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Software und Digitalisierung

TI-Gateway-Wechsel in der Praxis: Anschluss und Funktionsprobe

Beim TI-Gateway-Wechsel bleiben Kartenterminals und Praxissoftware vor Ort. So erfassen Sie Bestand, Zuständigkeiten, Einrichtung und Funktionsprobe in einer praktikablen Reihenfolge.

easymed.digital Redaktion 7 Min. Lesezeit
Eine Praxisleiterin und ein IT-Techniker besprechen ein schlichtes Netzwerkgerät mit angeschlossenen Kabeln.

Beim TI-Gateway-Wechsel verlagert sich der zentrale Zugang zur Telematikinfrastruktur ins Rechenzentrum eines zugelassenen Anbieters. Das Praxisnetz erreicht den dort betriebenen Highspeed-Konnektor über eine VPN-Verbindung. Kartenterminals, Praxissoftware und die lokalen Arbeitsplätze müssen für diesen Weg weiter passend eingebunden werden. Wenn Sie den Bestand aufnehmen, Zuständigkeiten vereinbaren und die benötigten Anwendungen am vorgesehenen Arbeitsplatz prüfen, wird aus dem Anbieterwechsel ein nachvollziehbarer Ablauf.

Für den Praxisalltag arbeitet easymed im Browser mit gemeinsamem Kalender, Patientenakte und Dokumentation. Termine, Unterlagen und Verlauf sind beim zugehörigen Patienten auffindbar; das Team kann den nächsten organisatorischen Schritt dort weiterführen. Die technische TI-Anbindung richten der Gateway-Anbieter und die örtliche Betreuung ein.

Den neuen Zugangsweg vom örtlichen Arbeitsplatz unterscheiden

Beim TI-Gateway führt der Zugangsweg vom lokalen Praxisnetz über eine VPN-Verbindung zum Rechenzentrum eines von der gematik zugelassenen Anbieters. Dort stellt ein zentral betriebener Highspeed-Konnektor den Zugang zur Telematikinfrastruktur bereit. Die gematik beschreibt den Aufbau als Alternative zum Einbox-Konnektor in der Einrichtung.

Der Gateway-Zugang hat einen örtlichen und einen zentralen Teil
Lokales PraxisnetzArbeitsplätze vor Ort VPN-Verbindung RechenzentrumHighspeed-Konnektor
Das örtliche Praxisnetz verbindet sich mit dem Gateway-Anbieter; dessen Rechenzentrum stellt den TI-Zugang bereit.

Die örtliche Einrichtung bleibt Teil des Anschlusses. Laut gematik-Darstellung werden Kartenterminals weiterhin vor Ort angebunden, Clientsysteme konfiguriert und je nach Anbieter ein Software- oder Hardware-Client für die VPN-Verbindung eingerichtet. Auch Einstellungen am lokalen Netzwerk können dazugehören. Klären Sie im Angebot, welche dieser Schritte der Gateway-Anbieter übernimmt und welche Ihr IT-Dienstleister vor Ort erledigt. Die gematik beschreibt diese Aufgaben beim Anschluss des TI-Gateways.

Halten Sie den Weg in einer kurzen Übergangsnotiz fest: Standort, betroffene Arbeitsplätze, Anzahl und Typ der Kartenterminals, verwendete Praxissoftware und zuständige Kontakte. Die technische Betreuung ergänzt die konkreten Einstellungen. Ihr Team nennt dazu die Arbeitsaufgaben, die nach dem Wechsel an den jeweiligen Plätzen wieder verfügbar sein sollen.

Vor dem Auftrag den vorhandenen Anschluss aufnehmen

Starten Sie mit einer Bestandsliste. Notieren Sie, welche TI-Anwendungen die Praxis nutzt, an welchen Arbeitsplätzen sie gebraucht werden und welche Kartenterminals sowie bisherigen Zugangsgeräte im Einsatz sind. Ergänzen Sie den Namen und die Version der Praxissoftware und den Kontakt, der sie betreut. Damit können Anbieter und lokale IT die Anforderungen Ihrer tatsächlichen Arbeitswege besprechen.

Nehmen Sie beispielsweise eine Praxis mit einem Arbeitsplatz am Empfang und einem zweiten Platz für die Dokumentation. Am Empfang wird regelmäßig die Karte eingelesen; die zweite Mitarbeiterin nutzt eine TI-Anwendung nur gelegentlich. Wenn die Vorbereitung nur den Empfang betrachtet, bleibt dieser seltenere Arbeitsweg ungeprüft. Führen Sie deshalb jeden betroffenen Platz samt Aufgabe auf, auch wenn die Nutzung nicht täglich vorkommt.

Bitten Sie den gewünschten Anbieter um seine Checkliste für die Inbetriebnahme. Die gematik empfiehlt, diese vorab einzuholen; sie kann die Anforderungen der jeweiligen Zugangslösung aufführen. Fragen Sie außerdem den Hersteller Ihrer Praxissoftware, ob die verwendete Version mit dem gewählten Gateway kompatibel ist. Das gematik-Fachportal weist darauf hin, dass Primärsystemhersteller die Kompatibilität mit TI-Gateway und Highspeed-Konnektor in einer Referenzumgebung prüfen können. gematik: Leitfaden zur Implementierung · gematik-Fachportal: TI-Zugang

Ordnen Sie vorhandene Verträge dem neuen Leistungsumfang zu. Ein Anschlussvertrag, lokale IT-Betreuung und Praxissoftware-Support können unterschiedliche Ansprechpartner haben. Vereinbaren Sie mit den Beteiligten, welche Leistungen weiterlaufen und welche erst nach der erfolgreichen Übergabe enden. Falls Sie zusammen mit dem Gateway eine neue KIM-Adresse beauftragen, nehmen Sie deren Einrichtung und die spätere Abmeldung der alten Adresse beim bisherigen Anbieter in den Ablauf auf. Die gematik weist darauf hin, dass doppelte Einträge im Verzeichnisdienst zu fehlgeleiteten KIM-Nachrichten führen können. gematik: Leitfaden zur Implementierung

Die Zuständigkeit an den Übergängen festlegen

Für den Umstellungstermin brauchen Sie einen Kontakt für die lokale Einrichtung und einen für den Gateway-Betrieb. Die lokale Einrichtung umfasst die Verbindungen in der Praxis; der Gateway-Betrieb umfasst den zentralen Highspeed-Konnektor im Rechenzentrum. Die gematik beschreibt, dass der Dienstleister vor Ort die Praxisumgebung einbindet und der Anbieter zentrale Updates und Wartungsarbeiten übernimmt. gematik: TI-Gateway

Zwei Arbeitsbereiche brauchen einen gemeinsamen Kontaktweg
Örtliche Betreuung Verbindungenin der Praxis Kontakte stimmen sich ab Gateway-AnbieterBetrieb im Rechenzentrum
Bei einer fehlenden Rückmeldung stimmen sich die benannten Kontakte zur örtlichen Einrichtung und zum Gateway-Betrieb ab.

Legen Sie fest, wer beide Kontakte während der Installation erreicht. Wenn eine erwartete Rückmeldung am Arbeitsplatz fehlt, meldet die Praxis die betroffene Aufgabe und den verwendeten Platz an den lokalen Ansprechpartner. Dieser stimmt die weitere Prüfung mit dem Gateway-Anbieter ab, soweit sie in dessen Betriebsbereich fällt. Lassen Sie diesen Übergabeweg vom Anbieter und der örtlichen Betreuung bestätigen und notieren Sie die Telefonnummern für den Installationstag und die anschließende Betreuung.

Das Zeitfenster nach den Praxisaufgaben wählen

Stimmen Sie den Installationstermin mit dem Gateway-Anbieter und der örtlichen IT ab. Bei einer Fernwartung wird ein bestimmter Praxis-PC für die Einrichtung verwendet. Die gematik weist darauf hin, dass dieser Arbeitsplatz währenddessen nicht für die Patientenversorgung verfügbar ist und TI-Anwendungen vorübergehend eingeschränkt sein können; andere Arbeitsplätze können weiterlaufen. Wählen Sie daher einen Zeitpunkt, zu dem die betroffenen Aufgaben planbar sind, und informieren Sie das Team. gematik: Leitfaden zur Implementierung

Ein Beispiel: Die Praxis vereinbart ein Zeitfenster am Nachmittag. Vor Beginn hält das Team fest, welche Karte oder Rückmeldung noch bearbeitet werden muss und wer die nächste Aktion übernimmt. Für die Einrichtung steht der ausgewählte Arbeitsplatz bereit; eine Person, die den täglichen TI-Weg kennt, kann bei der anschließenden Funktionsprobe mitarbeiten.

Klären Sie vorab, welche technische Ansprechperson beim Termin erreichbar ist und wie der Anbieter benötigte Zugänge oder Kennwörter sicher abfragt. Die gematik empfiehlt eine handlungsfähige Person aus der Einrichtung oder der örtlichen IT, weil bei der Einrichtung Fragen zur Infrastruktur und zu Zugängen entstehen können. So bleibt die technische Einrichtung bei der zuständigen Betreuung, während Ihr Team den Praxisablauf und die benötigte Rückmeldung einordnet. gematik: Leitfaden zur Implementierung

Eine Funktionsprobe bis zur Rückmeldung durchführen

Der Prüfweg lautet: Arbeitsplatz aufrufen, benötigte TI-Anwendung ausführen, Rückmeldung prüfen und Ergebnis zuordnen. Für den Anschlusscheck nennt die gematik das Einstecken einer elektronischen Gesundheitskarte oder alternativ einer Testkarte am Kartenterminal; dabei wird geprüft, ob die Verbindung zum Highspeed-Konnektor und zur TI hergestellt werden kann. Stimmen Sie mit der technischen Betreuung ab, welche Rückmeldung diesen Anschlusscheck bestätigt. gematik: Leitfaden zur Implementierung

Die Probe endet beim zugeordneten Ergebnis
Die Probe endet beim zugeordneten Ergebnis Arbeitsplatz aufrufen benötigte TI-Anwendungausführen Rückmeldung prüfen Ergebnis zuordnen
Der Prüfweg folgt der tatsächlich benötigten Anwendung am vorgesehenen Arbeitsplatz.

Ergänzen Sie diese Anschlussprobe um den vorgesehenen Arbeitsweg Ihrer Praxissoftware. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter, der den Schritt im Alltag ausführt, prüft den Einstieg und die erwartete Anzeige; die technische Betreuung beurteilt die Einrichtung. So wird sichtbar, dass sowohl die Verbindung als auch der für Ihre Praxis relevante Ablauf betrachtet wurden.

Prüfpunkt Was Sie festhalten
Arbeitsplatz Welcher Platz und welches Kartenterminal verwendet wurden
Aufgabe Welche TI-Anwendung oder welcher Arbeitsweg geprüft wurde
Rückmeldung Welches Ergebnis die Praxissoftware angezeigt hat
Offener Punkt Zuständige Person und nächster vereinbarter Schritt
Zum Anzeigen weiterer Spalten horizontal scrollen.

Gehen Sie die Arbeitsplätze und Anwendungen aus Ihrer Bestandsliste durch. Eine Anwendung, die nur am zweiten Platz verwendet wird, sollte auch dort geprüft werden. Halten Sie den bestätigten Weg und offene Punkte getrennt fest, damit die spätere Betreuung erkennen kann, welche Ergebnisse bereits vorliegen.

Den Alltag nach der Umstellung wieder aufnehmen

Sobald die vereinbarten Aufgaben geprüft sind, aktualisieren Sie die Übergangsnotiz: neuer Zugang, lokale Ansprechpartner, erreichte Anwendungen und gegebenenfalls noch offene Schritte. Das Team kann damit seine laufenden Praxisvorgänge am bisherigen Bearbeitungsstand fortsetzen und weiß, an wen eine technische Rückfrage geht.

Beenden Sie den bisherigen Anschluss erst nach der bestätigten Inbetriebnahme und gemäß der Abstimmung mit dem früheren Anbieter. Die gematik empfiehlt, den alten Konnektor fachgerecht behandeln zu lassen und bis zur Übergabe vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Falls eine neue KIM-Adresse eingerichtet wurde, gehört auch die Bestätigung der Abmeldung der alten Adresse in die Abschlussnotiz. gematik: Leitfaden zur Implementierung

Ein gut vorbereiteter TI-Gateway-Wechsel endet mit einem einfachen Bild: Die Zuständigkeiten sind bekannt, die benötigten TI-Arbeitswege am vorgesehenen Platz geprüft und der aktuelle Praxisstand kann weiterbearbeitet werden. Die Bestands- und Übergangsnotiz bildet bei einer späteren Änderung den gemeinsamen Ausgangspunkt.

Häufige Fragen

Welche Aufgaben bleiben vor Ort, wenn eine Praxis auf TI-Gateway wechselt?

Der zentrale Highspeed-Konnektor steht im Rechenzentrum. Vor Ort werden weiterhin Kartenterminals, Clientsysteme und die Verbindung im Praxisnetz eingerichtet; je nach Anbieter kommt ein Software- oder Hardware-Client hinzu. Stimmen Sie mit Anbieter und örtlicher IT ab, wer welche Schritte übernimmt.

Welche Informationen sollte eine Praxis vor dem TI-Gateway-Auftrag sammeln?

Notieren Sie genutzte TI-Anwendungen, Arbeitsplätze, Kartenterminaltyp und -anzahl sowie Name und Version der Praxissoftware. Bitten Sie den Anbieter um seine Installationscheckliste und fragen Sie den PVS-Hersteller nach der Kompatibilität. Wenn auch die KIM-Adresse wechselt, planen Sie die Einrichtung der neuen und die Abmeldung der alten Adresse ein.

Wer koordiniert offene Punkte zwischen Praxisnetz und Gateway-Anbieter?

Benennen Sie je einen Kontakt für die lokale Einrichtung und den Gateway-Betrieb. Die Person aus der Praxis meldet, welcher Arbeitsweg an welchem Platz betroffen ist; der lokale IT-Kontakt stimmt die weitere Prüfung mit dem Anbieter ab, wenn der zentrale Zugang betroffen sein kann. Halten Sie beide Erreichbarkeiten für den Installationstag fest.

Wie lässt sich der TI-Gateway-Anschluss nach der Einrichtung prüfen?

Die gematik nennt für den Anschlusscheck eine elektronische Gesundheitskarte oder alternativ eine Testkarte am Kartenterminal. Prüfen Sie anschließend den von Ihrer Praxis genutzten Arbeitsweg am vorgesehenen Arbeitsplatz und halten Sie die erwartete Rückmeldung sowie offene Punkte fest.

Wie unterstützt easymed die Praxisorganisation während eines TI-Gateway-Wechsels?

Mit easymed arbeiten gemeinsamer Kalender, Patientenakte und Dokumentation im Browser zusammen. Ihr Team findet Termine, Unterlagen und Verlauf am zugehörigen Patienten und führt den nächsten organisatorischen Schritt dort weiter. Die technische TI-Anbindung wird mit Gateway-Anbieter und örtlicher IT eingerichtet.

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