Zum Inhalt
Abrechnung und Finanzen

Monatsroutine für Rechnungen in der Therapiepraxis

Ordnen Sie Praxisrechnungen monatlich nach bezahlt, offen und fällig. Ein 45-Minuten-Beispiel, ergänzende Belege und klare Wege zu Lexware Office oder DATEV geben Ihrer Praxis einen festen Ablauf.

easymed.digital Redaktion 6 Min. Lesezeit
Alleiniger Praxisinhaber ordnet Belege an einem Schreibtisch neben dem Behandlungsraum.

Eine Monatsroutine für Rechnungen in einer Therapiepraxis beantwortet drei Fragen: Was ist abgerechnet, was bereits bezahlt und was noch offen oder fällig? Wenn Sie das optionale Zusatzmodul Lexware Office eingerichtet haben, übergibt easymed abgeschlossene Praxisrechnungen direkt an Lexware. easymed übernimmt die dort vergebene Rechnungsnummer vor PDF, Druck und Versand; Lexware meldet vollständig bezahlte Rechnungen täglich zurück. So führt die Praxis den Zahlungsstatus nicht noch einmal von Hand nach.

Lieferantenbelege, Bankunterlagen und die nächsten anstehenden Zahlungen bleiben Teil Ihres Monatsblocks. Für die Übergabe der Rechnungsdaten an eine Steuerkanzlei gibt es außerdem den DATEV-Export. Der folgende Ablauf bringt diese Wege und den eigenen Monatsüberblick in eine kurze, wiederholbare Reihenfolge.

Einen festen Monatsrhythmus für Ihre Praxis vereinbaren

Legen Sie einen festen Termin für den Monatsstand fest und bestimmen Sie, wer ihn vorbereitet. In einer Solopraxis kann das ein ruhiger Abschnitt nach Monatsende sein. Im Team übernimmt die zuständige Verwaltungsrolle den Überblick und gibt eine konkrete offene Entscheidung an die Leitung weiter.

Stimmen Sie einmal ab, welche ergänzenden Unterlagen die Steuerkanzlei erhält und über welchen Weg. Der Rechnungsweg mit Lexware oder der Export für die Kanzlei lässt sich dann mit einem klaren Zeitraum verbinden. Für die Folgemonate bleibt die Zuordnung bestehen, solange sich die Absprache nicht ändert.

Ein Beispielplan verteilt 45 Minuten auf drei Aufgaben: 15 Minuten für Rechnungs- und Zahlungsstand, 20 Minuten für ergänzende Belege und Rückfragen sowie zehn Minuten für Übergabe und nächste Zahlungen. Nach dem ersten Durchgang passen Sie den Zeitblock an Ihren tatsächlichen Umfang an.

Eigener Startplan: 45 Minuten für den Monatsstand
Eigener Startplan: 45 Minuten für den MonatsstandEigener Monatsblock: 45 Minuten15201015Rechnungs- undZahlungsstand20Ergänzende Belegeund Rückfragen10Übergabe undnächste Zahlungen
Beispiel: 15 Minuten Rechnungen und Zahlungen, 20 Minuten Belege und Rückfragen, zehn Minuten Übergabe. Nach dem Durchlauf wird der Zeitbedarf angepasst.

Legen Sie Lieferantenbelege bereits beim Eingang am vorgesehenen Ablageort ab. Der Monatsblock beginnt dann mit den vorhandenen Angaben und konzentriert sich auf neue Belege, offene Fragen und die anstehende Übergabe.

Zahlungseingänge und offene Rechnungen getrennt ansehen

Ist die Lexware-Office-Anbindung aktiv, meldet Lexware vollständig bezahlte Rechnungen täglich an easymed zurück. Der Status erscheint damit auch in der Praxissoftware. Bei Bedarf lässt sich zusätzlich ein aktueller Abgleich anstoßen, bevor Sie einen einzelnen Vorgang weiterbearbeiten.

Im Monatsbeispiel hat die Praxis 40 abgeschlossene Rechnungen über insgesamt 4.200 Euro. Davon sind 3.400 Euro bezahlt und 800 Euro offen. Von den offenen Beträgen betreffen 600 Euro noch nicht fällige Rechnungen und 200 Euro bereits fällige Rechnungen. Die Aufteilung zeigt, welcher Betrag schon eingegangen ist und welche offene Position als Nächstes Aufmerksamkeit braucht.

Beispiel: Rechnungsbetrag, Eingang und Fälligkeit unterscheiden
Beispiel: Rechnungsbetrag, Eingang und Fälligkeit unterscheiden40 Rechnungen: 4.200 Euro3.400 Euro bezahlt800 Euro offen600 EuroNoch nicht fällig200 EuroBereits fälligRechnungsbetrag und Kontoeinganghaben unterschiedliche Zeitpunkte
Beispiel: 3.400 Euro bezahlt plus 800 Euro offen ergeben 4.200 Euro. Von den offenen Beträgen sind 200 Euro bereits fällig.

Prüfen Sie die 200 Euro anhand der Rechnungsnummer, des vereinbarten Fälligkeitsdatums und des bereits verbuchten Zahlungseingangs. Für die 600 Euro, deren Zahlungsziel noch nicht erreicht ist, reicht zunächst der Eintrag als erwarteter Eingang. So richtet sich die Rückfrage nach dem konkreten Fälligkeitstermin und bezieht sich auf einen auffindbaren Beleg.

Für die nächste Praxiswoche vergleichen Sie den Kontostand mit erwarteten Eingängen und anstehenden Rechnungen. Bei einer Teilzahlung halten Sie den bereits eingegangenen und den verbleibenden Betrag getrennt fest. Rechnungsdatum, Fälligkeit und Zahlungseingang beschreiben unterschiedliche Zeitpunkte.

Wenn Sie Ihren Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, gilt grundsätzlich das Zu- und Abflussprinzip: Einnahmen zählen im Jahr des Zuflusses, Ausgaben im Jahr der Zahlung. Für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen um den Jahreswechsel gilt eine enge Ausnahme: Zahlung und Fälligkeit müssen innerhalb des Zehn-Tages-Zeitraums liegen und der Betrag wirtschaftlich zum anderen Jahr gehören. Notieren Sie bei einer betroffenen wiederkehrenden Miete oder Softwaregebühr daher Fälligkeits- und Zahlungsdatum zusammen. Das erleichtert die richtige Einordnung nach § 11 EStG; das BFH-Urteil X R 2/21 erläutert zusätzlich das Fälligkeitserfordernis.

Lexware-Übergabe oder DATEV-Export mit der Kanzlei abstimmen

Mit aktivierter Lexware-Office-Anbindung schließen Sie die Praxisrechnung in easymed ab. Der Beleg geht an Lexware, Lexware vergibt die Rechnungsnummer und easymed übernimmt sie vor der Ausgabe als PDF, für den Druck oder Versand. Täglich gleicht easymed vollständig bezahlte Rechnungen ab, die Lexware als ausgeglichen meldet.

Für den DATEV-Export stellen Sie den vereinbarten Rechnungsdatenbestand als Paket für die Steuerkanzlei bereit. DATEV-Export und direkte Lexware-Office-Anbindung sind damit zwei unterschiedliche Wege für die eigenen Ausgangsrechnungen. Der DATEV-Export umfasst keinen Buchungsstapel; ein zusätzlicher Export von Belegen direkt an DATEV Unternehmen online ist gesondert verfügbar.

Der Ablauf hat zwei mögliche Wege: easymed übergibt die Rechnungen direkt an Lexware Office, oder Sie nutzen den DATEV-Export für den vereinbarten Kanzleieingang. Lieferantenbelege und Bankunterlagen ergänzen den jeweiligen Rechnungsbestand. Die Praxis benennt damit einmal, welche Unterlagen über welchen Weg bereitstehen.

Zwei vereinbarbare Wege für die eigenen Rechnungsdaten
Zwei vereinbarbare Wege für die eigenen RechnungsdateneasymedLexware OfficeÜbergabeDATEV-ExportRechnungsdatenKanzleieingangErgänzend: Lieferanten- und Bankunterlagen
Der vereinbarte Rechnungsweg wird mit Zeitraum und Empfänger zugeordnet. Zusätzliche Belege werden jeweils separat bereitgestellt.

Halten Sie den Zeitraum und den vorgesehenen Empfänger in Ihrer Monatsroutine fest. Wenn die Kanzlei ergänzende Belege anfordert, stellen Sie genau diesen Bestand zusammen. Der laufende Rechnungsweg bleibt damit klar zugeordnet, und Sie bereiten nicht vorsorglich dieselben Rechnungsdaten über mehrere Wege neu auf.

Eingangsbelege und besondere Vorgänge ergänzen

Praxisrechnungen für Ihre Leistungen sind Ausgangsbelege. Lieferantenrechnungen für Material, Miete, Software oder Geräte ergänzen den Bestand von der Eingangsseite. Ordnen Sie sie beim Erhalt dem vorgesehenen Ablageort und dem dazugehörigen Einkauf zu; beim Monatsblock sehen Sie dann, ob noch ein Beleg fehlt.

Bei einer E-Rechnung bewahren Sie mindestens den strukturierten Datenteil unversehrt in seiner ursprünglichen Form auf. Die BMF-FAQ zur E-Rechnung nennt für ein- und ausgehende Rechnungen eine Aufbewahrungsfrist von acht Jahren und erläutert die Anforderungen an den strukturierten Teil. Nach § 147 Abs. 2 AO müssen aufbewahrungspflichtige elektronische Unterlagen während der Frist verfügbar und maschinell auswertbar sein. Prüfen Sie daher bei der Ablage, dass die ursprüngliche Rechnungsdatei lesbar und dem Einkauf zugeordnet ist.

Bei einer neu angeschafften Therapieliege gehören die erhaltene Rechnung und der Anschaffungsbezug zum Vorgang. Für einen Praxiskredit ordnen Sie Vertrag, Zins- und Tilgungsangaben gemeinsam zu. Diese Angaben helfen, eine konkrete kaufmännische Rückfrage zu beantworten, ohne den gesamten Monatsbestand mit allgemeinen Erläuterungen zu füllen.

Eine Rückfrage zu einer Rechnung lässt sich meist mit Rechnungsnummer, Datum und Betrag zuordnen. So bezieht sich die Abstimmung auf den kaufmännischen Beleg und seinen Zahlungsstand. Behandlungsdokumentation bleibt in ihrem eigenen Arbeitsablauf.

Rückfragen und Übergabe nachvollziehbar abschließen

Eine konkrete Nachricht erleichtert die Ergänzung: „Zum Einkauf vom 12. September fehlt die Rechnung des Lieferanten.“ Die zuständige Person findet den betreffenden Einkauf und stellt den Beleg am vereinbarten Ort bereit. Die übrigen Unterlagen bleiben bei ihrem vorhandenen Stand.

Im Beispiel ist der Monatsbestand übergeben, und es fehlt noch die Rechnung einer Gerätewartung. Die Inhaberin ergänzt genau diesen Beleg und ordnet die Rückfrage dem betreffenden Einkauf zu. Für die nächste Wartung verwendet das Team denselben vorgesehenen Eingang.

Zum Abschluss halten Sie den übergebenen Zeitraum und eine gegebenenfalls noch offene Ergänzung fest. Eine Vertretung sieht damit, was bereits angekommen ist und welche konkrete Rückfrage noch läuft. Die Notiz kann kurz bleiben, wenn sie auf den richtigen Vorgang verweist.

Aus dem Monatsstand die nächsten Praxisentscheidungen ableiten

Schließen Sie den Monatsblock mit vier Angaben ab: dem übergebenen Zeitraum, bereits eingegangenen Zahlungen, erwarteten Eingängen und den nächsten fälligen Ausgaben. Halten Sie eine konkrete offene Frage für den nächsten Termin fest. So beginnt die nächste Monatsrunde mit einem klaren Praxisstand.

Häufige Fragen

Was gehört in die monatliche Rechnungsroutine einer Therapiepraxis?

Prüfen Sie abgeschlossene Rechnungen und Zahlungseingänge, sortieren Sie offene Beträge nach Fälligkeit und ergänzen Sie Lieferantenbelege sowie die vereinbarte Übergabe. Im Beispiel teilen sich 45 Minuten auf 15 Minuten für den Rechnungs- und Zahlungsstand, 20 Minuten für Belege und Rückfragen und zehn Minuten für Übergabe und nächste Zahlungen auf.

Wie priorisiere ich offene Praxisrechnungen im Monatsüberblick?

Ordnen Sie den offenen Betrag nach dem Fälligkeitsdatum. Im Beispiel sind von 800 Euro noch offenen Rechnungen 600 Euro nicht fällig und 200 Euro bereits fällig. Prüfen Sie für den fälligen Teil Rechnungsnummer, Zahlungsziel und vorhandenen Eingang; die übrigen 600 Euro bleiben zunächst erwartete Zahlungseingänge.

Wie übergibt easymed Praxisrechnungen an Lexware Office oder DATEV?

easymed übergibt mit der aktivierten Lexware-Office-Anbindung abgeschlossene Praxisrechnungen an Lexware und übernimmt dessen Nummer für PDF, Druck und Versand. Vollständig bezahlte Rechnungen meldet Lexware täglich zurück. Der enthaltene DATEV-Export stellt Rechnungsdaten separat für die vereinbarte Kanzleiübergabe bereit.

Wie bewahre ich eine E-Rechnung aus einem Praxiseinkauf auf?

Legen Sie die ursprüngliche E-Rechnungsdatei dem Einkauf zu und bewahren Sie mindestens den strukturierten Datenteil unversehrt in seiner ursprünglichen Form auf. Für ein- und ausgehende Rechnungen nennt die BMF-FAQ acht Jahre Aufbewahrung. Prüfen Sie außerdem, dass die Datei während der Ablagezeit lesbar bleibt.

Wann ist die Monatsübergabe an die Steuerkanzlei abgeschlossen?

Notieren Sie den übergebenen Zeitraum, den Empfänger und jede noch fehlende Ergänzung am betreffenden Vorgang. Im Beispiel ist nur noch die Rechnung einer Gerätewartung offen. So kann eine Vertretung am bereits übergebenen Bestand weiterarbeiten und die konkrete Rückfrage gezielt aufnehmen.

← Alle Blogartikel

Passend zu Ihrem Thema