.

easymed.digital Redaktion 7 Min. Lesezeit
Praxisleiter bespricht sichere Teamzugänge mit einer Kollegin am Laptop.

Ein Passwortmanager macht Zugangsdaten für Praxis-E-Mail, Abrechnungsportale und weitere Dienste geordnet auffindbar. Für eine gute Einführung klären Sie zuerst, welche Konten persönlich oder gemeinsam genutzt werden, wer sie verwaltet und wie ein Zugang wiederhergestellt wird. Das BSI empfiehlt ein eigenes Passwort pro Onlinekonto; die aktuelle NIST-Leitlinie zu digitalen Identitäten beschreibt Passwortmanager als Unterstützung für unterschiedliche Passwörter und ihre sichere Eingabe.

In easymed können Sie schon für die Praxissoftware je Mitarbeitendem festlegen, welche Bereiche sichtbar und bearbeitbar sind. Das ordnet den Zugriff innerhalb der Praxisorganisation nach den Aufgaben des Teams. Für E-Mail, Fachportale und andere externe Dienste verwaltet ein Passwortmanager die jeweiligen Anmeldedaten separat.

Die vorhandenen Konten geordnet aufnehmen

Erstellen Sie zunächst eine Übersicht ohne Passwörter. Notieren Sie Dienst, offizielle Internetadresse, Aufgabe, Kontoart, verantwortliche Person, benötigte Rolle, verfügbaren zweiten Faktor und den vorgesehenen Wiederherstellungskontakt. Diese Angaben helfen beim Zuordnen und Prüfen, ohne geheime Anmeldedaten in einer allgemeinen Tabelle abzulegen.

Beginnen Sie mit den Diensten, die das Team häufig nutzt oder über die weitere Konten verwaltet werden. Kennzeichnen Sie ungeklärte Einträge, Konten ohne bekannte Zuständigkeit und alte Anmeldungen früherer Mitarbeitender. Übernehmen Sie solche Zugänge erst, wenn Praxis und Dienst geklärt haben, wofür sie gebraucht werden und wer sie verwalten darf.

Kontenarten und Berechtigungen auseinanderhalten

Prüfen Sie für jeden Dienst, ob Mitarbeitende eigene Benutzerkonten mit passenden Rollen erhalten können. Wenn ein Dienst keine persönlichen Benutzerkonten anbietet, behandeln Sie den gemeinsamen Login ausdrücklich als Funktionskonto: Benennen Sie eine verantwortliche Person und führen Sie die aktuell berechtigten Teammitglieder. So lässt sich unterscheiden, wer das Konto verwaltet und wer die Anmeldedaten bei einer konkreten Aufgabe verwenden darf.

Ein Eintrag im Passwortmanager vergibt keine Rechte im jeweiligen Dienst. Wenn die Anwendung persönliche Konten und Rollen unterstützt, legen Sie diese dort fest und speichern die jeweiligen Zugangsdaten getrennt. Bei einem Funktionskonto wird der Zugriff auf die gemeinsame Sammlung auf die Personen begrenzt, die ihn für ihre Aufgaben benötigen. Die BSI-Umsetzungshinweise zu Identitäts- und Berechtigungsmanagement beschreiben eindeutige persönliche Kennungen, zugeordnete Rollen und den Entzug nicht mehr benötigter Rechte als Teil der Zugangspflege. Für eine kleine Praxis lässt sich das auf eine einfache Frage herunterbrechen: Wer braucht diesen Zugang für welche Aufgabe?

Passwortmanager passend zur Praxis auswählen

Prüfen Sie vor der Einführung, ob sich persönliche und gemeinsame Einträge passend verwalten lassen, ob die Zugriffsrechte je Person geändert oder entzogen werden können und ob der Manager auf den vorgesehenen Praxisgeräten funktioniert. Fragen Sie auch nach der Verschlüsselung des Tresors, der automatischen Sperre bei Inaktivität, einer Mehr-Faktor-Anmeldung für das Manager-Konto und dem Weg für Wiederherstellung oder Teamwechsel.

Ein Passwortmanager bündelt viele Zugänge. Das BSI rät deshalb, den Schutzbedarf der gespeicherten Passwörter zu berücksichtigen und den Manager auf vertrauenswürdigen Geräten zu verwenden; die Umsetzungshinweise zum Passwortgebrauch nennen auch Verschlüsselung und eine automatische Sperre nach Inaktivität als Prüfpunkte. Die aktuelle NIST-Leitlinie hält außerdem fest, dass Dienste Passwortmanager und automatisches Ausfüllen unterstützen sollen. Für Ihre Auswahl zählt daher, ob das Werkzeug den Alltag des Teams vereinfacht und zugleich den vorgesehenen Umgang mit gemeinsamen Einträgen, Geräten und Wiederherstellung abbildet.

Die Übernahme in kleinen Schritten durchführen

Gehen Sie Dienst für Dienst vor. Beginnen Sie mit einer überschaubaren Auswahl häufig genutzter oder administrativer Konten. Öffnen Sie den bekannten Zugang des jeweiligen Dienstes, prüfen Sie Benutzerkennung und Zuständigkeit und übernehmen Sie erst dann den Eintrag. Testen Sie anschließend, ob die vorgesehene Person die Anmeldung mit ihrem zugeordneten Weg durchführen kann.

Der Eintrag führt zum bekannten Dienst; eine ungewöhnliche Meldung zum Rückfrageweg
Richtigen Eintrag auswählenBekannter Dienst + organisatorischer Zweck + bestätigte Zuordnung
Bekannter vorgesehener EinstiegDienst über den bestätigten Weg öffnen
Ungewöhnliche MeldungVereinbarten Rückfrageweg nutzen

Die ungewöhnliche Anfrage wird geklärt, bevor auf einer unbekannten Seite Anmeldedaten eingegeben werden.

Zweck und bestätigte Zuordnung helfen bei der Auswahl des richtigen Eintrags.

Achten Sie auf die gespeicherte Internetadresse. Mitarbeitende sollten erkennen können, zu welchem Dienst ein Eintrag gehört. Ein allgemein benannter Zugang „Praxis“ hilft wenig, wenn mehrere Portale existieren. Nutzen Sie nachvollziehbare Namen wie Dienst und organisatorischer Zweck.

Wenn ein Passwort mehrfach verwendet wurde, ändern Sie es im jeweiligen Dienst über dessen bekannten Zugangsweg und speichern das neue Passwort anschließend im Manager. Wo der Dienst es zulässt, kann der Manager für jedes Konto ein eigenes Passwort erzeugen. Unterschiedliche Passwörter erschweren es, ein bekannt gewordenes Passwort bei weiteren Diensten zu verwenden; NIST erläutert dies als Schutz vor sogenannten Passwort-Stuffing-Angriffen.

Lassen Sie ungeklärte Zuordnungen zunächst offen. Ein sauber beschrifteter, noch nicht übernommener Zugang ist hilfreicher als ein neuer Eintrag, dessen Dienst oder Verantwortlichkeit niemand sicher kennt.

Zusätzliche Sicherung praktisch vorbereiten

Aktivieren Sie bei Passwortmanager, Praxis-E-Mail und administrativen Konten die angebotene Mehr-Faktor-Authentisierung. Neben dem Passwort wird dabei ein weiteres Merkmal abgefragt, etwa ein Code auf einem zweiten Gerät oder ein Sicherheitsschlüssel. Das BSI erklärt die unterschiedlichen Verfahren und beschreibt, wie ein zusätzlicher Faktor den Zugang schützt, wenn ein Passwort bekannt geworden ist.

Sichern Sie das Manager-Konto selbst mit einem langen, nur dort verwendeten Master-Passwort und der verfügbaren zusätzlichen Anmeldung. Legen Sie fest, wer das Manager-Konto administriert und wer bei Abwesenheit unterstützen kann. Nutzen Sie dafür Geräte, die in Ihrer Praxis vorgesehen und betreut sind, und prüfen Sie vorab, welche Speicher- und Synchronisierungswege der Anbieter für den Tresor verwendet.

Das Team mit Alltagssituationen schulen

Für eine Übung wählen Sie einen bekannten Dienst und den vorgesehenen Zugangsweg. Die Mitarbeitende soll den richtigen Eintrag anhand von Zweck und bestätigter Zuordnung erkennen. Eine ungewöhnliche Meldung wird über den vereinbarten Rückfrageweg behandelt, statt durch eine spontane Eingabe auf einer unbekannten Seite beantwortet zu werden.

Nehmen Sie auch eine Vertretung in die Übung auf. Die Vertretung benötigt ihre passenden Berechtigungen, nicht das persönliche Passwort der abwesenden Kollegin. So bleiben Zuständigkeit und Zugriff nachvollziehbar.

Eine Mitarbeiterin bedient am Empfang selbst den Computer, während ein Kollege den Arbeitsschritt mit ihr bespricht. KI Generiert
Die Vertretung erprobt den vorgesehenen Zugang selbst und findet den passenden Rückfrageweg.

Vereinbaren Sie Regeln für Downloads und Exporte aus dem Manager. Eine unkontrollierte exportierte Sammlung schafft einen neuen sensiblen Datenbestand. Wer für eine Migration einen Export benötigt, sollte dies über den festgelegten technischen Prozess durchführen.

Zugänge über den gesamten Personalzyklus pflegen

Bei Eintritt, Rollenwechsel und Austritt prüfen Sie, welche Konten und Rechte für die tatsächlichen Aufgaben gebraucht werden. Geben Sie neue Zugänge erst frei, wenn die zuständige Person den Bedarf bestätigt hat. Entfernen Sie beim Rollenwechsel nicht mehr benötigte Rechte und sperren oder löschen Sie beim Austritt die Konten beim jeweiligen Dienst sowie den Zugriff auf gemeinsame Einträge im Passwortmanager. Die BSI-Hinweise führen diese Änderungen als normalen Lebenszyklus der Benutzerkennungen und Berechtigungen.

Bei einem gemeinsamen Funktionskonto kann der Dienst den einzelnen Nutzer unter Umständen nicht separat entfernen. Ändern Sie in diesem Fall das Passwort über den administrativen Weg des Anbieters, wenn eine berechtigte Person ausscheidet oder den Zugang nicht mehr verwenden soll. Halten Sie in der Übersicht fest, wer die Änderung veranlasst und wer den neuen Eintrag bestätigt. Für easymed können Sie die Rechte je Mitarbeitendem passend zu den Aufgaben in Aufnahme, Behandlung und Abrechnung festlegen; die externen Zugänge bleiben in der Zuständigkeit des jeweiligen Dienstes.

Fallbeispiel: Zugang einer ausgeschiedenen Person

Eine Praxis findet im beispielhaften Bestand ein Konto, das noch einer früheren Mitarbeiterin zugeordnet ist. Das Team verwendet den Dienst weiterhin, kennt aber die vorgesehene administrative Zuständigkeit nicht. Eine einfache Übernahme des Eintrags würde diese ungeklärte Situation erhalten.

Das alte Konto braucht vor der Übernahme eine geklärte Zuständigkeit
Weiter genutzter DienstKonto noch beifrüherer MitarbeiterinAdministrative Zuständigkeitbislang ungeklärtKontozweck prüfenÄnderungsweg des DienstesKünftig benötigte RolleBestätigten Standin die Verwaltungübernehmen
Kontozweck, Änderungsweg und künftig benötigte Rolle werden zusammen geprüft.

Die Praxis klärt deshalb zuerst den Kontozweck und den beim Dienst vorgesehenen Änderungsweg. Die administrativ verantwortliche Person legt die künftig benötigte Rolle fest und passt die organisatorische Zuordnung entsprechend an. Erst der bestätigte Stand wird in die neue Verwaltung übernommen.

Der Fall zeigt, weshalb eine Zugangssammlung und eine Berechtigungsentscheidung unterschiedliche Aufgaben sind. Ein gespeicherter Eintrag erklärt nicht automatisch, wer ihn verwenden soll oder wer bei einer Rückfrage zuständig ist.

Übernahme und Wiederherstellung getrennt prüfen

Eine erfolgreiche Anmeldung nach der Übernahme zeigt zunächst, dass dieser Zugriff funktioniert. Sie beantwortet noch nicht, welcher Weg bei verlorenem Zugang vorgesehen ist. Klären Sie den Wiederherstellungsprozess als eigenen organisatorischen Vorgang.

Die Anmeldung und ein verlorener Zugang haben unterschiedliche Wege
Normaler Zugriff nach der ÜbernahmeAnmeldung erfolgreich
Dieser Zugriff funktioniert
Falls der Zugang verloren gehtEigener Wiederherstellungsauftrag
  1. Organisatorischen Kontakt und zuständige Rolle finden
  2. Vorgesehene Unterlagen und bestätigte Voraussetzungen prüfen
  3. Veranlasste Änderung und anschließend bestätigten Stand festhalten
Für die Wiederherstellung bleiben organisatorischer Kontakt, Zuständigkeit und vorgesehene Unterlagen auffindbar.

Benennen Sie Kontakt, Zuständigkeit und die dafür vorgesehenen Unterlagen, ohne sensible Geheimnisse in eine frei lesbare Anleitung zu übernehmen. Verwenden Sie den unterstützten Wiederherstellungsweg des jeweiligen Dienstes. Die zuständige Person findet dadurch die benötigten Informationen im vorgesehenen geschützten Arbeitsbereich.

Wenn mehrere Personen beteiligt sind, sollte der administrative Auftrag nachvollziehbar sein. Wer veranlasst eine Änderung und wer bestätigt anschließend den verwendeten Stand? Diese Fragen gehören zur Zugangspflege auch nach der ersten Einrichtung.

Häufige Fragen

Welche Angaben gehören in die Kontenübersicht einer Praxis?

Erfassen Sie Dienst, offizielle Internetadresse, Aufgabe, Kontoart, verantwortliche Person, benötigte Rolle, zweiten Faktor und Wiederherstellungskontakt. Die Übersicht enthält keine Passwörter; geheime Anmeldedaten gehören in den geschützten Passwortmanager.

Wann ist ein gemeinsamer Login für ein Praxisteam sinnvoll?

Wenn der Dienst persönliche Benutzerkonten mit passenden Rollen anbietet, nutzen Sie diese für die einzelnen Mitarbeitenden. Ein gemeinsamer Login kommt als Funktionskonto infrage, wenn der Dienst keine persönlichen Konten anbietet. Benennen Sie eine verantwortliche Person und halten Sie fest, wer den Zugang verwenden darf. Der Passwortmanager ersetzt die Rechtevergabe im Dienst nicht.

Welche Punkte sollte ein Passwortmanager für ein Praxisteam erfüllen?

Prüfen Sie getrennte persönliche und gemeinsame Einträge, Rechte je Person und den Entzug beim Rollenwechsel. Achten Sie außerdem auf Verschlüsselung, automatische Sperre, Mehr-Faktor-Anmeldung, unterstützte Wiederherstellung und den Einsatz auf den vorgesehenen Praxisgeräten. Entscheidend ist, ob die Funktionen zum Zugangsumfang und Arbeitsweg Ihrer Praxis passen.

Wie kann die Praxis Zugangsdaten schrittweise migrieren?

Starten Sie mit häufig genutzten oder administrativen Konten. Öffnen Sie den bekannten Zugang des Dienstes, prüfen Sie Benutzerkennung und Zuständigkeit und testen Sie die Anmeldung mit der vorgesehenen Person. Ändern Sie wiederverwendete Passwörter beim jeweiligen Dienst und speichern Sie sie anschließend im Manager. Gehen Sie erst dann zum nächsten Dienst über.

Was muss bei einem Rollenwechsel oder Austritt angepasst werden?

Prüfen Sie die benötigten Konten und Rechte anhand der neuen Aufgaben. Entfernen Sie nicht mehr nötige Zugriffsrechte und sperren oder löschen Sie beim Austritt Konten beim jeweiligen Dienst sowie den Zugriff auf gemeinsame Einträge. Wenn ein gemeinsames Passwort nicht personengenau entzogen werden kann, ändern Sie es über den administrativen Weg des Anbieters und bestätigen den neuen Eintrag.

Wie wird der Wiederherstellungsweg für Praxiszugänge getestet?

Eine erfolgreiche Anmeldung belegt nur, dass der reguläre Zugriff funktioniert. Halten Sie den vorgesehenen Wiederherstellungsweg, den Kontakt und die zuständige Rolle fest. Üben Sie den Ablauf mit der dafür vorgesehenen Vertretung und bewahren Sie vertrauliche Codes oder Unterlagen nur im geschützten, dafür vorgesehenen Arbeitsbereich auf.

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