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Praxisorganisation

Vor der Therapie: Person und Akte sicher zuordnen

Erfragen Sie Namen und Geburtsdatum offen und gleichen Sie beides mit der Akte ab. easymed verbindet die heutigen Unterlagen mit dem Termin und dem Verlauf.

easymed.digital Redaktion 4 Min. Lesezeit
Therapeut und Patientin sprechen vor dem Behandlungsbeginn an der Zimmertür; der Therapeut hält eine geschlossene Mappe.

Patientenidentifikation vor der Therapie verbindet die anwesende Person mit der richtigen Akte und der geplanten Behandlung. Die WHO empfiehlt, vor einer Versorgung mindestens zwei Identifizierungsmerkmale abzugleichen, zum Beispiel Name und Geburtsdatum, und ein klares Vorgehen für gleichnamige Personen festzulegen (Patient Identification). Im Fallbeispiel sehen Sie, wie sich dieser Abgleich in die Begrüßung einfügt.

In easymed stehen Stammdaten, Termine, Dokumente und Behandlungsverlauf im selben Patientenzusammenhang bereit. So kann die behandelnde Fachkraft die Unterlagen zum heutigen Termin an einer Stelle öffnen; den persönlichen Abgleich führt sie im Gespräch durch.

Die Identitätsprüfung am Behandlungspunkt verankern

Im Fallbeispiel kommen zwei Patientinnen namens Lea Keller am selben Nachmittag in die Praxis. Eine wurde am 11. Februar 1978 geboren und gehört zur Akte K1, die andere am 22. August 1986 zur Akte K2. Der gleiche Vor- und Familienname unterscheidet sie nicht. Das Geburtsdatum macht den Unterschied im Gespräch und in den Stammdaten erkennbar; K1 und K2 bezeichnen im Beispiel die beiden Akten.

Ein Name, zwei unterschiedliche Akten

Ein Name, zwei unterschiedliche Akten

Lea Keller
Akte K1
Vor- und Familienname
Lea Keller
Geburtsdatum
11. Februar 1978
Akte K2
Vor- und Familienname
Lea Keller
Geburtsdatum
22. August 1986
Der Name allein unterscheidet die beiden Personen im Fallbeispiel nicht. Die weiteren Angaben werden mit der Akte abgeglichen.
Die beiden Patientinnen im Fallbeispiel tragen denselben Namen; die Geburtsdaten gehören zu den unterschiedlichen Akten K1 und K2.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) ordnet die Identitätsprüfung unmittelbar vor einer Maßnahme der Person zu, die sie ausführt. Wenn möglich, soll diese die Patientin oder den Patienten aktiv ansprechen und die Merkmale mit der Patientenakte abgleichen. Bei gleichen oder ähnlichen Namen nennt die Empfehlung vollständige Identifizierungsmerkmale (Handlungsempfehlung zur sicheren Patientenidentifikation). Verbinden Sie den Abgleich deshalb mit der persönlichen Begrüßung am Behandlungspunkt, bevor die vorgesehene Therapie beginnt.

Auch bei einer Vertretung beginnt die behandelnde Person mit der eigenen Ansprache und dem Abgleich. So bleibt der Ablauf für das Team klar: Die digitale Akte stellt die Informationen bereit, die behandelnde Fachkraft ordnet die genannten Angaben zu.

Angaben erfragen und mit der geöffneten Akte abgleichen

Die Frage lautet im Beispiel: Wie heißen Sie mit Vor- und Familiennamen, und wann sind Sie geboren? Die Patientin nennt Lea Keller und den 22. August 1986. Diese Angaben gehören zu K2. Besprechen Sie die persönlichen Angaben an einer geschützten Stelle im Gespräch und gleichen Sie sie mit den Stammdaten der geöffneten Akte ab.

Die Person nennt ihre eigenen Angaben

Die Person nennt ihre eigenen Angaben

Wie heißen Sie mit Vor- und Familiennamen, und wann sind Sie geboren?
Lea Keller
22. August 1986
Die Antwort wird mit der geöffneten Akte abgeglichen. Im Beispiel gehören diese Angaben zu K2.
Die aktiv genannte Antwort im Beispiel wird mit der geöffneten Akte abgeglichen und gehört zu K2.

Eine offene Frage gibt der Patientin Raum für ihre eigene Antwort. „Sind Sie Lea Keller?“ würde bei beiden Personen zu einem Ja führen. Wenn jemand über die erneute Frage erstaunt ist, genügt eine freundliche Erklärung: Sie möchten die Behandlung mit den richtigen Unterlagen beginnen. Ein gleichbleibender kurzer Wortlaut macht diesen Schritt für das Team selbstverständlich.

Eine Abweichung vor dem Beginn sichtbar klären

Im Beispiel ist zunächst K1 geöffnet, während die Patientin die Angaben zu K2 nennt. Die Therapeutin hält den Beginn kurz an, benennt den Unterschied und öffnet die passende Akte. Anschließend gleicht sie die Antwort mit K2 ab. Die Klarheit entsteht aus dem konkreten Merkmal, nicht aus einer Vermutung aufgrund des Namens.

Was ergibt der Abgleich?

Was ergibt der Abgleich?

Eigene Angaben ↔ geöffnete Akte
Angaben stimmen überein

Die heutige Behandlung zuordnen

Angaben weichen ab

Beginn anhalten, Zuordnung klären und anschließend erneut abgleichen

Im Fallbeispiel: K1 ist geöffnet, die erfragten Angaben gehören zu K2.
Bei Übereinstimmung folgt die heutige Behandlung in der passenden Akte. Bei einer Abweichung wird die Zuordnung vor dem Beginn geklärt.

Stimmen die Angaben überein, betrachten Sie in der passenden Akte die heutige Behandlung. Bei einer Abweichung wird zuerst die Zuordnung geklärt. Ist die Erklärung nicht direkt erkennbar, beziehen Sie die für die Aufnahme zuständige Person mit der konkreten Frage ein: beispielsweise ein unterschiedlich erfasstes Geburtsdatum oder eine unklare Schreibweise.

Ein hilfreicher Hinweis benennt den Unterschied genau. „Es ist K1 geöffnet, die genannten Angaben gehören zu K2“ lässt sich gezielt bearbeiten. Sobald die Zuordnung feststeht, führt die behandelnde Person den Kontakt in der richtigen Akte weiter. Es braucht dafür keine erneute Durchsicht sämtlicher anderer Patientenakten.

Auch die vorgesehene Behandlung zur richtigen Person zuordnen

Zur Akte K2 gehört im Beispiel der heutige Behandlungskontakt. Die Therapeutin öffnet dort die zugehörigen Verlaufsangaben und die vorgesehenen Unterlagen. So schließt die Begrüßung direkt an die konkrete Vorbereitung an. Inhalte aus der zuvor geöffneten Akte K1 werden nicht in diesen Kontakt übernommen.

Die Patientenakte und Dokumentation von easymed verbinden Patientenangaben mit Verlauf und Dokumenten; Befund und Verlauf können je Termin dokumentiert werden. Für das Team bleibt derselbe Zusammenhang auch dann verfügbar, wenn eine andere Person die Behandlung übernimmt. Die zuständige Fachkraft ordnet die heutigen Inhalte ein und dokumentiert anschließend den tatsächlichen Kontakt.

Den Anschluss bei eingeschränkter Verständigung vorbereiten

Kann die Person ihre Angaben nicht ausreichend verständlich selbst nennen, passen Sie den Gesprächsweg an die Situation an. Die APS-Empfehlung nennt beispielsweise geeignete Bezugspersonen oder Unterstützung bei Sprachbarrieren. Bei einem Kind kann die zuständige Bezugsperson die Angaben beitragen; bei einer Sprachbarriere hilft ein geeigneter Verständigungsweg.

Vereinbaren Sie im Team einen erreichbaren Ansprechpartner für solche Fälle. Für die konkrete Klärung nutzen Sie die vorhandenen Unterlagen und die Informationen der beteiligten Person. Das Ziel ist eine eindeutige Zuordnung vor dem Beginn. Die fachliche Entscheidung bleibt bei der behandelnden Person und wird im persönlichen Kontakt getroffen.

Eine kurze gemeinsame Vereinbarung für den Beginn nutzen

Halten Sie für Ihr Team fest, welche Angaben aktiv erfragt werden und wer eine offene Zuordnungsfrage klärt. Das Beispiel mit Lea Keller zeigt beide Wege: Bei Übereinstimmung folgt die heutige Behandlung; bei einer Abweichung wird zunächst die richtige Akte geöffnet und abgeglichen. Eine Vertretung findet so einen verständlichen Anschluss an die vorhandenen Patienteninformationen.

Häufige Fragen

Wie unterscheiden wir zwei namensgleiche Patienten?

Erfragen Sie Vor- und Familiennamen sowie Geburtsdatum offen und gleichen Sie beide Angaben mit der geöffneten Akte ab. Die WHO nennt Name und Geburtsdatum als Beispiele für zwei Identifizierungsmerkmale. Im Fallbeispiel unterscheiden die Geburtsdaten die beiden Lea Keller und führen zu K1 oder K2.

Welche Frage eignet sich für den persönlichen Abgleich?

Fragen Sie nach Vor- und Familiennamen sowie Geburtsdatum, damit die Person selbst antworten kann. Ein bloßes Ja zur Frage nach dem Namen würde die beiden Lea Keller nicht unterscheiden. Besprechen Sie die Angaben geschützt und verbinden Sie die Antwort mit den Stammdaten.

Was tun wir, wenn zunächst die andere Akte geöffnet ist?

Halten Sie den Beginn kurz an und klären Sie den konkreten Unterschied. Im Beispiel ist K1 geöffnet, während die Angaben zu K2 gehören. Die Therapeutin öffnet K2, gleicht die Antwort dort ab und nimmt anschließend den heutigen Behandlungskontext auf.

Was hilft bei eingeschränkter Verständigung?

Passen Sie den Gesprächsweg an die Person an. Geeignete Bezugspersonen können Angaben beitragen; bei Sprachbarrieren hilft ein passender Verständigungsweg. Nutzen Sie vorhandene Unterlagen und einen erreichbaren Ansprechpartner für die konkrete Zuordnungsfrage vor dem Beginn.

Wie unterstützt easymed den Behandlungsbeginn?

easymed verbindet Stammdaten, Termine, Dokumente und Verlauf in der Patientenakte. Nach dem persönlichen Identitätsabgleich öffnen Sie dort die heutige Behandlung und die zugehörigen Unterlagen. Auch eine Vertretung arbeitet mit diesem gemeinsamen Patientenzusammenhang.

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