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Software und Digitalisierung

Digitalisierungsumfragen in der Praxis: Zahlen richtig lesen

Wunsch, Nutzung, Angebot und Planung sind verschiedene Umfragewerte. So lesen Sie den Digital Health Report 2022, Praxisdaten 2025 und die eigene Online-Terminbuchung korrekt.

easymed.digital Redaktion 5 Min. Lesezeit
Hand neben einem Smartphone mit dunklem Display, einem vollständig leeren Notizbuch und einem hellen Tischtelefon auf einem Holztisch.

Eine Digitalisierungsumfrage für Ihre Praxis beantwortet nicht automatisch, ob sich ein digitales Angebot für Ihr Team lohnt. Trennen Sie Patientenwunsch, bereits genutzte oder angebotene Lösungen und geplante Einführungen. Prüfen Sie dazu stets Jahr, Frage, befragte Gruppe und Bezugsgröße. Danach können Sie aus einer Umfrage eine konkrete Frage für Ihre eigene Terminorganisation ableiten.

Bei der Online-Terminbuchung ist der Weg von der Funktion zum Praxisalltag greifbar: In easymed geben Sie Behandlungsarten und freie Zeiten für das Buchungsportal frei und legen Regeln für Neu- und Bestandspatienten fest. Patienten wählen dort einen angebotenen Termin, erhalten die Bestätigung und können ihn über den Link verschieben oder absagen. Die Buchung erscheint im gemeinsamen Kalender, in dem Ihr Team weiterplant. Die Praxis entscheidet, welche Zähleinheit und welcher Zeitraum für eine eigene Auswertung passen.

Den Digital Health Report 2022 einordnen

Der Doctolib Digital Health Report vom Juni 2022 stellt zwei Befragungen nebeneinander. Die Patientenseite nennt 1.009 Teilnehmende. In der ärztlichen Befragung mit dem Marktforschungsinstitut GIM waren Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten, Gynäkologen, Orthopäden sowie Zahnärzte vertreten. Beide Gruppen liefern unterschiedliche Perspektiven auf digitale Angebote.

Der Bericht beschreibt damit nicht die Nutzung in einer einzelnen Therapiepraxis. Seine ärztliche Stichprobe umfasst keine Physio-, Ergo- oder Logopädiepraxen. Nutzen Sie die Zahlen als Anregung für die eigene Frage: Finden Patienten den Buchungslink? Sind die angebotenen Ersttermine passend benannt? Welche Anliegen lassen sich selbstständig buchen und welche brauchen ein Gespräch?

Wunsch, Nutzung und Potenzial getrennt vergleichen

Auf der Patientenseite wünschen sich 66 Prozent der Befragten eine Online-Terminvereinbarung; die Grafik steht auf Seite 10. Unter den befragten Ärzten wird diese Funktion auf Seite 16 von 43 Prozent als bereits genutztes digitales Werkzeug aufgeführt. Auf Seite 17 planen 73 Prozent, ihre Termine online für Patienten buchbar zu machen. Die Werte beantworten damit verschiedene Fragen: Patientenwunsch, berichtete ärztliche Nutzung und geplante Einführung. Sie bilden keine zeitliche Entwicklung derselben Praxis ab. Der Bericht zeigt diese Werte auf den jeweiligen Seiten.

Ein aktuellerer, anders angelegter Vergleich stammt aus dem PraxisBarometer Digitalisierung 2025 des IGES Instituts im Auftrag der KBV. Die repräsentative Befragung umfasste rund 1.700 vertragsärztliche und psychotherapeutische Praxen, die zwischen Mai und Juli 2025 teilnahmen. 31 Prozent der Praxen gaben ein Online-Terminangebot an; 2024 waren es in derselben Erhebungsreihe 27 Prozent. Das ist der Anteil der Praxen mit einem Angebot, nicht der Anteil der online gebuchten Patiententermine. Die IGES-Ergebnisübersicht beschreibt den Befragungszeitraum und die beteiligten Praxen.

Wunsch, Nutzung, Angebot und Planung auseinanderhalten

Patientenwunsch

66 %

Befragte Patienten und Nutzer

Doctolib-Bericht 2022 · Seite 10

Ärztliche Nutzung

43 %

Online-Terminbuchung als genutztes Werkzeug

Doctolib-Bericht 2022 · Seite 16

Geplante Einführung

73 %

Termine online buchbar machen

Doctolib-Bericht 2022 · Seite 17

Andere Erhebung: Praxen mit Online-Terminangebot

PraxisBarometer von IGES/KBV · Anteil der Arzt- und Psychotherapiepraxen

27 %2024
31 %2025
Doctolib 2022 zeigt drei unterschiedliche Messpunkte; IGES/KBV vergleicht separat den Anteil der Praxen mit Online-Angebot 2024 und 2025.

So liefert das PraxisBarometer eine aktuelle Angebotsquote für Arzt- und Psychotherapiepraxen, aber keine Quote für Heilmittelpraxen. Auch lässt sich der Anteil nicht direkt mit den 43 Prozent im Doctolib-Bericht gleichsetzen: Erhebungsjahr, befragte Gruppe und Messpunkt unterscheiden sich. Für die eigene Praxis sind deshalb Beobachtungen zum tatsächlich gebuchten Terminweg hilfreicher als ein direkter Zahlenvergleich.

Die eigene Zähleinheit einmal klar festlegen

Bevor Sie zählen, legen Sie eine konkrete Kennzahl fest. Ein einfacher Start ist der Anteil online vereinbarter neuer Ersttermine unter allen neu vereinbarten Erstterminen für Leistungen, die während des gesamten Zeitraums online buchbar waren. Zeitraum und einbezogene Terminarten bleiben bei einer späteren Messung gleich. Die Frage lautet dann genau: Über welchen Buchungsweg kamen diese neuen Ersttermine zustande?

Eine Beispielrechnung für eine Woche enthält 20 neue Erstterminvereinbarungen aus solchen buchbaren Terminarten: 12 wurden online und 8 am Empfang vereinbart. Der Online-Anteil beträgt 12 geteilt durch 20, also 60 Prozent.

20 Erstterminvereinbarungen im Beispiel
Beispielzählung von 20 neuen ErstterminvereinbarungenZwanzig gleich große Kreise stehen für zwanzig neue Erstterminvereinbarungen in der ausgewählten Woche. Zwölf dunkle Kreise gehören zur Online-Buchung, acht helle zum Empfang. Zwölf geteilt durch zwanzig ergeben sechzig Prozent.20 VereinbarungenNeue Ersttermine · eine Woche12 über Online-Buchung8 über den Empfang12 ÷ 20 = 60 %
12 Online-Buchungen und 8 Vereinbarungen am Empfang ergeben einen Online-Anteil von 60 Prozent.

Eine neue Erstterminvereinbarung zählt einmal. Weitere Nachrichten zur selben Vereinbarung oder eine spätere Verschiebung sind keine zweite Erstbuchung. Bereits früher vereinbarte Folgetermine und reine Absagen gehören nicht zu dieser Kennzahl. Schreiben Sie Zähler, Nenner, Woche und die einbezogenen Behandlungsarten zum Ergebnis.

Wenn Sie zusätzliche Leistungen online freigeben oder verfügbare Zeiten verändern, vermerken Sie den Schritt. Ein verändertes Angebot kann den Buchungsanteil beeinflussen, ohne dass sich der Wunsch der Patienten geändert hat. So liest Ihr Team das Ergebnis zusammen mit dem Angebot, das zu ihm geführt hat.

Den Nutzen am gebuchten Termin verstehen

Die 12 Online-Vereinbarungen im Beispiel stehen für zwölf gebuchte neue Termine, die das Team nicht noch einmal in eine zweite Terminliste übertragen muss. Ein Patient findet auf Ihrer Website den Link zum Portal, wählt eine angebotene Behandlungsart und freie Zeit und erhält die Bestätigung. Der Termin steht danach im gemeinsamen easymed-Kalender.

Vom Buchungsportal zum gemeinsamen Kalender
12 Online-
Vereinbarungen

Gebuchte Ersttermine im Beispiel

Im gemeinsamen Kalender weiterarbeiten

  1. Behandlungsart und freie Zeit wählen
  2. Buchung und Bestätigung erhalten
  3. Den gebuchten Termin im Kalender nutzen
Eine Online-Buchung wird zum gebuchten Ersttermin, mit dem das Team im Kalender weiterarbeitet.

Bei einer Rückfrage öffnet Ihr Team den Termin und den zugehörigen Patientenbezug. Für eine andere Zeit kann der Patient den vorgesehenen Verschiebungslink nutzen; bei einem organisatorischen Anliegen übernimmt das Team. easymed führt Buchung und Kalender zusammen, während Ihr Team konkrete Fragen beantwortet.

Ein Anteil allein sagt noch nicht, welcher Weg für jeden Termin passt. Eine Buchung am Empfang ist sinnvoll, wenn ein Anliegen erst geklärt werden muss, eine Begleitperson einbezogen wird oder die passende Behandlungsart offen ist. Online- und persönliche Vereinbarung ergänzen sich: Die Praxis gibt ein verständliches Angebot frei, und der Patient wählt den passenden Weg.

Aus einer Beobachtung eine passende Verbesserung ableiten

Wenn Patienten den Buchungslink erst nach einem Anruf finden, platzieren Sie ihn auffälliger auf der Praxiswebsite. Fragen Neupatienten häufig nach einer bestimmten Behandlungsart, überarbeiten Sie die Beschreibung im Buchungsportal. Eine konkrete Rückmeldung kann reichen, um die nächste kleine Änderung zu testen.

Für eine spätere Vergleichswoche behalten Sie Kennzahl, Zeitraumumfang und einbezogene Terminarten bei. Vermerken Sie Änderungen an den online buchbaren Leistungen oder Zeiten; sie erklären, warum der Anteil anders ausfallen kann. In easymed bestimmt die Praxis das Angebot, die Online-Buchung übernimmt die gewählten Termine in den gemeinsamen Kalender. So wird die Buchungsorganisation direkt im Praxisplan weitergeführt.

Die Befragungswerte zeigen Perspektiven, keine Vorgabe für Ihre Praxis. Treffen Sie die nächste Entscheidung an Ihrem Angebot: den Zugang sichtbarer machen, eine Behandlungsart verständlicher benennen oder passende Zeiten freigeben. easymed übernimmt die wiederkehrende Buchungsorganisation; Ihr Team bestimmt das Angebot und beantwortet individuelle Fragen.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Prozentwerte im Digital Health Report 2022?

66 Prozent stehen für den Wunsch der befragten Patienten nach Online-Terminen, 43 Prozent für die von Ärzten berichtete Nutzung und 73 Prozent für die geplante Einführung. Die Werte beantworten unterschiedliche Fragen. Das PraxisBarometer 2025 misst wiederum den Anteil der Arzt- und Psychotherapiepraxen mit einem Online-Angebot.

Wie kann ich den Anteil der Online-Terminbuchungen in meiner Praxis berechnen?

Teilen Sie die neuen Ersttermine, die online vereinbart wurden, durch alle neu vereinbarten Ersttermine der während des Zeitraums online buchbaren Leistungen. Im Beispiel sind das 12 von 20 Vereinbarungen, also 60 Prozent. Schreiben Sie Zeitraum und einbezogene Terminarten dazu.

Wie vergleiche ich zwei Zeiträume für meine Praxiskennzahl?

Behalten Sie Zeitraumumfang, einbezogene Terminarten und Zähleinheit bei. Notieren Sie zusätzlich Änderungen an buchbaren Leistungen oder Zeiten. Dann kann Ihr Team erkennen, ob sich der Buchungsweg oder zunächst das Angebot verändert hat.

Wie erleichtert easymed die Online-Terminvereinbarung?

Patienten buchen freigegebene Behandlungsarten und Zeiten im Portal und können über den Link verschieben oder absagen. Der Termin erscheint im gemeinsamen Kalender von easymed. Ihr Team plant dort weiter und beantwortet konkrete Rückfragen.

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